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Zenbook UX31 im Test: Leicht, dünn und mit Windows

Arbeiten, zuklappen, rumlaufen, aufklappen, weiterarbeiten: Mit Ultrabooks bekommt der Windows-Nutzer das, was er sich schon immer gewünscht hat - einen Rechner, der sofort und unkompliziert einsatzbereit ist. Golem.de hat eines der ersten Ultrabooks getestet: Asus' Zenbook UX31.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Andreas Sebayang
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Asus' erstes Ultrabook (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
Asus' erstes Ultrabook Bild: Andreas Sebayang/Golem.de

Dünne, leichte und trotzdem schnelle Notebooks waren im Windows-Umfeld bisher selten und meist sehr teuer. Nur wenige Notebookhersteller boten sie an. Erst Intel brachte etwas Bewegung in den Markt. Mit den sogenannten Ultrabooks wird im Prinzip das alte Culv-Konzept wiederbelebt, das dieses Mal mit Druck in den Markt gebracht werden soll. Asus' UX31 gehört zu denen ersten Geräten, die das Culv-Konzept verbessern sollen. Wir haben es getestet.

Asus Zenbook UX31 - Test
Asus Zenbook UX31 - Test (02:48)

Culv steht für Consumer Ultra Low Voltage , Intels besonders stromsparende Prozessoren, die nicht für Profinotebooks, sondern für den Endanwender gedacht sind. Dieses Mal versucht es Intel mit strengen Vorgaben , damit die Ultrabook-Kategorie mit diesen stromsparenden Prozessoren erfolgreich wird. Unser Test zeigt, dass Intel gute Voraussetzungen geschaffen hat und Asus diese auch gut nutzt.

Frappierende Ähnlichkeit mit dem Macbook Air

Wer ein Macbook Air 13 von Apple und Asus' erstes Ultrabook, das von uns getestete UX31, nebeneinanderlegt, wird eine auffallende Ähnlichkeit entdecken. In der Form sind die Geräte nahezu identisch: keilförmig und dünn. Das Gehäuse besteht aus Alu und der Deckel wird per Magnet auf der Handballenauflage gehalten. Nur die Farbgebung unterscheidet sich ein wenig.

Auf den zweiten Blick offenbaren sich allerdings Unterschiede zwischen den beiden Geräten, vor allem bei den Anschlüssen.

Großzügige Ausstattung, aber lahmes WLAN

Erwartungsgemäß gibt es nicht viele Anschlüsse. Bedingt durch die geringe Bauhöhe von etwa 17,5 mm passt einfach nicht viel ins Gehäuse. Asus hat sich wie Apple entschieden, die wenigen Schnittstellen an den Seiten zu verteilen, hat aber teils andere Schnittstellen eingesetzt. Auf der linken Seite finden sich USB 2.0, ein SD-Kartenleser und ein Kopfhörerausgang, der allerdings keine Mikrofonsignale entgegennimmt.

Auf der rechten Seite hat das Zenbook erfreulicherweise einen USB-3.0-Anschluss. Verglichen mit einem Thunderbolt-Anschluss eines Macbooks ist das die derzeit flexiblere Option, schließlich gibt es schon viel USB-3.0-Zubehör. Zudem ist USB-3.0-Zubehör bei weitem günstiger als beispielsweise eine Thunderbolt-Festplatte. Sie ist die einzige Schnittstelle an dem UX31, die als schnell eingestuft werden kann. Daneben gibt es einen Mini-VGA-Ausgang, und einen Micro-HDMI-Anschluss.

Bei Apple gibt es nur den kombinierten Displayport-/Thunderbolt-Anschluss. Micro-HDMI ist noch recht neu und nochmals kleiner als Mini-HDMI. Die Kabel sind zwar nicht besonders geläufig, insbesondere bei Notebooks, aber im Versandhandel für ein paar Euro zu erstehen. Für VGA will Asus einen Adapter beilegen, der zum Test noch nicht zur Verfügung stand. Gleiches gilt für einen Adapter von USB auf Ethernet, den der Hersteller mitliefern will. Wie schnell dieser Verbinder wird, ist ebenfalls noch nicht bekannt - Adapter von USB 3.0 auf Gigabit-Ethernet sind noch äußerst rar.

