Abo
  • Services:

Kernel.org

Zugang künftig nur über Gitolite

Die Administratoren von Kernel.org haben Konsequenzen aus dem jüngsten Einbruch in die Server gezogen, auf denen der Sourcecode des Linux-Kernels liegt. Künftig sind Shell-Zugänge über SSH nicht mehr erlaubt. Stattdessen müssen die Entwickler des Linux-Kernels Gitolite verwenden.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Webseite Kernel.org soll bald wieder erreichbar sein.
Die Webseite Kernel.org soll bald wieder erreichbar sein. (Bild: Kernel.org)

Die Administratoren der Kernel.org-Server, auf denen der Quellcode des Linux-Kernels bereitgestellt wurde, melden sich nach mehrwöchigem Schweigen: Die Server sollen Anfang Oktober 2011 wieder erreichbar sein. Sie wurden nach einem Einbruch vor fast einem Monat abgeschaltet. Das Team will diese Woche die ersten Sourcecode-Zweige wiederherstellen. Anfang Oktober 2011 soll der Zugang wieder vollständig hergestellt sein.

Stellenmarkt
  1. Württembergische Versicherung AG, Stuttgart
  2. Robert Bosch GmbH, Waiblingen

Indirekt bestätigen die Administratoren damit, dass sich der Angreifer über einen entwendeten SSH-Schlüssel Zugang zu den Servern verschafft hat. Denn künftig werden direkte Shell-Zugänge über SSH gesperrt. Kernel-Hacker erhalten stattdessen einen Zugang über die Git-Erweiterung Gitolite, um ihren Code in den Entwicklungszweigen einzureichen. Gitolite verwaltet Zugänge zum Versionierungssystem Git, mit dem der Sourcecode des Linux-Kernels verwaltet wird.

Neue Schlüssel für Entwickler

Die Betreuer der Kernel.org-Server um Peter Anvin haben begonnen, neue SSH-Schlüssel an die mehr als 450 aktiven Entwickler zu versenden. Diese werden für den Zugang über Gitolite benötigt. Anvin warnt in seiner Mail an die Kernel-Mailingliste jedoch, dass die serverseitigen Skripting-Funktionen von Gitolite begrenzt sind. Entwickler, die bislang Git-Hooks zum Einpflegen von Quellcode verwendet haben, müssen nun prüfen, ob diese auch mit Gitolite funktionieren.

Der Einbruch geschah Ende August 2011. Damals waren Unbekannte über einen kompromittierten Nutzeraccount in den Zentralrechner "Hera" eingedrungen und hatten Root-Rechte erlangt. Die Angreifer hatten Dateien für den SSH-Zugriff verändert, Nutzerbewegungen aufgezeichnet und die Skripte zum Starten der Rechner geändert. Die Angreifer konnten sich mit den auf Kernel.org erbeuteten SSH-Schlüsseln auch Zugang zu den Servern der Linux-Foundation verschaffen, die ebenfalls vom Netz genommen wurden.

Zunächst war Kernel.org noch erreichbar, bis die Administratoren die Server kurz darauf vollständig vom Netz nahmen. Zwischenzeitlich hatte Linus Torvalds eine Vorabversion des kommenden Linux-Kernels 3.1 auf seinem eigenen Git-Server gehostet. Torvalds hatte vergangenen Freitag den Erscheinungstermin von Linux 3.1 auf mindestens Mitte Oktober 2011 verschoben, auch, um den Administratoren Zeit zu geben, die Server wieder betriebsbereit zu machen.

Linux-Code war nicht betroffen

Zwar wird über Kernel.org unter anderem der Quellcode des Linux-Kernels vertrieben, dennoch ist es unwahrscheinlich, dass Code verändert wurde, denn jeder Kernelentwickler hat eine Kopie des Quellcodes auf seinem lokalen Rechner.

Dazu kommt, dass Git-Dateien über einen SHA-1-Hashwert überprüft werden und zusätzlich der gesamte Quellcode eines Entwicklungszweigs gehasht wird. Da mehrere tausend Entwickler häufig mehrmals täglich ihre Quellen überprüfen und mit dem Kernel.org-Repository vergleichen, würde veränderter Code sofort auffallen. Da ist sich auch Kernel-Hacker Jonathan Corbet sicher: "Wenn wir sagen, der Quellcode auf Kernel.org wurde nicht kompromittiert, wissen wir es auch wirklich."

Darüber, wie die Angreifer sich Zugang zu dem Server verschafft haben, gibt es noch keine konkreten Informationen. Bislang wird vermutet, dass der Angreifer über einen kompromittierten Benutzerzugang auf den Server eingebrochen ist und sich über Sicherheitslücken Root-Rechte verschafft hat.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 23,99€
  2. (-58%) 23,99€
  3. 12,99€

maple2 26. Sep 2011

Es könnte aber auch sein, dass sie das unabhängig vom Einbruch für wichtig gehalten...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Moto G6 - Test

Bei einem Smartphone für 250 Euro müssen sich Käufer oft auf Kompromisse einstellen. Beim Moto G6 halten sie sich aber in Grenzen.

Lenovo Moto G6 - Test Video aufrufen
Hasskommentare: Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?
Hasskommentare
"Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?"

Hannes Ley hat vor rund anderthalb Jahren die Online-Initiative #ichbinhier gegründet. Die Facebook-Gruppe schreibt Erwiderungen auf Hasskommentare und hat mittlerweile knapp 40.000 Mitglieder. Im Interview mit Golem.de erklärt Ley, wie er die Idee aus dem Netz in die echte Welt bringen will.
Ein Interview von Jennifer Fraczek

  1. Nutzungsrechte Einbetten von Fotos muss nicht verhindert werden
  2. Bundesnetzagentur UKW-Abschaltung abgewendet
  3. Drupalgeddon 2 115.000 Webseiten mit Drupallücken übernommen

Indiegames-Rundschau: Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm
Indiegames-Rundschau
Schiffbruch, Anime und viel Brummbrumm

Gas geben, den weißen Hai besiegen und endlich die eine verlorene Socke wiederfinden: Die sommerlichen Indiegames bieten für jeden etwas - besonders fürs Spielen zu zweit.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Schwerelose Action statt höllischer Qualen
  2. Indiegames-Rundschau Kampfkrieger und Abenteuer in 1001 Nacht
  3. Indiegames-Rundschau Mutige Mäuse und tapfere Trabbis

Raumfahrt: Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa
Raumfahrt
Boeing und SpaceX kämpfen mit dem Regulierungschaos der Nasa

Die neuen Raumschiffe von Boeing und SpaceX verspäten sich und werden wohl erst 2020 mit Crew fliegen. Die Aufsichtsbehörde der US-Regierung sieht einen Teil der Schuld beim Chaos im Nasa-Management.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa-Teleskop Überambitioniert, überteuert und in dieser Form überflüssig
  2. Nasa Forscher entdecken Asteroiden, bevor er die Erde erreicht
  3. Nasa 2020 soll ein Helikopter zum Mars fliegen

    •  /