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Behindert ist, wer Hilfe braucht

Genaugenommen, sagt Krauthausen, sind wir alle behindert - irgendwann. In einem Vortrag vor einem Jahr in Berlin zitierte er den österreichischen Professor Volker Schönwiese, der sagte: "Behindert ist, wer Hilfe braucht." Krauthausen führte den Gedanken weiter: "Wir brauchen immer Hilfe. Entweder als Kind, oder als Greis. Und dazwischen gibt es eine Zeit, in der die meisten von uns nicht behindert sind. Es gibt also gar nicht diese Dichotomie zwischen behindert und nichtbehindert, sondern nur zwischen behindert und zeitweise nicht behindert."

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Das Problem gehe also alle an. Genau wie die Tatsache, dass Behinderte von großen Teilen des Alltags ausgeschlossen sind. Eben weil sie die zwei Stufen vor einem Laden nicht überwinden können, weil sie nicht an den Briefkasten herankommen, oder weil sie in speziellen Einrichtungen leben müssen, da sie keine Wohnung finden, die ihren Bedürfnissen entspricht.

Krauthausen will das ändern. Der studierte Kommunikationswirt hat unter anderem als Programm-Manager beim Fernsehsender RBB gearbeitet. Heute ist er Vollzeit-Vorsitzender des Vereins Sozialhelden, dessen Projekt die Wheelmap ist. "Wir wollen Menschen mit Behinderung mehr im Alltag sehen", sagt er. Die Zeit sei reif, um diese Menschen stärker zu integrieren: "Die Gesellschaft ist weiter als es die politischen Strukturen im Land sind."

Unterstützung von Google - dank Eric Schmidt

Und dazu macht er nun eben auch Werbung. Der Fernsehspot soll das Wachstum der Seite noch einmal erheblich beschleunigen und damit auch die Zahl der Meldungen. Je mehr mitmachen, desto nützlicher wird die Wheelmap.

 
Video: TEDxBerlin - Raul Krauthausen- Wheelmap.org

Bezahlt hat den Werbespot Google, obwohl die Karte nicht auf Google Maps basiert. Der Konzern bewirbt damit aber seinen Browser Chrome, in dem die Wheelmap natürlich auch funktioniert. Dass es überhaupt zu der Zusammenarbeit kam, liegt an Eric Schmidt. Der damalige Google-Chef hielt im Januar eine Rede auf der Konferenz Digital - Life - Design in München. Ein Vortrag von Krauthausen über sein Karten-Projekt war zur gleichen Uhrzeit angesetzt. "Der Raum war leer", erzählt Krauthausen. "Nur ein paar Leute von Google haben mir zugehört."

Die waren begeistert von der Wheelmap - und von der Persönlichkeit des Redners. Im TV-Werbespot sollte Krauthausen ursprünglich als "Rampensau" vorgestellt werden. Ein nettes Wortspiel, aber es entspricht nicht seiner Persönlichkeit. Krauthausen ist froh, dass es letztlich ein anderer Begriff wurde: Wegbereiter. [Der Artikel erschien zuerst bei Zeit Online]

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 Wheelmap: Wir sind alle behindert - irgendwann
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samy 24. Sep 2011

Es gibt wohl beides. Obwohl mir die Bezeichnung "Fahrstuhl" für Rollstuhl neu ist...

Maxiklin 23. Sep 2011

Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut :) Einen Bahnhof entsprechend umzubauen ist das...


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