Linker USB-Anschluss bietet weniger Strom

Interessant: Der linke USB-Port lieferte nicht genug Strom, um ein externes Blu-ray-Laufwerk von Plextor ( PX-B120U ) zu betreiben. Beim Hochfahren wurde das Laufwerk regelmäßig zum Runterdrehen gezwungen. Asus kann hier kein Vorwurf gemacht werden. Die maximale Leistungsaufnahme an einem USB-Port (5V; 0,5A) wird mittlerweile fast überall weit überschritten. Dass ein USB-Laufwerk nicht funktioniert, ist bei PC-Hardware nichts Ungewöhnliches.

Wer Probleme mit dem linken USB-Port hat, kann einfach den rechten Anschluss nutzen. Hier konnte unser Blu-ray-Laufwerk ausreichend Leistung aufnehmen. Dieser Anschluss ist zudem zum Aufladen von Geräten nutzbar, selbst wenn das Notebook auf Standby ist.

Spar-WLAN bei einem 1.000-Euro-Gerät

Damit gibt es für schnelle Datentransfers nur externe Datenträger oder das WLAN. Letzteres funktioniert nur auf dem 2,4-GHz-Band. Bei Macbooks ist Dual-Band-Hardware Standard. Zudem wollte sich in unseren Tests die WLAN-Karte nicht mit 300 MBit/s mit einem Router verbinden. Bei dem Preis der Geräteklasse waren wir von dem WLAN-Chip doch sehr überrascht. Der Atheros AR9485 von Qualcomm(öffnet im neuen Fenster) passt in die Kategorie Spar-WLAN . So ein Chip gehört definitiv nicht in ein Gerät der 1.000-Euro-Klasse. An der Langsamkeit werden sich vor allem technikaffine Nutzer stören.

Ultrabook mit Core i7

Asus verbaut in dem Gehäuse des Zenbooks bei unserem Testmuster den derzeit schnellsten ULV-Prozessor. Der Core i7-2677M(öffnet im neuen Fenster) taktet seine beiden Kerne in der Regel mit 1,8 GHz und kann im Bedarfsfall auf 2,9 GHz hochtakten. Zusätzlich bietet er Hyperthreading, 4 MByte L2 Cache und eine integrierte Grafikeinheit (Intel HD 3000, 350 MHz bis 1,2 GHz).

4 GByte Arbeitsspeicher sowie eine SSD sind bei der UX-Serie Standard. Unser Modell besitzt eine 256 GByte große SSD von Adata.

Das Display blendet enorm

Das 13-Zoll-Display hat eine erfreulich hohe Auflösung. Das Panel mit 1.600 x 900 Pixeln ist sonst eine Spezialität von Sony für seine hochpreisigen Notebooks. Asus hat erfreulicherweise trotz 16:9-Display in der Höhe genug Pixel für viele Aufgaben bereitgestellt. Die Auflösung erscheint uns ideal und ist ein Kaufargument. Mittlerweile werden sogar in sehr teuren Geschäftskundennotebooks Displays mit einer groben Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln verbaut.

Die Auflösung beim UX31 ist sogar höher als beim Apple-Konkurrenten. Der setzt beim Macbook Air 13 auf ein 16:10-Display mit 1.440 x 900 Pixeln.

Helle, aber schlechte Farben

Das Display selbst kann mit Apples Displays aber nicht mithalten. Die Farbdarstellung ist schwach, die Farben wirken ein wenig ausgewaschen. Das ist für Fotos eher ungeeignet. Zudem ist das Display arg winkelabhängig. Ohne Makel ist dafür die Displaybeleuchtung. 400 Candela pro qm gibt Asus an. Das reicht, um die Spiegelungen des Glanzdisplays locker zu überstrahlen und das Notebook auch draußen nutzbar zu machen.

Leider hat Asus einen Lichtsensor vergessen. Wer mittags das Notebook mit voller Helligkeit in den Standby versetzt, sollte abends vor dem Aufklappen erst einmal eine Sonnenbrille aufsetzen. Die enorme Leuchtkraft schmerzt zunächst.

Stabile Konstruktion

Das Zenbook-Gehäuse besteht fast vollständig aus gebürstetem Aluminium. Die Oberseite wurde rund geschliffen, was dem Gerät ein sehr schickes Aussehen verschafft. Am Design gibt es nichts zu meckern. Die Verwendung von Aluminium hat aber auch praktische Vorteile. Fingerabdrücke sind kaum zu sehen - wohltuend im Vergleich zu so manchem Klavierlack-Imitat-Notebook. Außerdem ist das Notebook extrem stabil gebaut. Das Gehäuse ist so verwindungssteif, dass es an einer Ecke zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten werden kann. Trotz des 1,4-Kilo-Hebels, bewegt sich nichts, und auch kein Knarzen ist zu hören.

