Bundestrojaner: Innenministerium streitet Einsatz von Trojanern ab

"Was auch immer der CCC untersucht hat oder zugespielt bekommen haben mag, es handelt sich dabei nicht um einen sogenannten Bundestrojaner" , erklärte ein Sprecher des Ministeriums der ARD(öffnet im neuen Fenster) . Die vom Chaos Computer Club (CCC)(öffnet im neuen Fenster) gehackte Software werde nicht vom Bundeskriminalamt eingesetzt, hieß es. Der CCC hatte den Ermittlungsbehörden schwere Vorwürfe gemacht , da bei dem untersuchten Windows-Trojaner die strengen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts von 2008 missachtet würden.
Die Vorwürfe bleiben seitens des CCC auch nach dem Dementi bestehen. CCC-Mitglied Fefe, mit bürgerlichem Namen Felix von Leitner, erklärte dazu im eigenen Blog(öffnet im neuen Fenster) : "ja, der CCC ist sich sicher, dass das ein Staatstrojaner ist. Aber den Kontext können wir gerade nicht komplett öffentlich machen, um unsere Quellen zu schützen. Macht euch mal keine Sorgen, so leicht kommen die uns nicht davon. Die hoffen jetzt halt, dass wir nun einmal der Reihe nach alle LKAs durchgehen müssen und sich derweil die Sache im Sande verläuft."
Die aus der Analyse des mutmaßlichen Bundestrojaners(öffnet im neuen Fenster) gesammelten Erkenntnisse hat der CCC auf seiner Website veröffentlicht. Die Hacker äußern darin scharfe Kritik unter anderem an einer "inkompetenten Verschlüsselung" und einer Übertragung der bei Onlinedurchsuchungen ausgespähten Daten über einen angemieteten Server in den USA.
Der CCC fordert deshalb: "Die heimliche Infiltration von informationstechnischen Systemen durch staatliche Behörden muss beendet werden. Gleichzeitig fordern wir alle Hacker und Technikinteressierten auf, sich an die weitere Analyse der Binaries zu machen und so der blamablen Spähmaßnahme wenigstens etwas Positives abzugewinnen. Wir nehmen weiterhin gern Exemplare des Staatstrojaners entgegen."