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Anonymous: Der Tag der Vergeltung

Das Aktivistenkollektiv Anonymous ruft zum Protest gegen das harte Vorgehen der New Yorker Polizei gegen Demonstranten auf. Für den 24. September kündigt es den Tag der Vergeltung an.
/ Christian Klaß
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Occupy Wall Street - Demonstranten in New York City am 19. September 2011 (Bild: Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images)
Occupy Wall Street - Demonstranten in New York City am 19. September 2011 Bild: Emmanuel Dunand/AFP/Getty Images

Für den 24. September 2011 kündigt Anonymous friedliche Demonstrationen an, die in Dutzenden US-Städten um 12 Uhr mittags stattfinden sollen. Gemeinsam mit "freiheitsliebenden US-Bürgern" und Aktivisten aus aller Welt soll den Misshandlungen von Demonstranten durch das NYC Police Department Widerstand geleistet werden.

Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Für Anonymous ist der morgige Tag auch der "Tag der Vergeltung" – und der soll die Proteste laut einer Anonymous-Mitteilung(öffnet im neuen Fenster) durch Cyberattacken auf "verschiedene Wall-Street-Ziele, korrupte Bankinstitutionen – und das NYC Police Department" begleiten. Getreu dem bekannten Motto "Wir sind Anonymous – wir sind überall – wir sind legion – wir vergessen niemals – wir vergeben niemals" .

In den USA demonstrieren Bürger gegen das ungerechte Wirtschaftssystem – nicht viele und lange ignoriert durch die US-Medien, bis ein handgreiflicher Polizeieinsatz gegen friedliche Demonstranten im Sitzstreik in New York auch Journalisten und Zuschauer traf. Festnahmen erfolgten teils mit absurd anmutenden Begründungen – so soll eine Demonstrantin gegen das Vermummungsverbot verstoßen haben, obwohl sie ihre Maske die ganze Zeit auf dem Hinterkopf trug.

Die am Dienstag aufgenommenen Belegvideos von Aktivisten(öffnet im neuen Fenster) und Passanten von der Demo " Occupy Wall Street(öffnet im neuen Fenster) " erregen seitdem Aufsehen im Netz. Zu sehen ist etwa, wie Menschen aus der sitzenden Menge gerissen, gewaltsam gefesselt und aus dem Weg geschleift werden. Damit wurde auch die internationale Presse aufmerksam auf den Protest gegen die Finanzkrise, bei dem seit vergangenem Samstag Hunderte in der Wall Street kampieren.

Die Geschehnisse rufen das Cyberaktivistenkollektiv Anonymous auch deshalb auf den Plan, weil seine Mitglieder selbst auch via Videobotschaft(öffnet im neuen Fenster) zur Teilnahme an Occupy Wall Street aufgerufen hatten. Entsprechend scharf ist Anonymous' Kritik an dem Polizeivorgehen: Die Aufgabe der Polizei sei es, die Demonstranten zu schützen – und nicht, sie zu drangsalieren. So etwas dürfte gerade in den USA eigentlich nicht vorkommen.

Über den Twitterfeed @PLF2012(öffnet im neuen Fenster) ("Transnational Global Cyber Insurgency") wollen Anonymous und andere Cyberaktivisten den ganzen Samstag über ihre Aktion informieren.


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