AMD und Nvidia: Grafiktreiber für Rage mit Licht und Schatten

Seit dem 4. Oktober 2011 ist Rage in den USA bereits erhältlich. In den Stunden nach der Veröffentlichung des Spiels erschienen von AMD(öffnet im neuen Fenster) sowie Nvidia(öffnet im neuen Fenster) schon optimierte Grafiktreiber. Bethesda weist(öffnet im neuen Fenster) in seinem Forum auch ausdrücklich darauf hin, nur diese Treiber mit dem id-Shooter zu verwenden.








Golem.de hat sich beide Treiber angesehen - und keiner löst das Problem des Textur-Streamings. Wie bereits berichtet , zeichnet das Spiel insbesondere bei schnellen Bewegungen die Texturen erst einige Augenblicke nach dem Rest der Grafik an die richtige Stelle. Das wirkt störend, lenkt den Blick vom wesentlichen Spielgeschehen ab und dürfte vor allem in Multiplayer-Matches von Nachteil sein. Immerhin schien das Nachzeichnen der Texturen auf unserem AMD-System nun etwas schneller abzulaufen. Deutlich wahrnehmbar blieb es dennoch.
Bei 60 fps wird abgeregelt
Besitzer besonders schneller Systeme mit Nvidia-Grafikkarte dürften sich zudem darüber ärgern, dass Rage ohne Hacks nie schneller als mit 60 Bildern pro Sekunde läuft. An diesem Punkt greift sozusagen ein Drehzahlbegrenzer, was sich auch in unseren Tests zeigte. Auch bei maximalen Filtereinstellungen (16 x AA, 16 x AF) kam Rage bei 1.920 x 1.080 Pixeln noch auf diesen Wert. Beim Abschalten der Filter war es ebenso schnell. Getestet wurde das Spiel dabei mit einer GTX 570, einem Core i7 2600 und 8 GByte DDR3-1.333-Speicher. Als Grafiktreiber diente die von Bethesda empfohlene Betaversion des Geforce 285.38(öffnet im neuen Fenster) für Windows 7 in 64-Bit-Version. Den Treiber gibt es auch für 32-Bit-Systeme(öffnet im neuen Fenster) .
Auf einem anderen Rechner mit Core i7 870, 12 GByte DDR3-1.333-Speicher und einer Radeon HD 6950 lief das Spiel unter Windows 7 mit 64-Bit in denselben Szenen viel langsamer. Mit 1.920 x 1.080 Pixeln und 4 x AA/8 x AF kam Rage mit AMDs Performance-Treiber(öffnet im neuen Fenster) nur auf 38,3 Bilder pro Sekunde. Bei gleichen Einstellungen ist dieser Treiber immerhin noch schneller als mit der letzten voll getesteten Version Catalyst 11.9, bei der nur 23 fps erzielt wurden. Der Treiber funktioniert mit einem 32- und 64-Bit-Windows.
Kantenflimmern auch mit neuem AMD-Treiber
Der neue AMD-Treiber ist dabei nicht mit dem zuvor veröffentlichten Catalyst-Preview 11.10 zu verwechseln, der für Battlefield 3 aufgelegt wurde. Betehesda empfiehlt(öffnet im neuen Fenster) dringend, diesen Treiber nicht zu verwenden. Er enthält nach Darstellung des Publishers veraltete OpenGL-Routinen. Als eines der wenigen High-End-Spiele setzt Rage auf diese Schnittstelle, es ist nicht in erster Linie auf DirectX optimiert.








Wir haben den älteren Preview-Treiber trotzdem ausprobiert und können uns Bethesdas Warnung nur anschließen: An zahlreichen Stellen gibt es Clipping-Fehler, die das Spiel unbenutzbar machen. Je näher man einer Wand oder einem beweglichen Objekt kommt, umso höher ist die Chance, dass die Texturen verschwinden. Auch das dürfte Rage vorerst für Multiplayer-Partien disqualifizieren, weil sich der AMD-Treiber wie ein Wallhack einsetzen lässt. Der Chiphersteller hat den Treiber inzwischen von seinen Webseiten entfernt.
Obwohl die beiden Testsysteme mit unterschiedlichen CPUs bestückt waren, sind diese nicht der Auslöser für die großen Leistungsunterschiede. Die vier physischen Kerne waren ebenso wie ihre Hyperthreading-Ableger nie mit mehr als 50 Prozent belastet. Das Textur-Streaming trat zudem auf Rechnern mit Festplatten wie mit SSD-Konfigurationen auf. Auf dem AMD-System zeigte sich zudem das typische Flimmern an den Kanten, an denen verschiedene Detailebenen einer Mipmap aneinandergrenzen. Das war auf dem Nvidia-Rechner nicht zu beobachten.
Damit scheint es sich auch bei Rage wieder einmal um einen der Titel zu handeln, der möglicherweise mit Hilfe des Chipherstellers stark auf die Architektur und die Treiber von Nvidia optimiert wurde. AMD bleibt nur, hinterherzuentwickeln, was zuletzt aber auch schon bei Crysis 2 ganz gut geklappt hat. Gegenüber dem Catalyst 11.9 zum Rage-Treiber mit 23 zu 38,3 fps ergeben sich immerhin rund 66 Prozent mehr Leistung. Es bleibt nur zu hoffen, dass AMD es schafft, die Treiber noch weiter auszureizen - oder id und Bethesda AMD sogar bei der Entwicklung helfen.



