Prozessoren: AMDs FX zum Start mit drei Modellen unter 250 Euro

Bei Donanimhaber sind(öffnet im neuen Fenster) 23 Folien aus einer Präsentation aufgetaucht, wie sie für den Marktstart von AMD-Produkten üblich sind. Ob es sich dabei um die endgültige Fassung des Vortrages handelt, ist nicht gewiss - solche Unterlagen ändern sich bei Chipherstellern oft in letzter Minute.
Mit früheren Veröffentlichungen aus anderen Quellen decken sich aber insbesondere die Modellnummern und die Preise der Prozessoren, die für Mitte Oktober 2011 erwartet werden. So sollen zum Termin der offiziellen Vorstellung der FX-CPUs nur drei Modelle auf den Markt kommen. Das schnellste ist der FX-8150 mit 3,6 GHz Basistakt für 245 US-Dollar. Er soll im Turbomodus bis zu 4,2 GHz erreichen.
Nur einen weiteren Achtkerner soll es dann geben, den FX-8120 mit 3,1 bis 3,4 GHz für 205 US-Dollar. Der dritte der auch unter dem Codenamen Zambezi geführten CPUs ist der FX-6100 mit sechs Kernen und 3,3 bis 3,6 GHz für 175 US-Dollar. Preislich sind AMDs neue Spitzenmodelle nach den unbestätigten Angaben also unterhalb der Serie Core i7-2000 für Desktops angesiedelt.
Core i7-2600K als Hauptkonkurrent
Bei ähnlicher Funktionalität fürs Übertakten wie beim Core i7-2600K mit offenem Multiplikator ist der FX-8150 für 245 US-Dollar sogar deutlich billiger als der Intel-Prozessor, der aktuell 317 US-Dollar kostet. Die deutschen Preise für CPUs liegen durch Nachlässe bei Großhändlern - die offiziellen Preise beziehen sich stets auf Mengen ab 1.000 Stück - und den Umrechnungskurs meist etwas unter den Dollarpreisen. Das gilt auch, wenn die örtlich verschiedenen US-Steuern einbezogen werden.
Teilweise schneller als Core i7-980X?
Unbestätigten Angaben zufolge plant Intel aber Ende Oktober auch den Marktstart der neuen CPU Core i7-2700K, die mit 3,5 GHz Basistakt nur 100 MHz schneller als der 2600K sein soll. Er wird nach bisherigem Stand noch teurer als der 2600K sein - Intel verschafft sich damit aber auch mehr Spielraum für Preissenkungen, falls die FX-CPUs des Konkurrenten unerwartet schnell werden sollten. Intel könnte ebenfalls reagieren, wenn AMD die insgesamt sieben genannten FX-Prozessoren bis zum FX-4100 mit vier Kernen besonders günstig anbietet. Wann die Serie vollständig auf den Markt kommen soll, geht aus den Folien nicht hervor.
Mit Intels Serie Core i7-900 will sich AMD offenbar bei den Preisen nicht anlegen, auch wenn die Präsentation an einigen Stellen die Zambezis mit Intels Schnellsten in Benchmarks vergleicht. Diese Diagramme sind jedoch kaum aussagekräftig, weil die bei AMD üblichen - und in Fußnoten auch erwähnten - Listen zur Systemkonfiguration bei Donanimhaber fehlen.
Keine Angabe zur Grafikkarte
Bei Spielen wie Civilization 5 oder F1 2010 soll das System mit FX-8150 genauso schnell wie eines mit dem Core i7-980X sein. Welche Grafikkarte dafür eingesetzt wurde und ob diese den begrenzenden Faktor darstellte, geht aber aus den veröffentlichten Folien nicht hervor. Im Großteil der Präsentation vergleicht AMD den 8150 mit dem Core i7-2600K, der anders als der Core i7-980X nur über vier statt sechs Kerne verfügt.
Anhand der Cores lassen sich die grundverschiedenen Architekturen von AMD- und Intel-CPUs ohnehin nicht vergleichen: Die FX-CPUs verfügen zwar über acht Integer-Einheiten ; je zwei davon, auch "Modul" genannt, müssen sich aber eine SSE-Einheit teilen. Bei Intels Kernen gibt es für jede Integer-Einheit auch ein SSE-Rechenwerk. Dafür sind bei den AMD-Prozessoren die Taktfrequenzen höher. Eine endgültige Bewertung der Rechenleistung ist somit erst mit unabhängigen Benchmarks unter Praxisbedingungen möglich.



