Frankfurter Buchmesse: Buchhandel fordert "spürbare Sanktionen" für E-Book-Kopierer

Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2011(öffnet im neuen Fenster) hat der Chef des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, spürbare Sanktionen für rechtswidriges Kopieren gefordert. Internet Service Provider sollten gesetzlich verpflichtet werden, Warnhinweise an Filesharer zu versenden. Honnefelder erklärte: "Ich bin überzeugt: Bei der kriminellen Energie einzelner Internetplattformen gibt es jedes Buch, das es legal gibt, irgendwann auch illegal. Deshalb muss es genügend Leser und Mediennutzer geben, die sich legal verhalten." Dafür seien nicht nur mehr attraktive digitale Angebote von Verlagen nötig, sondern ebenfalls spürbare Sanktionen für rechtswidriges Handeln. Noch habe das Thema einen zu geringen Stellenwert in Politik und Gesellschaft.
Honnefelder sagte, 81 Prozent derjenigen, die selbst Medieninhalte illegal herunterladen, glaubten, dass die Versendung von Warnhinweisen dazu führe, dass illegales Filesharing eingestellt werde. Ein solcher Ansatz könne also so falsch nicht sein. "Deshalb fordern wir von der Politik, die Internet-Provider verpflichtend in solche Maßnahmen einzubeziehen. Ohne sie ist ein Warnhinweismodell nicht umsetzbar."
Im Mai 2011 hatte sich der Börsenverein zusammen mit Musik-, Filmindustrie und Verwertungsgesellschaften noch sehr viel deutlicher ausgedrückt. In einem gemeinsamen Forderungskatalog, der sich an das Bundeswirtschaftsministerium richtete, wurden eine Einführung von Internetsperren, Filterung unliebsamer Protokolle und technische Sanktionen wie Anschlusssperren verlangt. Bislang seien die Versuche zur Kooperation mit den Providern gescheitert, so dass nun der Gesetzgeber handeln müsse.