Drahtlose Fahrradbremse

Drucksensor statt Bremshebel

Wissenschaftler aus dem Saarland haben eine drahtlose Bremse für das Fahrrad entwickelt. Sie dient als Testsystem für die Sicherheit für drahtlose Bremssysteme etwa für Züge. Die Saarbrücker verhandeln aber auch mit der Fahrradindustrie.

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Drahtlose Fahrradbremse: nicht perfekt, aber akzeptabel
Drahtlose Fahrradbremse: nicht perfekt, aber akzeptabel (Bild: Universität des Saarlandes)

Bremszüge am Fahrrad können ein Ärgernis sein. Man muss sie immer wieder mal nachziehen und fetten. Außerdem sollten sie zuweilen ausgetauscht werden, damit sie nicht im falschen Moment reißen. Informatiker der Universität des Saarlandes in Saarbrücken haben eine Bremse entwickelt, die praktisch immer funktioniert und ohne Bowdenzug auskommt.

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Die Bremse, die die Wissenschaftler um Holger Hermanns, der an der Saarbrücker Universität den Lehrstuhl für Verlässliche Systeme und Software innehat, arbeitet mit WLAN. Das beutet: keine Bremszüge mehr am Fahrrad - und keine Bremshebel mehr am Lenker. Bedient wird die Bremse nämlich einfach über den Lenkergriff.

Drucksensor und Sender

In diesen ist ein Drucksensor integriert. Verstärkt der Radler den Griff seiner Hand, registriert der Sensor das und gibt die Information an einen Sender weiter. Das ist ein Kästchen von der Größe einer Zigarettenschachtel, die am Lenker befestigt ist. Der Sender überträgt ein Signal an einen Empfänger an der Gabel des Fahrrades. Der gibt das Signal an einen Aktor weiter, der die Scheibenbremse betätigt.

Damit nicht jeder Druck auf den Griff gleich als Bremsbefehl interpretiert wird, ist der Sensor so eingestellt, dass er erst ab einem bestimmten Druck reagiert. Um sicherzustellen, dass die Bremse auf jeden Fall arbeitet, haben die Wissenschaftler noch je einen Sender an der Gabel des Vorderrades und in den Speichen des Hinterrades angebracht, die den Befehl zum Bremsen ebenfalls weitergeben. Die Bremse wird also auch dann betätigt, wenn die andere Funkverbindung zu langsam ist oder ausfällt.

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Herrmanns' Intention war indes weniger, die Funktechnik ins Fahrrad zu integrieren. Vielmehr handelt es sich dabei um ein Testsystem für drahtlose Bremssysteme etwa in Zügen. In Funknetzen müsse aber immer mit einem Ausfall gerechnet werden, sie funktionierten jedoch nie, das ist technologisch bedingt, erklärt der Wissenschaftler. Um wichtige Systeme wie eine Bremse dennoch drahtlos zu konstruieren, müssten Sicherheitsmechanismen entwickelt werden, die eine hundertprozentige Ausfallsicherheit ermöglichen.

Die Wissenschaftler haben deshalb eine mathematische Methode entwickelt, die das Zusammenspiel der Komponenten automatisch prüft. Die Methode haben sie dann an Hermanns' Cruiser-Fahrrad in der Praxis getestet und verbessert. "Die drahtlose Fahrradbremse bietet uns die notwendige Spielwiese, um diese Methoden für den Einsatz in weitaus komplexeren Systemen zu optimieren", sagt Hermanns.

Drei aus einer Billiarde

Eine hundertprozentige Ausfallsicherheit haben sie nicht geschafft: Die Bremse sei 99,999999999997 Prozent zuverlässig, fanden die Wissenschaftler heraus. Anders ausgedrückt: Aus einer Billiarde Bremsversuchen schlagen drei fehl. Das sei zwar "nicht perfekt, aber dennoch akzeptabel", resümiert Hermanns.

Doch auch wenn die drahtlose Fahrradbremse eigentlich als Testsystem gedacht ist - so sollen Züge in Europa künftig mit drahtlosen Bremsen ausgestattet werden -, wollen es die Wissenschaftler nicht dabei belassen. Sie haben bereits mit Herstellern gesprochen und suchen derzeit nach einem Ingenieursbüro, das die Bremse umsetzt. Möglichkeiten zur Verbesserungen sieht Hermanns durchaus auch noch: "Es ist jetzt nicht mehr schwer, ein Antiblockiersystem und Antischlupfregelung zu integrieren. Das ist schnell gemacht."

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__destruct() 14. Okt 2011

Ist ja super ... Einmal den Lenker fest gepackt, um nicht wegen einem halben Meter in der...

Anonymer Nutzer 14. Okt 2011

Also wenn man etwas entwickelt sollte es doch besser sein als der Vorgänger, nur wo?

dbettac 14. Okt 2011

Sanftes Abbremsen aufgrund des Störsenders kann aber durchaus ein Problem sein, wenn man...

TheUltimateStar 14. Okt 2011

Ja, dies hab ich mich auch gefragt. Das man das komplexe und schwere hydraulisches System...

iu3h45iuh456 14. Okt 2011

Na da haben ja schon das Problem :-) Dass jemand nicht bremsen kann, weil der Bowdenzug...


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