Die beiden Ecken der Handballenauflage sind allerdings etwas scharfkantig. Außerdem könnte das Notebookdeckelgelenk ein wenig fester sein. Es neigt dazu, nach hinten zu kippen. Das ist hoffentlich dem Vorserienstatus geschuldet.

Zum Schutz des Alugehäuses legt Asus eine Tasche bei. Die hat den Nachteil, dass der Verschluss beim unvorsichtigen Einlegen Kratzer verursachen könnte.

Auch unter Last leise

Die Wärmeabführung des Notebooks funktioniert gut. Die Luft wird allerdings von unten hauptsächlich angezogen, was die hohen Standfüße erklärt, die immerhin fast 5 mm dick sind und somit das Notebook auf 22 mm Dicke bringen. Bei wenig Last und dem derzeitigen Herbstwetter schaltet der Lüfter komplett ab. Ansonsten surrt er etwas hochfrequent, aber leise genug für den Alltag. Dann ist das Notebook nicht zu hören. Allenfalls abends stört das leise Surren, wenn es absolut ruhig ist.

In Lastsituationen wird der Lüfter natürlich lauter, aber nicht ungewöhnlich laut. In einem Büro wie dem unserem mit Hintergrundgeräuschen aus allen Ecken ist das Gerät sogar noch unter Last beim Spielen von Rage geräuschseitig schwer ortbar.

Wir haben die Hitzeentwicklung des Notebooks auf einer Ledercouch getestet, von der die Belüftung trotz der Standfüße von unten verdeckt wurde. Das Ergebnis war in Anbetracht der Leistung gut. Wirklich heiß oder übermäßig laut wurde das Notebook nie und konnte ohne Probleme mit der Hand gegriffen werden.

Die Lautsprecher sind zudem in der Lage, das Lüftergeräusch zu übertönen. Dabei ist die Tonqualität sogar überraschend gut. Nur zu laut sollten die Lautsprecher nicht gestellt werden. Beim Intro von Rage kam es zu unerwünschten und hörbaren Vibrationen anderer Geräteteile. Wir vermuten, dass die Tastatur im Vorseriengerät noch nicht gut genug entkoppelt ist.

Der Netzteilanschluss ist ungünstig positioniert. Er liegt direkt neben dem USB-3.0-Anschluss, und zwar so nah, dass einige Sticks nicht mehr einsetzbar sind, wenn das Netzteil eingesteckt ist. Zudem ist der Anschluss auffallend locker. Während des Tests ist es uns passiert, dass sich das Notebook entlud, weil der Stecker nicht richtig in der Buchse saß.

Keine Festplattenleuchte

Nach dem Motto "weniger ist mehr" hat Asus auf ein paar Anzeigen verzichtet. Nur wenige LEDs sind vorhanden. Rechts gibt es eine Standby-Anzeige, die blinkt. Praktisch, wenn das Notebook im Rucksack steckt.

Nervig ist hingegen das Fehlen einer Festplattenleuchte. Hier orientiert sich Asus offenbar an Apple. Beim Installieren von Rage wussten wir beispielsweise nicht auf den ersten Blick, ob das System gerade arbeitet oder hängengeblieben ist. Die SSD ist aber so schnell, dass der Anwender nur selten auf Festplattenaktivität achten muss. Eine LED, die anzeigt, ob das Notebook gerade auflädt, fehlt leider auch.

Gute Tastatur, schlechtes Touchpad

Die Tastatur des UX31 ist angenehm zu bedienen. Die Chiclet-Tasten sind kaum sichtbar gewölbt und haben einen präzisen Druckpunkt. Außerdem befindet sich die Steuerungstaste am Rand der Tastatur. Durch das Video und die Bilder vom Ultrabook sollte sich niemand irritieren lassen. Unser seriennahes Gerät hat eine US-Tastatur. Die Return-Taste sieht bei einem deutschen Modell nicht so aus wie bei unserem Zenbook.

Leicht störend waren nur die Pfeiltasten, die zu schmal sind. Außerdem irritiert den Windows-Nutzer der An- und Ausschalter an der oberen rechten Ecke. Wer auf die Entfernen-Taste drücken will, trifft manchmal aus Gewohnheit den Ausschalter.

