US-Spionagesoftware

Deutsche wollten Federal Trojan

Deutsche Behörden haben 2007 beim FBI mehrfach um Hilfe bei der Entwicklung des Staatstrojaners gebeten. Das Hilfeersuchen kam wenige Tage, nachdem bekanntgeworden war, dass die US-Bundespolizei Abhörsoftware eingesetzt hat.

Artikel veröffentlicht am ,
Bundestrojaner: auf Hilfeangebot des FBI nicht zurückgekommen
Bundestrojaner: auf Hilfeangebot des FBI nicht zurückgekommen (Bild: Andreas Donath/Golem.de)

Deutsche Behörden haben, bevor sie einen eigenen Staatstrojaner entwickelt haben, bei der US-Bundespolizei um Hilfe gebeten. Im Juli 2007 hatten sie deswegen eine Anfrage beim Federal Bureau of Investigation (FBI) gestellt, das zu dem Zeitpunkt bereits Schnüffelsoftware einsetzte.

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In einer E-Mail an den Leiter der Einheit für Datenabhörtechnik (Data Intercept Technology Unit) schrieb ein stellvertretender Attaché, offensichtlich ein Mitarbeiter des US-Generalkonsulates in Frankfurt am Main, die Deutschen hätten ihn nach dem Computer and Internet Protocol Address Verifier (Cipav) gefragt. Er habe ein Treffen mit dem zuständigen Vertreter einer Behörde vereinbart, für den er einen Ansprechpartner zu Cipav suche. Um welche Behörde es sich handelte, geht aus der Anfrage nicht hervor.

Die Mail gehöre zu einem Konvolut an Dokumenten über Cipav, das die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Privacy Information Center (Epic) im Frühjahr 2011 unter Berufung auf das US-Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act, Foia) erhalten habe, berichtet das US-Technologiemagazin Wired.

Erster Einsatz

Die Mail ist datiert auf den 14. Juli 2007. Wenige Tage zuvor war bekanntgeworden, dass das FBI Cipav eingesetzt hatte, um dem Autor von Bombendrohungen, die per E-Mail an eine Oberschule im US-Bundesstaat Washington verschickten worden waren, auf die Spur zu kommen.

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Es war offensichtlich nicht das erste Mal, dass deutsche Behörden beim FBI wegen der Abhörsoftware angefragt hatten. Es sei ihm "peinlich, noch einmal mit einer Anfrage der Deutschen an Sie heranzutreten", schreibt der Autor. Das FBI hatte offensichtlich auf die erste Anfrage Hilfe angeboten. Auf dieses Angebot seien "unsere deutschen Kollegen jedoch nicht zurückgekommen".

A little help from our friends?

Ob es eine Antwort auf die Anfrage vom 24. Juli 2007 gegeben hat, ist nicht bekannt. In den Dokumenten, die das Epic erhalten hat, ist eine solche nicht enthalten. Entsprechend lässt sich auch nicht sagen, ob in den Staatstrojaner Mechanismen von Cipav eingeflossen sind.

In der vorvergangenen Woche hatte der Chaos Computer Club eine Analyse des sogenannten Staatstrojaners veröffentlicht, die der Hackervereinigung zugespielt worden war. Danach kann die Schadsoftware deutlich mehr als erlaubt. So kann sie etwa Programme nachladen oder auf ein Mikrofon und eine Kamera des Rechners zugreifen, um einen Raum zu überwachen. Solche Maßnahmen, die das Bundesinnenministerium und das Bundeskriminalamt für die Onlinedurchsuchung vorgesehen hatten, hatte das Bundesverfassungsgericht untersagt.

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berritorre 16. Okt 2011

Ist doch völlig normal. Solange der Trojaner von der Polizei eingesetzt wird, und die ist...

morecomp 16. Okt 2011

Genau das ist das Problem, weil gute IT teuer ist aber am Ende spart sie dir Geld, weil...

Anglizismus 16. Okt 2011

http://dejure.org/gesetze/GG/133.html Das "Vereinigte Wirtschaftsgebiet" soll wohl das...

Kugelfisch_dergln 15. Okt 2011

Dein Titel umschreibt die Sachlage zwar zweideutig, doch in beiden Auslegungen ziemlich...



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