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Klaus Wölfling
Klaus Wölfling (Bild: Universtät Würzburg)

Komplettabstinenz von sechs bis acht Wochen

Zeit Online: Ein Leben ganz ohne Internet ist heutzutage aber extrem schwierig.

Wölfling: Klar ist, dass man keine komplette Abstinenz zum Internet aufrechterhalten muss. Das wäre auch nicht zeitgemäß. Der Patient muss bestimmten Seiten und Applikationen fernbleiben. Manche kommen zu uns und sagen "Bring uns wieder kontrollierten Umgang mit sozialen Netzwerken bei". Das können wir eben nicht. Wir können mit der Therapie vielleicht erreichen, dass sie nach einer gewissen Komplettabstinenz von sechs bis acht Wochen wieder ihre Geschäfte per Onlinebanking durchführen können. Aber wir kriegen es nicht hin, dass jemand wieder Facebook so nutzen kann, dass es nicht zur Sucht wird.

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Zeit Online: Wie hoch ist die Erfolgsquote?

Wölfling: Wir haben Daten von 60 bis 70 behandelten Patienten. Am Ende der Therapie sind wir mit etwa 75 Prozent von ihnen ganz erfolgreich. Der Rest bricht ab oder wird in einem Maße rückfällig, dass er von der Therapie ausgeschlossen werden muss. Nach einem Jahr stellte sich aber heraus, dass nur 50 Prozent den Erfolg aufrechterhalten können. Das sind schon eher ernüchternde Zahlen.

Zeit Online: Das wäre aber vergleichbar zum Beispiel mit Alkoholikern.

Wölfling: Ja, das ist vergleichbar. Bei der Spielsucht ist die Quote sogar noch schlechter. Da liegen wir bei 38 bis 42 Prozent, bei Alkoholsüchtigen zwischen 48 und 50 Prozent. Aber wir vergleichen auch Äpfel mit Birnen: Wir behandeln in Mainz nur einen ganz geringen Teil der Patienten stationär, die meisten hingegen nur ambulant. Bei ambulanten Patienten ist das Störungsbild aber nicht so stark ausgeprägt wie bei jemandem, den ich wegen seiner Internetsucht in eine suchtspezifische Fachklinik überweisen würde. Das verzerrt den Vergleich der Erfolgsquoten.

Zeit Online: Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, hat angekündigt, Internet- und Computerspielsucht zu einem ihrer Schwerpunkte zu machen. Sie möchte mit Experten darüber beraten, ob und wie Suchtgefährdung in die Altersbewertung von Computerspielen aufgenommen werden kann. Was halten Sie davon?

Wölfling: Der Neocortex, also das, was Sie sozusagen frontal hinter der Stirn haben, ist für die Hemmung von Impulsen sehr wichtig. Und der ist erst zwischen dem 18. und 22. Lebensjahr komplett ausgereift. Bei 14-Jährigen funktionieren die hemmenden Mechanismen noch nicht so gut wie bei Erwachsenen, weshalb sie viel gefährdeter sind, in ein exzessives Verhalten hinreinzurutschen. Der Vorschlag von Frau Dyckmans ist aus neurobiologischer Sicht also mit Bedacht zu diskutieren. [Der Artikel erschien zuerst bei Zeit Online]

 Internetsucht: "Die Erfolgsquote ist eher ernüchternd"

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Blair 01. Okt 2011

Die durchschnittlich vor dem Fernseher verbrachte Zeit liegt sogar weit höher als die...

CyrionX 29. Sep 2011

Über 80% nutzen das Internet, da sind 500.000 nicht viel. Ich behaupte sogar allein durch...

scrumm3r 29. Sep 2011

Dann sollen sie es aber bitte auch Mediensucht nennen. In dieser Kampagne wird aber...

GodsBoss 29. Sep 2011

Also, wenn jemand ein Problem mit beispielsweise Alkohol hat, was bringt denn das...

Komischer_Phreak 29. Sep 2011

Doch. Ein Bekannter von mir hat sich jeden Abend ein Bier reingezogen. Dann hat man ihm...


Feel Better-Blog / 29. Sep 2011



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