Touchpad-Ärger

Asus hat sich für ein Touchpad entschieden, das keine separaten Tasten bietet. Stattdessen wird das Touchpad selbst heruntergedrückt. Wir hatten bei unserem Testmuster Probleme damit. Einerseits kommt der Anwender gelegentlich beim Schreiben mit dem Handballen auf das Touchpad und bewegt dadurch den Mauszeiger. Zum anderen bereiten die Treiber und Asus' Entscheidungen zur Touchpad-Erkennung Probleme.

Wir ließen häufig den Daumen auf der linken Mausersatztaste zu weit oben ruhen. Das Resultat war, dass der Zeigefinger dann kaum noch interpretiert wurde. Erst nach erneutem Ansetzen konnte der Mauszeiger wie gewohnt bewegt werden. Zudem wird nicht das gesamte Touchpad für Bewegungen genutzt. Wer das Touchpad blind benutzt, um den Mauszeiger nach unten zu bewegen, stellt schnell fest, dass die Bewegung stoppt, ehe der Finger am unteren Ende des Touchpads ist.

Die Mausersatztasten sind nicht als Touchfläche ausgeführt. Das stört ziemlich, da sich diese Tasten gefühlt nicht von der Touchfläche unterscheiden. Es bleibt zu hoffen, dass diese Probleme den frühen Versionen der Treiber geschuldet sind.

Instant-On - das Notebook ist fast sofort bereit

Eine Besonderheit der Ultrabooks ist das schnelle Aufwachen aus dem Schlafmodus. Intel verlangt , dass Ultrabooks schnell aufwachen und auch gleich eine Netzwerkverbindung bereitstellen. Asus' Zenbook schafft das ohne Probleme. Es zeigt den Desktop sogar ein bisschen schneller an als ein Macbook Air ähnlicher Konfiguration.

Es fühlt sich an, als ob das Gerät sofort bereit ist, denn nach dem Aufklappen muss der Nutzer erst einmal die Hände zum Arbeiten positionieren und sich orientieren, was in der Regel länger dauert als der eigentliche Aufwachvorgang. Wir haben es jedenfalls nicht geschafft, schneller zu sein als das Zenbook.

Der Standby-Modus funktioniert so gut, dass er sogar in Spielen korrekt arbeitet. Wir haben das mit Rage getestet. Spielen, zuklappen, rumlaufen, aufklappen und wieder den Colt in die virtuelle Hand nehmen: alles kein Problem. Wir haben auch keine Grafiktreiberprobleme ausmachen können, die wir eigentlich erwartet hätten. Offenbar ist das Ultrabook-Konzept gut durchdacht und von Asus korrekt umgesetzt worden.

Damit ist ein Ultrabook sogar Konsolen und einigen Spielehandhelds voraus, die diese Art von Spielstandby nicht bieten. Nintendos DS-Serie kann das zwar, ist aber bei weitem keine Konkurrenz für das Ultrabook.

Für den Test haben wir die Anmeldeoptionen so eingestellt, dass es keine Passwortabfrage gibt. In so einem Fall profitiert der Nutzer am meisten. Wer eine Passwortabfrage aus Sicherheitsgründen setzt, bemerkt vom schnellen Instant-On weniger, da eine gewisse Zeit schlicht für die Passworteingabe aufgewendet werden muss.

Verglichen mit anderen Notebooks, die auch eine SSD besitzen und aus dem Standby aufwachen, ist das Asus-Notebook rasend schnell. Unser HP Elitebook 2740p mit schnellerem Prozessor beispielsweise braucht einige Sekunden länger zum Aufwachen. Hier macht ein Consumer-Notebook einem Profinotebook vor, wie es eigentlich sein sollte.

Akkulaufzeiten und Benchmarks

Die Akkulaufzeiten konnten wir nicht vollständig messen. 5 Stunden sind aber realistisch bei normaler Benutzung. Mitunter zeigt das System 7 bis 8 Stunden im aufgeladenen Zustand an. Um die zu erreichen, muss der Anwender aber Däumchen drehen, während er dem Notebook mit angeschaltetem WLAN und mittlerer Helligkeitseinstellung beim Nichtstun zuschaut.

Für die Standby-Zeit gibt Asus rund 10 Tage an, was wir hochgerechnet bestätigen können. Über 12 Stunden im Standby-Betrieb reduzierte sich die Akkukapazität um 5 Prozentpunkte. Beim Spielen von Rage, was wir als Lasttest benutzt haben, reduziert sich diese auf etwas über 120 Minuten. WLAN war für den Test aktiv, die Helligkeit lag im mittleren Bereich. Eine Laufzeit von mehr als 2 Stunden ist gut, vor allem, da das Notebook durchaus spielefähig ist.

