Cablegate: Ministerium will Nutzerdaten von Wikileaks-Mitarbeiter
Das US-Justizministerium hat einen geheimen Gerichtsbeschluss erwirkt, um an Daten von E-Mail-Konten des Wikileaks-Mitarbeiters Jacob Appelbaum bei Google und bei Sonic.net zu kommen. Die Behörden hätten jedoch nicht die Mails selbst gewollt, sondern unter anderem wissen wollen, mit wem Appelbaum in den letzten zwei Jahren kommuniziert habe, berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) (WSJ).
Sonic.net habe gegen den Gerichtsbeschluss Einspruch erhoben, sagte Unternehmenschef Dane Jasper. Dieser sei aber abgelehnt worden. Sowohl Sonic.net als auch Google hätten die Behörden dazu gedrängt, Appelbaum über den Gerichtsbeschluss zu informieren, erfuhr die Zeitung von Quellen, die Detailkenntnisse über den Vorgang haben.
Es ist nicht das erste Mal, dass Appelbaum, der auch für das Anonymisierungsnetzwerk TOR arbeitet, ins Visier der US-Behörden gerät: Im Sommer 2010 war er bei der Einreise in die USA aufgehalten, durchsucht und befragt worden. Appelbaum hatte kurz zuvor Wikileaks-Gründer Julian Assange auf einer Konferenz vertreten.
Anfang dieses Jahres hatte das US-Justizministerium von Twitter die Herausgabe von Daten mehrerer Nutzerkonten verlangt. Das Ministerium wollte personenbezogene Daten wie Adresse und Telefonnummer sowie Nutzungsdaten, etwa wann und von welcher IP-Adresse aus ein Konto genutzt wurde. Darunter war auch Appelbaums Konto. Eine Klage der betreffenden Nutzer wurde zwar zurückgewiesen , laut WSJ hat Twitter die Daten aber bisher nicht übergeben.
Zwischen beiden Gerichtsbeschlüssen nach der Herausgabe von Daten besteht ein Zusammenhang. Offensichtlich suchen die US-Behörden immer noch nach dem Verantwortlichen, der im vergangenen Jahr Wikileaks größere Mengen geheimer US-Dokumente zugespielt hat.
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