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Buchmesse

Elektrisierte Literatur

Auf der Frankfurter Buchmesse ist der Markt für E-Reader umworbener denn je. Der Wandel hin zum elektronischen Lesen scheint unaufhaltbar - mit tiefgreifenden Folgen für Buchläden, Verlage und die Art, wie wir Wissen aufnehmen.

Artikel veröffentlicht am , Sebastian Matthes/Wirtschaftswoche/Thomas Kuhn
Amazons Kindle ist einer der neuen E-Book-Reader für unter 100 Euro
Amazons Kindle ist einer der neuen E-Book-Reader für unter 100 Euro (Bild: Amazon)

Gut möglich, dass Historiker den April 2011 einmal für ähnlich bedeutsam für die Geschichte des Buches erklären wie das Jahr 1439. Damals erfand Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern - mit allen bekannten Folgen für die Demokratisierung des Wissens, die politische Teilhabe und letztlich die Aufklärung. Im April dieses Jahres nämlich verkaufte Amazon, der weltweit größte Buchversender, erstmals mehr elektronische Bücher als gedruckte Exemplare - nur kurz nachdem die zweitgrößte US-Buchkette Borders in die Insolvenz rutschte.

Wie sich schon Musik von der CD, Filme von der Leinwand und Nachrichten von der Zeitung lösten, verabschiedet sich nun auch das Buch von seinem Trägermedium. Statt per Hochdruck-, Tiefdruck- oder Offsetverfahren auf Papier aufgetragen, gelangen Krimis, Romane und Schulbücher zunehmend auf elektronischem Weg zu den Lesern - als Datei auf hochauflösenden Schwarz-Weiß-Displays von E-Book-Readern.

Gravierende Auswirkungen

Das verändert die Branche - und hat gravierende Auswirkungen für Autoren, Verlage und die Leser selbst. So können sie beispielsweise gelesene Exemplare nicht mehr an Freunde weitergeben, weil die Textdateien an Nutzer und Lesegerät gebunden sind. Unklar ist auch, wie die Bibliothek der Zukunft aussehen wird und wie in einer elektronischen Bücherwelt der Zugang der Masse zu Wissen organisiert werden kann.

Trotz aller offenen Fragen: Der Erfolg der elektronischen Bücher ist kaum noch aufzuhalten. Zumal sich bei den Lesegeräten dieser Tage ein historischer Preisrutsch vollzieht: Seit vergangener Woche vertreibt der Weltbild-Verlag seinen E-Book-Reader 3.0 zum Kampfpreis von 60 Euro. Die Buchhandelskette Thalia verkauft den E-Reader Oyo für 99 Euro. Auch Buchriese Amazon kündigte ein Einsteigermodell seines Lesegerätes Kindle zum gleichen Preis an, und Sony senkte den Preis seines Basis-Readers um rund ein Drittel.

Verdoppelung erwartet

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So unterschiedlich die E-Reader im Detail sein mögen: Sie eint, dass sie elektronisches Lesen dank kontraststärkerer und berührungsempfindlicher Displays so einfach machen wie nie zuvor. Das dürfte den Wandel noch beschleunigen: Gingen 2010 weltweit gut zehn Millionen Geräte über die Ladentheken, so werden es dieses Jahr nach konservativen Schätzungen schon 16 Millionen sein. Bis 2014 soll sich die Zahl verdoppeln.

Eine Verdoppelung - wenn auch auf niedrigerem Niveau - erwarten die Experten auch für Deutschland. Hier rechnet die Branche für 2012 mit knapp einer Million verkaufter E-Reader.

Aktuelle deutsche E-Books noch Mangelware 
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samy 17. Okt 2011

Wie macht man den E-Reader am schnellsten kaputt? Man steckt in in die Gesäßtasche.Früher...

Peter Brülls 15. Okt 2011

Wozu der Aufwand? Ist doch viel bequemer, die entsprechenden Filme in Hollywood und Co...

Peter Brülls 15. Okt 2011

Das Internet kann nichts anzeigen. Es braucht immer irgendwelche Geräte, die die...

Thaodan 15. Okt 2011

/signed dieser Punkt:

Dadie 15. Okt 2011

Die Buchpreisbindung gilt nur innerhalb eines Segments. Heißt, eBooks müssen nicht so...


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