Rage ruckelt etwas, aber Portal läuft flüssig

Für den Praxistest haben wir verschiedene Anwendungen und Spiele ausprobiert. Wer im Internet surft oder Texte verarbeitet, wird über die Leistung des Zenbooks nicht meckern können. Derartige Aufgaben lasten das Notebook nicht aus. Selbst Full-HD-Youtube-Videos funktionieren problemlos.

Bei Spielen ist das anders. Allerdings ist das Ultrabook auch nicht als Spielemaschine gedacht, sondern nur als Rechner für unterwegs. Eine dedizierte Grafikeinheit und das dazugehörige Kühlsystem sind wohl kaum unterzubringen. Trotzdem kann gut auf dem Ultrabook gespielt werden. Es kommt aber auf den Titel an. Der aktuelle 3D-Shooter Rage von id Software überfordert das Zenbook erwartungsgemäß. Das Texturstreaming samt Verzögerungen ist ziemlich deutlich sichtbar und die Bildraten bei 1.600 x 900 Pixeln bewegen sich um die 15 Frames/s. Dazu kommen einige Einbrüche. Erst bei 720p wird die Ruckelei halbwegs erträglich. Wer leidensfähig ist, kann Rage aber auf dem Ultrabook spielen, was beachtlich ist.

Für Portal 2 ist die Leistung in nativer Auflösung gut, um flüssig zu spielen. Starcraft 2 wiederum ist bei 1.600 x 900 Bildpunkten nur noch in Leveln halbwegs spielbar, in denen wenig los ist. Bildraten unter 15 FPS sind sonst die Regel.

In synthetischen Benchmarks zeigt sich, dass der Core i7-2677M mit seinen zwei Kernen zwar nicht an Notebooks mit Normalspannungsprozessoren herankommt, aber deutlich schneller ist als alte Core-2-Duo-Notebooks. Im Cinebench sind CPU-Werte knapp über 7.000 Punkten möglich. Das ist etwa das Neunfache der Leistung eines Netbooks mit einem Atom N270. Die genauen Werte im Vergleich sind am besten den Diagrammen zu entnehmen:

Die vor zwei Jahren vorgestellten Notebooks mit AMDs Neo-Prozessor werden auch sehr deutlich geschlagen. Sie sollten damals eine neuen Geräteklasse aufbauen, allerdings haperte es auch da an dem Prozessor und der schlechten Akkulaufzeit, wie das Ergebnis unseres Tests des HP Pavillon dv2 zeigte .

Kurz vermessen haben wir auch die Schnittstellen und Speichersysteme.

SD-Kartenleser ohne UHS-1-Modus

Der SD-Kartenleser des UX31 entspricht nicht dem aktuellen Stand der Technik. SD-Karten mit UHS-1-Betriebsmodus können in dem Lesegerät nicht ausgereizt werden. Unsere Sandisk Extreme Pro in der 45-MByte/s-Version kam nur auf 26,5 MByte/s beim Lesen. Da haben wir schon wesentlich höhere Werte gesehen. Die ältere Extreme 3 (Label: 30MByte/s) kam auf 18 MByte/s beim Lesen. Die SSD lieferte mit AS SSD fast 500 MByte/s lesend und rund 190 MByte/s im Schreibbetrieb. Im WLAN-Betrieb konnten wir in unmittelbarer Nähe eines Access Points etwas mehr als 5 MByte/s übertragen. Die Hälfte dessen, was wir in der Situation sonst mit einer Intel-6000er-WLAN-Karte schaffen.

Überblick über die Konkurrenz

Apples Macbook Air wird zwar nicht als Ultrabook bezeichnet, hat aber die Eigenschaften der Ultrabooks definiert. Die UX-Serie ähnelt dem Macbook Air mit 11,6- oder 13-Zoll-Display, das wir auch getestet haben . Es ist aber vor allem für Mac-Nutzer gedacht.

Macbook Air (Mitte 2011) - Test
Macbook Air (Mitte 2011) - Test (02:52)

Das Macbook Air lässt sich zwar mit Windows benutzen, allerdings kommen die Kosten für eine Windows-Lizenz hinzu. Außerdem sind Apples Touchpad-Treiber unter Windows nicht so gut wie die für Mac OS X. Insbesondere die Erkennung und das sehr praktische Ignorieren versehentlicher Bedienungen funktioniert unter Mac OS besser.

