Abo
  • Services:

Sicher offline

Ubuntu Privacy Remix 10.04r2 tritt gegen Staatstrojaner an

Als Schutz vor staatlicher Überwachung kann Ubuntu Privacy Remix 10.04r2 gelten. Das abgeschottete Live-System verbietet Zugriffe auf die lokale Festplatte und das Internet, wenn besonders schutzbedürftige Daten bearbeitet werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Sicher offline: Ubuntu Privacy Remix 10.04r2 tritt gegen Staatstrojaner an
(Bild: Ubuntu Privacy Remix)

Das Ubuntu-Privacy-Remix-Team hat nach der Analyse des Chaos Computer Clubs zum Staatstrojaner die Version 10.04r2 (Codename Locked Lynx) vorgestellt. Das Live-System stellt einen "Schutz vor solcher Bespitzelung" dar, sagte Mark Preetorius vom Projektteam. Wie bisher werde eine lokale, abgeschottete Arbeitsumgebung bereitgestellt, die nicht für eine dauerhafte Installation auf der Festplatte geeignet ist und zur Bearbeitung besonders schutzbedürftiger Daten dient.

Stellenmarkt
  1. AKDB, München, Bayreuth, Augsburg, Regensburg
  2. Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, Winnenden bei Stuttgart

Ein Zugang zum Internet ist nicht möglich, auch auf lokale Festplatten, die vielleicht schon infiziert sind, kann nicht zugegriffen werden. "Das ist der Preis, den man für einen hohen Grad an Sicherheit zahlt", sagte Preetorius. Onlineverbindungen könnten nach dem Herunterfahren von Ubuntu Privacy Remix über das lokal installierte Betriebssystem hergestellt werden, das aber nie mit unverschlüsselten, sensiblen Daten in Kontakt komme. Über das Internet zu transportierende Dateien könnten vorher im Ubuntu Privacy Remix mit GnuPG für die Empfänger verschlüsselt werden.

Alle Benutzerdaten befinden sich ausschließlich auf verschlüsselten Wechseldatenträgern. "Erweiterte Truecrypt-Volumes" sichern nicht nur Nutzerdaten, sondern auch benutzerspezifische Konfigurationen oder PGP-Schlüssel auf Truecrypt-verschlüsselten Datenträgern oder Containern. Nach dem Öffnen des Volumes steht automatisch die benutzerspezifische Arbeitsumgebung zur Verfügung.

Der Ubuntu Privacy Remix 10.04r2 (Release Candidate 1) basiert auf Ubuntu 10.04.3 und damit auf dem Stand der Ubuntu-Pakete vom 7. Oktober 2011 mit erweiterter Hardwareunterstützung und Sicherheitsupdates. Truecrypt, die freie Verschlüsselung, wurde auf Version 7.0a aktualisiert, "nachdem wir eine eigene gründliche Analyse des Codes von Truecrypt 7 durchgeführt haben", erklärte Preetorius. Die Analyse ist auf Deutsch und Englisch verfügbar. Dabei habe das Team "schwerwiegende Schwächen in dem Verfahren entdeckt, mit dem Truecrypt seine Schlüsseldateien verarbeitet".

Das zu Ubuntu Privacy Remix gehörende GNU-Privacy-Guard-Frontend wurde überarbeitet, fehlerbereinigt und mit neuen Funktionen versehen. So wurden die Schlüssel-IDs aus der PGP-Datei entfernt, um die Anonymität zu stärken.

Die zuvor recht komplizierte Handhabung von Truecrypt-Containern wurde vereinfacht und erfolgt nun vollständig im Dateimanager Nautilus. Ein eigener Assistent wurde erstellt und hinzugefügt.

Da der Release Candidate noch eine Version von Openoffice.org enthält, die für manipulierte Word-Dateien (CVE-2011-2713) anfällig ist, sollte der Release Candidate noch nicht im Produktivbetrieb eingesetzt werden.

Keinen Schutz bietet Ubuntu Privacy Remix vor Angriffen unterhalb der Betriebssystemebene, beispielsweise dem Einziehen einer Virtualisierungsschicht zwischen Hardware und dem Betriebssystem, was durch den Einbau speziell dafür manipulierter Hardware in den Computer möglich wäre. Auch Hardware-Keylogger können nicht abgewehrt werden.

