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Test Trackmania 2 Canyon: Mit Vollgas in die Felsspalte

Wahnwitzige Strecken mit tiefen Felsschluchten, riesige Onlinerennen und ein noch umfangreicherer Editor: Der Rennspielbaukasten Trackmania geht in die nächste Runde – und setzt nicht auf Veränderung, sondern den Ausbau vorhandener Stärken.
/ Thorsten Wiesner
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Trackmania 2 Canyon (Bild: Nadeo)
Trackmania 2 Canyon Bild: Nadeo

Auf den ersten Blick wirkt Trackmania 2 Canyon etwas spartanisch: Der namensgebende Canyon ist das einzige verfügbare Szenario, das auch nur mit einem einzigen Fahrzeug befahrbar ist. Wer sich im übersichtlichen Hauptmenü zuerst für den Solomodus entscheidet, merkt aber schnell, dass trotzdem viel zu entdecken ist: Die in fünf Schwierigkeitsgrade eingeteilten und nach und nach freischaltbaren Kurse glänzen mit Abwechslung und schrägen Ideen.

Trackmania 2 Canyon – Test
Trackmania 2 Canyon – Test (02:06)

Sind die ersten Aufgaben auf recht typischen Rennkursen noch einfach gehalten, steigt der Schwierigkeitsgrad rasch an. Knifflige Sprünge über Rampen und Abgründe verlangen viel Feingefühl beim Timing – etwa wenn man genau durch ein Loch im Fels fliegen oder perfekt in der Mitte einer Strecke landen muss, um nicht abzustürzen oder in einen Pfeiler zu krachen. Beschleunigungsstreifen wollen genutzt, Fahrten an senkrechter Wand gelernt sein. Hinzu kommen Drifts auf Sand, Rasereien durch Tunnel und vieles mehr. Ist es bei den ersten Aufgaben noch kein Problem, die vorgegebenen Zeiten zu unterbieten und so nach und nach Bronze-, Silber- und Goldmedaillen zu gewinnen, wird das im Spielverlauf immer schwieriger.

Trotzdem – oder gerade deswegen – stellt sich schnell das altbekannte Suchtgefühl ein: Auch beim zwanzigsten Versuch hintereinander macht es Spaß, sich am kniffligen Sprung zu versuchen oder durch geschicktes Vom-Gas-Gehen die Bestzeit um noch eine Zehntelsekunde zu verbessern, weil die Kurse immer fair designt sind und die Steuerung auch auf kleinste Eingaben perfekt reagiert. Neue Bestleistungen schalten weitere Strecken frei, verbessern aber auch den eigenen Onlinerang – nach jeder Fahrt zeigt Trackmania Canyon den Gesamtrang basierend auf den eigenen Leistungen an. Wer es genauer wissen will, begutachtet die Platzierung im eigenen Heimat- oder gar Bundesland.

Multiplayer und Editor

Der Einzelspielermodus ist wie gewohnt nur der Einstieg in die Trackmania-Welt. Natürlich kann online wieder um Bestzeiten gekämpft werden – bis zu 200 Spieler dürfen sich an neuen Rekorden auf den einzelnen Strecken versuchen. Die Suche nach geeigneten Multiplayerservern und Turnieren ist denkbar einfach und komfortabel gelöst. Und wer einfach nur mit ein paar Freunden zu Hause Rennen fahren möchte: Das geht mit bis zu vier Teilnehmern im Splitscreenmodus sogar an nur einer Tastatur.

Komplizierter wirkt da schon der Editor. In der Basisversion können zwar auch Anfänger schnell mit der übersichtlichen Anzahl von Bauteilen einen ersten Kurs zusammenklicken und online zur Verfügung stellen. Wer allerdings im Profimodus alle Feinheiten und Möglichkeiten nutzen, komplexe Strecken mit Loopings und anderen Überraschungen basteln, die Landschaft anpassen und dann noch einen Intro-Film dazu erschaffen will, muss sich erst in den teils etwas fummeligen Editor einarbeiten – wird dafür am Ende aber auch mit sehenswerten Ergebnissen belohnt.

Umfangreiche Community-Optionen sorgen dafür, dass die Motivation in den kommenden Wochen und Monaten kaum abflauen dürfte – zu fesselnd ist der weltweite Konkurrenzkampf, zu üppig dürfte der kontinuierliche Streckennachschub ausfallen. Schön auch, dass die Entwickler von Nadeo die Grafik gegenüber dem Vorgänger deutlich überarbeitet haben: Trackmania 2 Canyon ist technisch sicherlich nicht das anspruchsvollste und detailreichste Rennspiel, überzeugt mit neuer Engine aber durch rundum schön anzusehende Kurse, Fahrzeuge und Effekte.

Trackmania 2: Canyon ist als Download über de-maniaplanet.gamesplanet.com/shop/trackmania-canyon zum Preis von 19,99 Euro verfügbar. Für 2012 hat Nadeo bereits Erweiterungen des Baukasten-Community-Konzepts angekündigt: Canyon soll nur der erste Teil mehrerer Szenarios sein. Mit Questmania und Shootmania entstehen zudem ähnliche Konzepte im Shooter- und Adventure-Genre.

Fazit

Alles beim Alten – nur noch besser: Wenig Spiele bieten bei so prinzipiell einfachem Spielprinzip eine derart lange Motivation, kaum ein Titel bindet seine Fangemeinde so gelungen ein. Zum altbewährten Konzept kommen diesmal bessere Grafik, neue kreative Bauteile und ein noch mächtigerer Editor – und das alles zu einem wirklich fairen Preis von 20 Euro.


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