Zusammen mit Asus kommen in diesem Jahr noch mindestens drei weitere Hersteller mit Ultrabooks auf den Markt, die alle bereits auf der Ifa 2011 demonstriert wurden. Lenovo wird das Ideapad U300s auf den Markt bringen. Toshibas Portegé Z830 haben wir uns auf der Ifa 2011 etwas näher angeschaut . Das Z830 ist als höherpreisige Konkurrenz zu Asus' Zenbooks einzuordnen. Es soll eines der wenigen Ultrabooks mit mattem Bildschirm werden. Die auf der Ifa gezeigte Vorserie hatte noch einen Spiegelschirm.

Toshiba Portégé Z830 - Hands on (Ifa 2011)
Toshiba Portégé Z830 - Hands on (Ifa 2011) (01:02)

Auch Acers S3 haben wir auf der Ifa ausprobiert . Es machte in der Vorserie keinen guten Eindruck.

Der Ultrabook-Kategorie ähnlich, allerdings viel teurer ist Sonys Vaio-Z-Serie. Das aktuelle Z-Modell mit 13-Zoll-Display ist sogar 200 Gramm leichter als Asus' UX31 und bietet eine externe Grafikkarte. Allerdings kostet es etwa doppelt so viel wie ein Ultrabook mit Preisen um die 2.500 Euro.

Als einer der frühen Versuche, dem Macbook Air Konkurrenz zu machen, gilt Lenovos mittlerweile eingestellte X300er Serie . Das Thinkpad X300/X301 hat sogar ein optisches Laufwerk. Es wurde durch das Thinkpad X1 ersetzt.

Verfügbarkeit und Fazit

Asus' Ultrabook UX31 und das kleine Schwestermodell UX21 sollen frühestens ab November 2011 verfügbar sein. Für das UX21 wird der Einstiegspreis bei rund 1.000 Euro liegen. Es wird also etwas teurer als das kleinste Macbook Air. Das Macbook Air 11 besitzt im Unterschied zum UX21 aber nur 2 GByte RAM. Bei der UX-Serie sind es immer 4 GByte RAM. Auch das UX31 gibt es ab rund 1.000 Euro. 250 Euro günstiger als das günstigste Macbook Air 13. Unser Testmuster mit 256-GByte-SSD soll rund 1.300 Euro kosten.

Fazit

Die Hardware überzeugt und enttäuscht gleichzeitig. Ein derartiger Mix aus hochwertigen Eigenschaften - wie Gehäuse, Displayauflösung und Tastatur - und Billigkomponenten wie dem WLAN-System und dem mittelmäßigen Panel ist uns noch nicht untergekommen. Über die beiden letzten Punkte kann der Anwender aber hinwegsehen. Die hohe Displayauflösung allein dürfte für viele schon ein Kaufgrund sein.

Das Zenbook bietet in fast allen Situationen genug Rechenleistung. Damit unterscheiden sich Ultrabooks von den portablen, billigen und lahmen Netbooks. Und Ultrabooks wie das Zenbook sind kaum schwerer. 1,4 Kilogramm bei einem 13-Zoll-Display ist so wenig, dass der Nutzer das Ultrabook eigentlich immer mitnehmen kann. Zudem hält der Akku mit 5 Stunden lang genug durch.

In Anbetracht der Leistung, des Gewichts und der Stabilität ist der Preis von 1.000 bis 1.300 Euro nicht hoch. Wer ein solches Notebook haben will, muss nun einmal mehr bezahlen als für die Massenware, die in Elektronikfachmärkten für Preise um die 400 Euro verkauft wird. Der Aufpreis lohnt sich insbesondere für Anwender, die häufig unterwegs sind.

Nachtrag vom 14. Oktober 2011, 10:55 Uhr

Wie Asus nach Erscheinen des Tests mitteilte, werden den Zenbooks zwei Adapter beigelegt: einer von Mini-VGA auf den 15-poligen Stecker für analog angesteuerte Monitore und einer von USB auf Ethernet. Wie schnell der Ethernet-Adapter ist, steht aber noch nicht fest. Einen Adapter von Micro-HDMI auf HDMI legt Asus nach bisherigem Stand nicht bei. Die entsprechenden Textpassagen im Test wurden geändert.


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