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Twitter-Spott: "Kein guter Tag zum Sterben für Blackberry"

Blackberry -Hersteller RIM hat ein Problem: Erst verärgert der Hersteller seine Kunden durch einen Serverausfall, jetzt lassen Nutzer im Web ihrem Ärger freien Lauf – und verursachen so zusätzlichen Imageschaden.
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Nicht nur Evil_Dumbledore verspottet RIM wegen der Blackberry-Probleme. (Bild: @Evil_Dumbledore/Twitter/Screenshot von Golem.de)
Nicht nur Evil_Dumbledore verspottet RIM wegen der Blackberry-Probleme. Bild: @Evil_Dumbledore/Twitter/Screenshot von Golem.de

"Liebes Blackberry-Team, ich finde es sehr nett von euch, dass ihr Steve Jobs mit drei Schweigetagen ehrt" . Diese beißend-sarkastische Nachricht(öffnet im neuen Fenster) auf dem Kurznachrichtendienst Twitter trifft offenbar den Nerv der Blackberry-Nutzer, die bereits seit Tagen unter dem Ausfall der Internetdienste leiden. Der Tweet, wie eine Kurznachricht bei Twitter heißt, gehört derzeit zu den populärsten Reaktionen auf den Ausfall.

Blackberry ist in kurzer Zeit zum Gespött auf dem Kurznachrichtendienst geworden. Wer bei Twitter nach dem Namen der einst hippen Business-Smartphones sucht(öffnet im neuen Fenster) , findet beispielsweise Nachrichten wie diese: "Was sagt ein Blackberry zum anderen? Gar nichts" . Eine andere Nutzerin feixt: "Leute mit Blackberry im Tram spielen sehen und wissen: die sind offline. Unbezahlbar" .

Mike Lazaridis zum Blackberry-Ausfall
Mike Lazaridis zum Blackberry-Ausfall (01:39)

Den letzten Sargnagel eingeschlagen

Auch scherzhafte Vorschläge, die Situation auszunutzen, finden sich auf dem Kurznachrichtendienst: "Günstiger Zeitpunkt Ihrem Ehepartner mit Blackberry Dinge zu schreiben wie: 'Antworte bitte, falls es nicht okay ist, wenn ich unsere Ersparnisse für ein Boot ausgebe.'" Andere Blackberry-Nutzer finden den Ausfall weniger witzig: "Ich habe Blackberry immer verteidigt – aber nun haben sie gerade den letzten Sargnagel selbst eingeschlagen" , macht ein enttäuschter Ex-Blackberry-Fan(öffnet im neuen Fenster) seinem Ärger Luft.

Auch bekannte Journalisten beteiligen sich an dem öffentlichen Gespött. "Silberstreif am Horizont für Blackberry" , scherzt beispielsweise Samuel Rubenfeld(öffnet im neuen Fenster) vom Wall Street Journal: "Seit das Gerät offline ist, hält der Akku endlich länger als drei Stunden" . Technikjournalist David Pogue(öffnet im neuen Fenster) von der New York Times und CNBC weist auf eine neue App hin: Sie verschiebt die Daten des Blackberrys auf ein iPhone. "Gutes Timing" , bemerkt der Journalist spöttelnd.

Image-Katastrophe in Zeiten des Social Webs

Der Blogger und Social-Media-Berater Thomas Knüwer kommentiert(öffnet im neuen Fenster) : "Wenn Sie Lust haben, einer Technik beim Sterben zuzusehen, so folgen Sie diesem Link(öffnet im neuen Fenster) ." Das Blog Mashable(öffnet im neuen Fenster) hat bereits die zehn lustigsten Twitter-Nachrichten zum Blackberry-Desaster zu einer Bildergalerie verarbeitet. Und Gizmodo(öffnet im neuen Fenster) schreibt vernichtend: "Blackberry hat sich einen schlechten Tag zum Sterben ausgewählt. Es ist ausgerechnet jener Tag, an dem Apple das beste Argument für seine Dominanz liefert" . Die Probleme begannen, kurz nachdem Apple die neueste Generation seines iPhones vorgestellt hatte.

Ganz klar: So sieht eine Image-Katastrophe in Zeiten des Social Webs aus. Nicht nur, dass der Ausfall die eigene Kundschaft verärgert und vertreibt – auch wer bislang nicht Blackberry-Kunde war, dürfte nun verschreckt sein.

Inzwischen macht die Meldung die Runde, dass Blackberry die Funktionsfähigkeit der Services wiederhergestellt hat. Doch das bedeutet noch nicht das Ende des Spotts. Podcaster Rob Spance schreibt: "Blackberry hat seine mobilen Services gerade so weit wiederhergestellt, dass Blackberry-Nutzer in der Lage sind, Apple.com in den Browser einzugeben" . [Der Artikel erschien zuerst bei Handelsblatt Online(öffnet im neuen Fenster) ]


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