Zerschlagung: HP fürchtet sich vor Übernahme durch Oracle

Der Aufsichtsrat von Hewlett-Packard hat den schnellen Führungswechsel von Léo Apotheker zu Meg Whitman vollzogen, weil eine Übernahme von Oracle befürchtet wurde. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf zwei Personen, die dem Aufsichtsrat nahestehen. Der fallende Aktienkurs von Hewlett-Packard hätte eine feindliche Übernahme durch Oracle wahrscheinlich gemacht. Whitman folgte am 22. September 2011 auf Apotheker, unter dessen Führung die Unternehmensaktie um 47 Prozent fiel und die Umsatzerwartung dreimal reduziert wurde.
Oracle erwäge intern eine Übernahme von Hewlett-Packard, so Bloomberg. Unternehmensnahe Kreisen hielten aber ein offizielles Angebot von Oracle in nächster Zeit für eher unwahrscheinlich. Hewlett-Packard hat die Investmentbank Goldman Sachs engagiert, um Aktivitäten von Investoren für einen Verkauf des Konzerns abzuwehren.
Oracle sei aber weder an dem PC- und Druckergeschäft und an den IT-Services von HP interessiert noch an HP-Servern mit Windows' Betriebssystem. Oracle würde aber Hewlett-Packards Geschäft mit Servern, Speicher und Netzwerkausrüstung kaufen, wenn der Konzernbereich einzeln erworben werden könnte. Oracle verfügt über Geldreserven in Höhe von 31,7 Milliarden US-Dollar. Der Börsenwert Oracles liegt bei 46,1 Milliarden US-Dollar.
Oracle hatte bei Vorlage seines letzten Quartalsberichts offengelegt, dass es ein Kaufangebot von Autonomy wegen des zu hohen Preises abgelehnt hatte. Hewlett-Packard will den Softwarekonzern für 10,3 Milliarden US-Dollar übernehmen. Autonomy-Chef Mike Lynch hat dies bestritten. Oracle erklärte(öffnet im neuen Fenster) dazu: "Entweder hat Herr Lynch ein sehr schlechtes Gedächtnis oder er lügt. Der Verkaufsbesuch von Lynch lässt sich leicht nachweisen. Wir haben noch seine Powerpoint-Folien."