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Disney Research: Spielesteuerung mit Pico-Projektoren

Disney-Forscher wollen fast jede Wand zum Spielfeld für mehrere Spieler machen. Als Controller dienen dabei Pico-Projektoren, mit denen etwa virtuelle Boxkämpfe ausgetragen werden können.
/ Christian Klaß
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Boxen an der Wand - bei Sidebyside erhält jeder Spieler seinen eigenen Pico-Projektor. (Bild: Disney Research)
Boxen an der Wand - bei Sidebyside erhält jeder Spieler seinen eigenen Pico-Projektor. Bild: Disney Research

Ein kleiner grüner Boxer geht zu Boden, sein siegreicher Kontrahent stellt sich triumphierend auf ihn – beide wackeln dabei auffällig, weil die Spieler sie mit in der Hand gehaltenen Pico-Projektoren an die Wand leuchten. Das kürzlich vorgestellte Multiplayer-System Sidebyside(öffnet im neuen Fenster) wird bei Disney Research in Kooperation mit der US-Universität Carnegie Mellon entwickelt.

Side By Side – Demo von Disney Research
Side By Side – Demo von Disney Research (03:30)

Geboxt wird mit einem Druckknopf am jeweiligen Projektor und durch Bewegen des Projektors wird auch die Position der eigenen Spielfigur verändert. Dabei reagieren die benachbarten Projektionen aufeinander, so dass sich etwa Spielfiguren gegenseitig anschauen.

Das demonstrieren die Forscher auch mit zwei Hasen, die umeinander bewegt werden. Bei einem weiteren Spiel muss ein Spieler mit einem Flugzeug den vom anderen Spieler gesteuerten Gorilla fangen; bei einem anderen müssen beide Spieler gemeinsam versuchen, aus einem Nest fallende Küken zu retten.

Die Interaktion der einzelnen Projektionen ist möglich, da die mobilen Kleinstprojektoren nicht nur ein für den Nutzer sichtbares Bild abstrahlen. Gleichzeitig gibt es auch eine für menschliche Augen unsichtbare Projektion, die durch die mit Bildsensor bestückten anderen Projektoren ausgewertet werden kann. Die unsichtbare Projektion enthält dafür entsprechende Tracking-Daten.

Nicht nur zum Spielen

Das Sidebybide-Team von Disney Research sieht jedoch nicht nur Einsatzzwecke im Unterhaltungsbereich. So könnten etwa Smartphonebesitzer mit entsprechendem Projektionssystem auch einen Dateiaustausch initiieren – das Drag-and-Drop wird dabei an der Wand ausgeführt und über einen unsichtbaren QR-Code die Funkübertragung gestartet. Ähnlich könnten sich auch Visitenkarten oder Adressbucheinträge austauschen lassen.

Laut Sidebyside-Paper SideBySide: Ad-hoc Multi-user Interaction with Handheld Projectors(öffnet im neuen Fenster) hängen die beiden DLP-Pico-Projektoren aber derzeit noch per Kabel an einem Apple Macbook Pro mit 2,89-GHz-Intel-Core-2-Duo-CPU. Die mit etwa 45 Bildern/s projizierten Bilder werden mit einer Auflösung von 800 x 600 Pixeln berechnet, von den verwendeten Projektoren aber aufgrund ihrer geringen physikalischen Auflösung auf 480 x 320 Bildpunkte herunterskaliert. Die Kameras zur Erkennung der anderen Projektionen liefern 640 x 480 Bildpunkte. Für das Tracking haben die Forscher auf die Artoolkitplus-Bibliothek zurückgegriffen.

Auf ein Notebook könnte in Zukunft aber verzichtet werden: "Wir glauben, dass eine Embedded-Version von Sidebyside auch auf aktuellen mobilen Geräten ausreichend läuft und dass sie innerhalb von zwei bis vier Jahren die Leistung unserer aktuellem Umsetzung erreicht", erklärten die Forscher.


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