Diablo 3 angespielt: Auf Betasuche nach Deckard Cain
"Only the dead wreak like this, the fallen star is near" : Das sind die ersten Worte, die in Diablo 3 zu hören sind – gesprochen mit der jeweils passenden Stimme der fünf Charakterklassen. Schon nach wenigen Augenblicken in der düsteren Welt Sanctuary bekommt es der Spieler mit langsam wankenden Zombies zu tun. Die stellen natürlich keine ernsthafte Gefahr für die Barbarin Golemine dar, mit der wir uns rund eine Stunde durch die Kampagne der Betaversion kämpften.

Erst seit wenigen Stunden läuft die geschlossene Betaphase von Diablo 3, derzeit nur für einen vergleichsweise kleinen Personenkreis, den die Entwickler aber erweitern wollen. Wer mitspielen darf, erhält eine Benachrichtigungsmail von Blizzard und findet gleichzeitig in seinem Battle.net-Account einen Menüpunkt "Diablo 3 Beta" , über den der Client installiert werden kann. Die Eingabe eines Codes ist nicht vorgesehen.
Vor dem Start darf der Spieler in der Kampagne wählen: Er kann allein spielen und muss beispielsweise einen Koop-Kompagnon aktiv einladen. Wahlweise ist sie "Open to friends" , dann können den Spieler im Battle.net als Freunde markierte Mitstreiter besuchen oder er wählt die Option "Public Game" – dann kann jeder andere Held jederzeit in die Partie einsteigen.
Sobald sich Golemine den Toren von New Tristram nähert, ist lauter Schlachtenlärm zu hören: Eine Handvoll Untote greift die Stadt an, aber die Wachen verteidigen sie erfolgreich. Also können wir mit einem gewissen Captain Rumford reden, der uns um weitere Hilfe bittet – und tatsächlich werden wir umgehend von weiteren Zombies attackiert. Auch die sind für unsere Barbarin kein Problem, zumal es keinerlei Schwierigkeiten mit dem Kampfsystem gibt. Wie in früheren Diablo-Spielen reichen ein paar Mausklicks, um der dunklen Brut endgültig den Garaus zu machen. Neben den üblichen Angriffen beherrschen wir außerdem als erste Spezialfähigkeit einen Kampfschrei, der für 15 Sekunden unsere Verteidigungswerte erhöht.
Wir sprechen anschließend mit einer gewissen Leah, die sich als Enkelin von Deckard Cain herausstellt, und um Hilfe bei der Suche nach ihrem Verwandten bittet. Die Herausforderung nehmen wir an und ziehen nach Norden, entlang der Old Tristram Road. Zwischendurch kämpfen wir gegen weitere Gegner, erleben den ersten Levelaufstieg und gelangen irgendwann zum Haus von Cain – das allerdings leer ist. Weiter geht es bis zu den alten Ruinen, bei denen ein erster Oberboss wartet, der allerdings extrem einfach zu besiegen ist.
Abgenabelt vom Battle.net
Zwischendurch probieren wir etwas aus: Wir ziehen das Netzwerkkabel von unserem PC und trennen so die Verbindung zum Battle.net. Die ersten Sekunden passiert nichts. Aber dann sehen wir beim Laufen statt neuer Umgebungsgrafik eine harte Kante, anschließend folgt eine kurze Fehlermeldung und schon finden wir uns im Hauptmenü wieder. Diablo 3 benötigt also tatsächlich, wie von Blizzard angekündigt, eine permanente Verbindung zum Battle.net, die offenbar nur für kurze Momente unterbrochen sein darf.
Von Cains Haus teleportieren wir uns über ein Stadtportal zurück nach New Tristram und erstatten Leah Bericht. Dann wird klar: Wir müssen in die alte Kathedrale. Das Gemäuer ist der erste große Innenlevel, den wir besuchen. Dort treffen wir erstmals auf größere Feindansammlungen, die aber dank der inzwischen gefundenen besseren Waffen und Rüstungsteile auch kein allzu großes Problem darstellen. Witzig finden wir einen Gegner namens "Treasure Seeker" , der nach ein oder zwei Schlägen rasend schnell Reißaus nimmt, dabei aber eine Spur von Goldmünzen hinter sich herzieht. Das macht er ein paar Mal, dann ist sein Gesundheitsbalken auf null und er hinterlässt besonders viele wertvolle Gegenstände.
Während wir uns durch die Kathedrale kämpfen, zeigt eine kurze Engine-Zwischensequenz, was mit Cain los ist: Ein Bösewicht namens Skelettkönig hält ihn gefangen. Allerdings nicht sonderlich lange, denn nach einer mittelgroßen Schlacht mit einer Horde Knochenkrieger ist Cain befreit. Der Kampf geht aber auch in der Kampagne der Betaversion noch deutlich weiter.
Technisch hat Diablo 3 einen guten Eindruck hinterlassen. Die Grafik ist nett, aber weit von aktuellen Referenztiteln entfernt – was Spieler aber kaum stören dürfte. Auf einem Laptop mit einem Intel-Grafikchip wollte das Programm gar nicht erst starten. Nach Angaben von Blizzard muss unter Windows mindestens eine Grafikkarte vom Typ Nvidia Geforce 7800 GT oder eine ATI Radion X1950 Pro vorhanden sein; unter Mac OS verlangt Blizzard statt Letzterer mindestens eine HD 2600. Unter Windows muss XP, Vista oder 7 vorhanden sein, dazu kommt DirectX 9. Außerdem ist mindestens ein Intel Pentium D 2.8 GHz oder ein AMD AthlonTM 64 X2 4400+ nötig. Auf der Hardware von Apple muss sich Mac OS X 10.6.8 oder höher befinden, als Prozessor setzt Blizzard einen Core 2 Duo voraus. Alle Plattformen benötigen 12 GByte auf der Festplatte und 1 GByte RAM für Windows XP oder 1,5 GByte RAM für Vista und 7 sowie 2 GByte auf Mac.
Obwohl wir Diablo 3 auf einem mehr als ausreichend schnellen PC gespielt haben und dabei normalerweise auch mit der höchstmöglichen Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln immer eine Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde hatten, lief das Spiel nicht ganz fehlerfrei. Das mit Abstand größte Problem waren Verzögerungen bei Eingaben per Mausklick – insbesondere bei Angriffen kam es regelmäßig vor, dass diese erst mit deutlicher Verzögerung ausgeführt wurden. Ob es daran lag, dass Diablo 3 eben noch nicht fertig ist oder ob die Internetverbindung zu den Servern wegen des großen Ansturms überfordert war, ließ sich nicht herausfinden.
Trotzdem zeigte die Betaversion schon nach kurzer Zeit, dass Diablo 3 wieder das alte Suchtgefühl erzeugen kann. Wir wollten zwar bei unserem ersten Besuch nur gut eine Stunde spielen, aber dann haben wir doch noch schnell eine zusätzliche Kleinigkeit erledigt. Nur um danach noch ein paar Minuten weiterzumachen, um anschließend noch ein paar Monster zu verhauen, bis zum nächsten Levelaufstieg...
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