Softwarefehler: Android Market in China weg und wieder da

Was wie eine Zensurmaßname der chinesischen Regierung aussah, hat sich als harmloser Softwarefehler entpuppt: Weil Google einen Fehler gemacht hat, war der Android Market in China zeitweise nicht erreichbar.
Android Market gesperrt
Google und die chinesischen Behörden sind seit dem Angriff auf Google-Mail-Konten Anfang 2010 nicht die besten Freunde. Entsprechend glaubten viele, dass es sich um eine Zensurmaßnahme handelte, als die Websites Great Firewall Of China(öffnet im neuen Fenster) und Blocked in China(öffnet im neuen Fenster) meldeten, der Android Market könne in mehreren Provinzen und in der Hauptstadt Peking nicht aufgerufen werden.
Über mögliche Gründe wurde wild spekuliert: Das US-Blog Ubergizmo(öffnet im neuen Fenster) sah etwa einen Zusammenhang mit Qiushi oder QS, einem mobilen Betriebssystem, das Baidu in Kürze herausbringen will. Klar: Die Regierung sperrt den Konkurrenten Android und unterstützt so das chinesische Internetunternehmen.
Videokonferenz mit Dalai Lama
Das britische IT-Nachrichtenangebot The Register(öffnet im neuen Fenster) vermutete einen politischen Hintergrund. Die Sperrung sei just verhängt worden, als Google angekündigt habe, eine Videokonferenz des Dalai Lama, des religiösen Oberhaupts der Tibeter, mit dem südafrikanische Bischof Desmond Tutu zu organisieren. Es könne Zufall sein, meldete The Register, aber es wäre auch nicht das erste Mal, dass China beschuldigt werde, Einschränkungen des Internetzugangs als politisches Mittel einzusetzen. Und da Google keine Server mehr in China unterhalte, müsse eben der Android Market dran glauben.
Alles falsch, sagt hingegen Google. Dass der Android Market nicht erreichbar war, hatte schlicht eine technische Ursache. Bei der Aktualisierung einer Software sei ein Fehler aufgetreten, erklärte Google-Sprecher Taj Meadows dem US-Branchendienst Cnet(öffnet im neuen Fenster) . Das Problem sei inzwischen aber behoben und der Android Market auch im Reich der Mitte wieder nutzbar.



