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Erstes Interview: Neue HP-Chefin will PC-Sparte weiterhin loswerden

Meg Whitman wird den Kurs von Léo Apotheker bei HP fortsetzen. Auftragshersteller in Taiwan erwarten dagegen, dass die Ausgründung der PC-Sparte rückgängig gemacht wird.
/ Achim Sawall
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Bild: Denis Balibouse/Reuters

Die neue Chefin von Hewlett-Packard, Meg Whitman, will an den strategischen Kursänderungen ihres Vorgängers festhalten. Léo Apotheker hatte am 18. August 2011 angekündigt, die PC-Sparte auszugründen oder zu verkaufen und den Softwarekonzern Autonomy für 10,3 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. "Damit signalisieren wir keine Änderung der Strategie" , sagte Whitman der Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) zu ihrer Ernennung. "Wir stehen hinter den Maßnahmen, die am 18. August 2011 beschlossen wurden. Wir stehen zu unseren Verpflichtungen gegenüber Autonomy."

Apotheker war gestern nach nur elf Monaten als Vorstandschef abgetreten , nachdem er die Umsatzerwartungen dreimal nach unten korrigieren musste und die Unternehmensaktie um 47 Prozent eingebrochen war. Aufsichtsratschef Ray Lane wurde zum Executive Chairman ernannt.

Zur Perspektive des PC-Geschäfts erklärte Whitman: "Wir werden so schnell wir können eine Entscheidung treffen. Wir verstehen, dass Unsicherheit der Wirtschaft den Kunden und den Aktionären nicht helfen."

Experten zweifeln an der Eignung Whitmans, Hewlett-Packard zu führen. Sie verfügt kaum über Erfahrungen im Geschäftskundenbereich und schaffte es in ihren letzten Jahren bei eBay nicht, die Wachstumsschwäche beim Umsatz zu überwinden. Im Bieterwettstreit mit Google und Yahoo um Skype zahlte sie einen zu hohen Preis. EBay nahm später hohe Abschreibungen auf das VoIP-Unternehmen vor.

Notebookhersteller aus Taiwan erwarten dagegen, dass Hewlett-Packard die Ausgründung der PC-Sparte zurücknimmt. Wie die IT-Branchenzeitung Digitimes(öffnet im neuen Fenster) berichtet, haben Händler bereits begonnen, bei anderen Notebookherstellern wie Acer, Asus, Dell und Lenovo zu bestellen. Besonders Acer soll davon profitiert haben.

Auch die Auftragshersteller Quanta Computer, Inventec, Wistron und Foxconn Electronics erwarten eine Kursänderung des US-Konzerns, um wieder Vertrauen im Markt herzustellen.


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