Forschung: Touchscreen-Tastaturen für Blinde
Auf eine Berührung hin wird die virtuelle Tastatur des Tablets aktiviert. Danach berührt der Anwender außer mit den Daumen mit allen Fingerspitzen den Bildschirm. An diesen Stellen wird die Braille-Tastatur eingerichtet.
Braille ist eine relativ einfache Codierungsform, bei der Punkte in einer 2-auf-3-Matrix geprägt erscheinen, die vom Anwender gefühlt werden können. Damit werden 63 Buchstaben, die Ziffern und einige Sonderzeichen erstellt. Blindentastaturen bestehen aus acht Tasten – sechs erstellen die Zeichen. Dazu kommt jeweils eine Taste für den Zeilenvorschub und zum Löschen.

Bei der virtuellen Braille-Tastatur muss der Anwender die Tasten nicht finden – die Tasten finden die Finger des Anwenders. Verliert der Anwender die Orientierung, schüttelt er das Tablet kurz, um den Kalibrierungsvorgang erneut aufzurufen und legt dazu acht Fingerspitzen auf den Touchscreen.
Gegenüber fühlbaren Braille-Tastaturen hat diese Entwicklung nach Angaben des Mitentwicklers Sohan Dharmaraja mehrere Vorteile: Sie ist deutlich preiswerter und passt sich an den Nutzer an, egal ob dieser kleinere, kürzere oder längere Finger als der Durchschnittsanwender hat. In seiner Beispieldemonstration zeigte Mitentwickler Adam Duran sogar, wie in kurzer Zeit komplexe chemische oder mathematische Formeln mit Hilfe der Tastatur eingetippt werden können.
Die Entwicklung fand im Rahmen des Sommerprogramms des Army High-Performance Computing Research Center(öffnet im neuen Fenster) (AHPCRC) in Stanford(öffnet im neuen Fenster) statt. Dabei wird eine landesweit zusammengestellte Gruppe von Studenten eingeladen, für zwei Monate unter der Aufsicht erfahrener Mentoren in Teams oder alleine komplexe Anwendungen zu programmieren.
Ob die Touchscreen-Braille-Tastatur auf den Markt kommt, ist derzeit nicht bekannt.
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