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"Ende des Preis-Irrsinns": Media Markt will dauerhaft Internetpreise unterbieten

Der Media Markt macht mit seinem Angriff auf Internetanbieter Ernst und will ab morgen Onlinehändler dauerhaft unterbieten. Doch der Discounter schränkt vorsichtshalber auf die "maßgeblichen" Online- und Offline-Wettbewerber ein.
/ Achim Sawall
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Logo auf einem Media Markt in Düsseldorf (Bild: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images)
Logo auf einem Media Markt in Düsseldorf Bild: Patrik Stollarz/AFP/Getty Images

Der Media Markt startet am 1. Oktober 2011 eine Kampagne, die den Einstieg in eine neue Preispolitik bieten soll, mit der Internethändler dauerhaft unterboten werden. Das gab der Elektronikdiscounter bekannt. Weiter hieß es: "Das bedeutet, dass jeder stationäre Media Markt jeden Tag seine Preise mit allen maßgeblichen Online- und Offline-Wettbewerbern vergleicht und sie gegebenenfalls sofort ändert. Jeder Geschäftsführer vor Ort unterschreibt dafür, für jeden Kunden sichtbar am Point of Sale, täglich neu mit seinem Namen: 'Mein Markt – mein Wort'."

Für die Kunden bedeute dies dauerhaft "marktgerechte Preise" ohne Sonderaktionen und ohne zu verhandeln. "Die Einführung der neuen Preisstrategie wird ab 1. Oktober von einer umfangreichen Werbekampagne begleitet, die das 'Ende des Preis-Irrsinns' erklärt" , so das Unternehmen. Karsten Kühn, Marketinggeschäftsführer für Media Markt: "Die Neuausrichtung startet in Deutschland, wird aber international stattfinden."

Im Juni 2011 bekam der Discounter mit der Kampagne "Media Markt vs. Internet" deutliche Probleme . Auch hier sollte bewiesen werden, dass die Kette Flachbildschirmfernseher billiger anbieten kann als die Konkurrenz im Internet. Ein Blogger fand im Internet bei My-solution.de ein weitaus günstigeres Angebot, wurde im Media Markt jedoch abgewiesen. Daher schränkt das Unternehmen diesmal auf "maßgebliche Online- und Offline-Wettbewerber" ein.

Europas größter Elektronikdiscounter hatte zuletzt ein Minus erwirtschaftet . Der Verlust vor Zinsen und Steuern wird nach Unternehmensangaben im zweiten Quartal 2011 bei 44 Millionen Euro liegen. Daraufhin wurden bei Media Markt und Saturn 3.000 Arbeitsplätze abgebaut. Der Chef von Media-Markt-Saturn, Horst Norberg, kündigte danach an, das Unternehmen wieder an die Wurzeln seines Erfolges als Billiganbieter zurückführen.

Nachtrag vom 1. Oktober, 11:51 Uhr

Norberg sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: "Wir machen Schluss mit dem Preisirrsinn. Schluss mit den Preisschlachten, mit den Schleuderpreisen, den Geizhalsangeboten. Das wollen die Menschen nicht mehr. Wir stoppen die überzogenen Preisaktionen." Stattdessen gebe es nun "dauerhaft Tiefpreise." Eine Geld-zurück-Garantie für Kunden, die trotzdem anderswo Ware zum tieferen Preis entdecken, gebe es nicht, erläuterte er. "Das dritte Quartal hat unsere Erwartungen gut erfüllt, erfreulich entwickelt sich das Ergebnis." Er sei "sehr zuversichtlich" , die geplanten 575 Millionen Euro Gewinn im Gesamtjahr zu erreichen. "In Kürze" starte der Saturn-Online-Shop.


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