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Pre-Crime: Das DHS will wissen, was du planst

Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat ein System zur Verbrechensverhinderung entwickeln lassen. Es soll die bösen Absichten eines Menschen anhand bestimmter Körpermerkmale wie Herz- und Atemfrequenz erkennen. Erste Feldtests hat das DHS bereits durchgeführt.
/ Werner Pluta
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DHS: böse Absichten schnell, sicher und aus der Ferne erkennen (Bild: DHS/Screenshot: Golem.de)
DHS: böse Absichten schnell, sicher und aus der Ferne erkennen Bild: DHS/Screenshot: Golem.de

Einen Verbrecher erkennen, bevor er zuschlägt, eine Straftat verhindern, bevor sie begangen wird - das ist der Traum eines jeden Strafverfolgers. Bisher war so etwas Science-Fiction(öffnet im neuen Fenster) . Doch in letzter Zeit hat das Gedankenlesen Fortschritte gemacht: So haben Wissenschaftler ein gerade gesehenes Videobild aus dem Gehirn auslesen können. Warum also nicht auch den Plan, ein Verbrechen zu begehen?

Hinweise auf eine böse Absicht

Future Attribute Screening Technology(öffnet im neuen Fenster) (Fast) heißt ein Projekt des US-Heimatschutzministeriums (Department of Homeland Security, DHS). Ziel ist es, aus Daten, die Sensoren von einem Menschen aufnehmen, "Hinweise, die auf eine böse Absicht (die Absicht oder der Wunsch, Schaden zu verursachen) deuten, schnell, zuverlässig und aus der Ferne zu erfassen" , beschreibt das DHS.

Allerdings schaut das DHS dem potenziellen Täter nicht ins Gehirn, sondern auf den Körper: Die Sensoren messen Signale des Herz-Kreislauf-Systems, die elektrodermale Aktivität(öffnet im neuen Fenster) , Pheromone und die Atemfrequenz einer Person. Zudem werden Ton- und Videoaufnahmen von ihr gemacht, um Sprache und Bewegungen zu erfassen. Aus diesen Daten sowie weiteren, wie ethnische Zugehörigkeit oder Geschlecht, soll dann darauf geschlossen werden, ob diese Person ein Verbrechen begehen will.

Mehrere Tests

Was sich wie Science-Fiction anhört, ist bereits Wirklichkeit: Das DHS hat das Fast-System bereits an DHS-Mitarbeitern getestet. Das geht aus einem teilweise geschwärzten Dokument des DHS(öffnet im neuen Fenster) hervor. Die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Privacy Information Center (Epic) hatte unter Berufung auf das US-Informationsfreiheitsgesetz (Freedom of Information Act, Foia) erreicht, dass das DHS verschiedene Dokumente über Fast(öffnet im neuen Fenster) herausgegeben hat.

Außerdem hat das DHS in diesem Frühjahr mindestens einen Feldtest an Bürgern im Nordosten der USA durchgeführt. Dieser sei an einem belebten Ort, aber nicht an einem Flugplatz, durchgeführt worden, sagte DHS-Sprecher John Verrico dem britischen Wissenschaftsmagazin Nature(öffnet im neuen Fenster) .

Anonyme Daten

Die Teilnahme an dem Fast-Programm sei freiwillig, erklärte ein namentlich nicht genannter DHS-Sprecher dem Branchendienst Cnet(öffnet im neuen Fenster) . Zudem sei das System nicht dazu ausgelegt, personenbezogene Daten zu erfassen und zu speichern. Selbst wenn das System in der Zukunft regulär eingesetzt werden sollte, würden keine personenbezogenen Daten erhoben.

Alle von Fast erfassten Daten würden anonym gespeichert und dienten zur Auswertung der Tests, sagte der Sprecher. In einer Präsentation des Ministeriums(öffnet im neuen Fenster) heißt es, die Treffergenauigkeit des Systems liege bei 80 Prozent.


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