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Test Fußball Manager 12: Fanbeteiligung statt Pfiffe aus der Westkurve

Ein guter Teamchef lässt die Fans mitmachen. Deshalb hat EA Sports für den Fußball Manager 12 Wert auf das Feedback der Community gelegt und Spielerwünsche realisiert. Einfacher ist das Managen des Lieblingsteams so aber nicht geworden.
/ Thorsten Wiesner
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FM-12-Covermodell Thomas Tuchel (Bild: EA Sports)
FM-12-Covermodell Thomas Tuchel Bild: EA Sports

Der Einstieg in den Fußball Manager 12 erinnert trotz dezent veränderter Oberfläche an die Vorgänger. Wieder sind zahllose Entscheidungen zu treffen, bevor überhaupt an den ersten Spieltag gedacht werden darf. Ist das Manager-Alter-Ego männlich oder weiblich, alt oder jung, schick im Anzug oder doch eher leger gekleidet? Wie ist der Familienstand, was sind Lieblingsverein und Lieblingsspieler, und welcher Club wird als ärgster Feind angesehen? Danach gilt es, Wunschverein und Liga auszuwählen, Ziele für die Saison festzulegen - und dann steht auch schon das erste Presseinterview auf der Agenda.

Die Mailbox quillt derweil schon über. Verträge laufen aus, der Topspieler hat sich kurz vor dem Saisonstart verletzt, das Budget will geplant werden. Erst dann kann sich der Spieler am PC dem Training, der Taktik und der Aufstellung widmen. Bevor das erste Mal der Anpfiff ertönt, muss bereits ganze Arbeit geleistet werden. Und auch, wenn der Ball rollt, kann sich der Gamer nicht zurücklehnen: Direkt vor der Partie will die Mannschaft noch einmal mit den richtigen Worten motiviert werden, während des Matches muss ständig auf den Spielverlauf reagiert werden, indem das eigene System dem aktuellen Stand und dem Gegner angepasst wird.

Erfolge sorgen nicht nur für Kredit und Jubel bei den Fans, sondern erleichtern in Fußball Manager 12 auch die Verhandlungen mit Sponsoren. Dieses Element ist deutlich aufgebohrt worden und nun komplexer als in der Vergangenheit. Wer erfolgreich spielt, hat es viel einfacher, einen lukrativen Deal für Trikot oder Bande auszuhandeln. Auch den Baumodus haben die Entwickler überarbeitet: Stadion und andere Gebäude auf dem eigenen Gelände sehen nun schöner aus und können in zahlreichen Ausbaustufen erweitert werden. Hinzu kommen viele Detailverbesserungen - etwa der realistischere Transfermarkt und der detailliertere Trainingsplan.

Assistenten stehen zur Seite

Natürlich gibt es für überforderte Clubchefs wieder die Möglichkeit, zahlreiche Aufgaben an Assistenten zu übergeben - die kümmern sich dann etwa um die finanziellen Belange oder analysieren den Kader nach möglichen Schwachpunkten. Gerade Einsteiger sollten von diesen Möglichkeiten Gebrauch machen, denn die beeindruckende Optionsfülle ist gleichzeitig eine große Hürde für Gelegenheitsspieler und Neulinge.

Der 3D-Modus zur Anzeige des Spielgeschehens war in den vergangenen Jahren wohl einer der am häufigsten genannten Kritikpunkte der Community - weshalb die Entwickler ein besonderes Augenmerk drauf richteten. Die Spieldarstellung könnte zwar weiterhin schöner sein, allerdings sind Abläufe und Passwege nun nachvollziehbarer, Offensivaktionen oft nett anzusehen und die Momente, in denen die Akteure auf dem grünen Rasen völlig wahnwitzige Aktionen vollführen, sind seltener geworden. Wer sich daran immer noch stört, kann aber wie gewohnt auf den guten Textmodus umschalten.

Anders als bei dem zunächst mit zahlreichen Bugs belasteten Vorgänger fielen uns im Test keine größeren Probleme auf. Den Onlinemodus konnten wir noch nicht testen, er scheint sich aber kaum vom Vorgänger zu unterscheiden. Immerhin: Sämtliche Premium-Features wie kaufbare Aktionsobjekte oder der Avatar-Editor aus dem vergangen Jahr wurden nun für alle Spieler frei zugänglich gemacht.

Der Fußball Manager 12 erscheint am 20. Oktober 2011 für Windows-PC und wird etwa 50 Euro kosten. Die USK hat eine Altersfreigabe ab 0 Jahren vergeben.

Fazit

Auch wenn diesmal an mehr Stellen nachgebessert wurde als im Vorjahr: Prinzipiell bleibt sich der Fußball Manager 12 treu und erinnert in vielen Punkten an den Vorgänger. Dank verbessertem 3D-Modus, realistischerem und umfangreicherem Wirtschaftsteil und trotz des riesigen Umfangs kaum relevanter technischer oder logischer Mängel macht das Spiel noch mehr Spaß als in der Vergangenheit. Viel besser, umfangreicher und auf lange Sicht motivierender lässt sich das Thema kaum umsetzen.


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