Test Fifa 12: Harter Körpereinsatz durch den Titelverteidiger
Fußballspiele: Testübersicht
Montag, 26. September 2011: Test Konamis PES 2012
Dienstag, 27. September 2011: Test EA Sports' Fifa 2012
Mittwoch, 28. September 2011: Vergleich mit Video
Mottos wie "Teamleistung statt Einzelspieler", Stichworte wie "Systemfußball" und "Konzepttrainer" dominierten die Fußballdiskussionen in den vergangenen Jahren – und machen auch vor der virtuellen Welt nicht halt. Allerdings mit unterschiedlichen Auswirkungen: Während Konami bei Pro Evolution Soccer 2012 auf ein dynamischeres Passspiel und einstudierte Offensivaktionen setzt, zwingt EA Sports(öffnet im neuen Fenster) den Spieler bei Fifa, sein Defensivspiel neu zu überdenken. Die neue Taktik verlangt auch Profis zunächst einiges an Einarbeitungszeit ab.

Während in der Vergangenheit mit beständigen Tacklings gearbeitet wurde, ist es nun notwendig, den Raum zu decken, Passwege des Gegners zu verengen, Räume klein zu machen – und erst im richtigen Moment zum Angriff auf den Ball anzusetzen. Letzteres läuft dank der groß angekündigten Player Impact Engine ebenfalls anders ab als in der Vergangenheit. Je nach Timing und Position sind die Ergebnisse, wenn zwei Spieler aneinandergeraten, komplett unterschiedlich. Vom sauberen Ballabspitzeln über kurzes Straucheln, von Rempeleien bis zu heftigen Fouls inklusive mehrfachen sowie nicht unbedingt realistischen Überschlags und langen Verletzungen des Gefoulten ist alles möglich – was viel Unberechenbarkeit und manchmal Übertreibungen, aber auch zusätzliche Spannung ins Spiel bringt.
Die Probleme aus der Demo, in der die neue Technik für wahnwitzige Situationen sorgte, scheinen die Entwickler in den Griff bekommen zu haben. Während unseres Tests gab es kaum derart überzogene Momente. Bei Youtube finden sich noch unzählige Videos, in denen Spieler Matrix-artig durch die Luft fliegen, sich in akrobatischen Tanzeinlagen verhaken oder nach einem Torerfolg einfach umfallen.
Da der Gegner ebenfalls mit taktisch klugem Positionsspiel agiert, sind auch die eigenen Angriffe eine größere Herausforderung. Intelligente Dribblings und tödliche Pässe sind harte Arbeit, Fernschüsse hingegen nur selten von Erfolg gekrönt. Im Ergebnis sind Torerfolge seltener – ein Lucien Favre hätte an den so häufiger zustande kommenden 1:0-Partien seine helle Freude.
Modi- und Lizenzmassen
In anderen Bereichen glänzt auch Fifa 12 wieder mit der altbekannten Vielfalt. Angefangen bei der Option, sein Team nicht nur als selbsterstellter Spieler zu Titeln und Erfolgen, sondern auch als Manager oder wahlweise in Personalunion kickend und finanziell lenkend zum Erfolg zu führen; Transfers, Scouts und Gehaltsverhandlungen inklusive.
Über die zahlreichen Modi bis hin zum riesigen Lizenzumfang bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Zwar fehlt die in PES 2012 integrierte Champions League, dafür sind praktisch alle relevanten Clubteams inklusive deutscher Bundesligen und englischer Premier League mit ihren Originalspielern enthalten. Jeder der Athleten verfügt wieder über Persönlichkeitswerte, die ihn in bestimmten Spielsituationen besonders gut oder auch ungeeignet agieren lassen – je nach Stärken und Schwächen.
Ähnlich wie bei Konami hat sich EA die Spielergesichter vorgenommen und sie noch etwas realistischer gestaltet, ähnlich wie bei Konami wurde das Publikum mal wieder kaum überarbeitet – auf den Rängen ist noch viel Platz für Verbesserungen. Dafür gefällt das sonstige Drumherum: Stadien, Einmärsche, Fangesänge, aber auch der diesmal umfangreichere Kommentator von Breuckmann und Buschmann können größtenteils überzeugen.
Ausgebaut wurden auch die Onlineoptionen: Teams und Spieler erstellen, Freundeslisten pflegen, Turniere erstellen und sich in Ranglisten messen lassen – es gibt genug zu tun. Um die Motivation auch längerfristig aufrechtzuerhalten, hat EA Sports versprochen, regelmäßig neue Inhalte wie bestimmte Herausforderungen und Spielsituationen bereitzustellen.
Fifa 12 ist ab dem 29. September 2011 für Windows-PC, Xbox 360 und Playstation 3 erhältlich und kostet etwa 40 Euro (PC) beziehungsweise 55 Euro (Konsolen). Wer die PC-Fassung spielen möchte, muss erst einen rund 3 GByte großen Patch auf seinen Rechner laden. Als Kopierschutz ist eine Registrierung des Titels bei Origin nötig. Die USK hat eine Freigabe ohne Altersbeschränkungen erteilt.
Fazit
Neue Defensivmöglichkeiten, dynamischere Auswirkungen von Körperkontakt und Fouls: Was auf den ersten Blick wie Detailveränderungen klingt, hat von den ersten Partien an spürbare Auswirkungen auf das Spielgeschehen und verlangt auch von Fifa-Veteranen etwas Einarbeitungszeit. Siege müssen noch härter erarbeitet werden, und trotz einiger Übertreibungen dank Player Impact Engine bewegt sich Fifa 12 noch ein Stück weiter in Richtung Realismus. Äußerlich glänzt das Spiel auch diesmal wieder mit Modivielfalt, perfekter Inszenierung und tollem Lizenzpaket. Allerdings sind die Veränderungen in den letztgenannten Punkten überschaubar, so dass Fifa 12 im direkten Vergleich mit Pro Evolution Soccer 2012 einen kleineren Evolutionsschritt macht.
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