"Wir haben keine eigene Analyse des Binarys gemacht, aber nach allem, was der Chaos Computer Club veröffentlicht hat, können wir davon ausgehen, dass der Trojaner - trotz aller handwerklichen Mängel - so konstruiert ist, dass Ermittlungsbehörden alles damit machen können. Also auch Anlegen, Lesen oder Verändern von Dateien, Audio- und Videoraumüberwachung und so weiter. Warum soll die Schnittstelle zum Nachladen von Code eingebaut worden sein, wenn nicht von Anfang an geplant war, sie auch einzusetzen?", sagte Preetorius Golem.de auf Anfrage zum Staatstrojaner.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 4,99€
  2. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)
  3. 5,55€

__destruct() 12. Okt 2011

Ja, ich meine USB-Sticks. Ich meine aber nicht die normalen, die einen Zentimeter dick...

zilti 12. Okt 2011

Das ist ja mal wieder so eine typische Bullshit-Bingo-Marketing-Aktion. Ein Witz ist das...

posix 11. Okt 2011

Ich glaube eher das die meisten hier nicht viel von der Materie verstehen. Windows kann...

posix 11. Okt 2011

Wie immer dummes Gerede. Als ob du wüsstest wieviele Lücken der Linux Kernel hätte...


Folgen Sie uns
       


Microsoft Adaptive Controller - Hands on

Im Rahmen der Build 2018 konnten wir den Adaptive Controller von Microsoft ausprobieren, ein Hardware-Experiment, das Menschen mit Einschränkungen das Spielen ermöglicht.

Microsoft Adaptive Controller - Hands on Video aufrufen
Kailh KS-Switch im Test: Die bessere Alternative zu Cherrys MX Blue
Kailh KS-Switch im Test
Die bessere Alternative zu Cherrys MX Blue

Der chinesische Hersteller Kailh fertigt seit fast 30 Jahren verschiedenste Arten von Schaltern, unter anderem auch Klone von Cherry-MX-Switches für Tastaturen. Der KS-Switch mit goldenem Stempel und markantem Klick ist dabei die bessere Alternative zu Cherrys eigenem MX Blue, wie unser Test zeigt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple-Patent Krümel sollen Macbook-Tastatur nicht mehr stören
  2. Tastaturen Matias bringt Alternative zum Apple Wired Keyboard
  3. Rubberdome-Tastaturen im Test Das Gummi ist nicht dein Feind

Datenschutz-Grundverordnung: Was Unternehmen und Admins jetzt tun müssen
Datenschutz-Grundverordnung
Was Unternehmen und Admins jetzt tun müssen

Ab dem 25. Mai gilt europaweit ein neues Datenschutz-Gesetz, das für Unternehmen neue rechtliche Verpflichtungen schafft. Trotz der nahenden Frist sind viele IT-Firmen schlecht vorbereitet. Wir erklären, was auf Geschäftsführung und Admins zukommt.
Von Jan Weisensee

  1. IT-Konzerne Merkel kritisiert Pläne für europäische Digitalsteuer
  2. EU-Kommission Mehr Transparenz für Suchmaschinen und Online-Plattformen
  3. 2019 Schweiz beginnt UKW-Abschaltung

Xbox Adaptive Controller ausprobiert: 19 x Klinke, 1 x Controller, 0 x Probleme
Xbox Adaptive Controller ausprobiert
19 x Klinke, 1 x Controller, 0 x Probleme

Microsoft steigt in den Markt der zugänglichen Geräte ein. Der Xbox Adaptive Controller ermöglicht es Menschen mit temporärer oder dauerhafter Bewegungseinschränkung zu spielen, ohne enorm viel Geld auszugeben. Wir haben es auf dem Microsoft Campus in Redmond ausprobiert.
Von Andreas Sebayang

  1. Firmware Xbox One erhält Option für 120-Hz-Bildfrequenz
  2. AMD Freesync Xbox One erhält variable Bildraten
  3. Xbox One Streamer können Gamepad mit Spieler teilen

    •  /