Richard Stallman

Android ist keine freie Software

Laut Richard Stallman ist das Android-Betriebssystem keine freie Software. Nicht nur Googles Ablehnung, den kompletten Quellcode zu veröffentlichen, sondern auch die proprietären Treiber der Hersteller und gesperrte Bootloader verstoßen gegen die Grundsätze freier Software.

Artikel veröffentlicht am ,
Richard Stallman sieht in Android ein unfreies System.
Richard Stallman sieht in Android ein unfreies System. (Bild: Victor Powell/Wikipedia)

Richard Stallman, Gründer der Free Software Foundation, hat Googles Android-Betriebssystem analysiert und kommt zu dem Schluss, dass es sich nicht um freie Software handelt. Google halte sich prinzipiell an die Vorgaben der verschiedenen Lizenzen der in Android enthaltenen Software und veröffentliche den Sourcecode des in Android enthaltenen Linux-Kernels. Allerdings gibt der Konzern nicht alle Teile der Software frei.

Stellenmarkt
  1. SAP FICO Berater (w/m/x)
    über duerenhoff GmbH, Raum Würzburg
  2. SAP Logistik-Berater (m/w/x)
    über duerenhoff GmbH, Raum Darmstadt
Detailsuche

Die von Google selbst entwickelten Komponenten stehen unter der Apache-2.0-Lizenz, so dass ihr Quellcode nicht veröffentlicht werden muss. Das verhindere jedoch, dass der Anwender aus dem Sourcecode selbst ein funktionierendes System zusammenstellen könne, was gegen die Grundsätze freier Software verstoße, schreibt Stallman in einem Artikel für den Guardian.

Geschlossene Treiber auch für das Mikrofon

Aber nicht nur Google macht Android Stallman zufolge zu einem unfreien System. Auch die Hersteller verhindern, dass Anwender ihr eigenes System zusammenstellen können. Denn sie integrieren binäre Treiber oder weitere Komponenten für ihre eigenen Geräte, von denen sie weder den Quellcode noch die Treiber selbst zum Download bereitstellen. Selbst die Treiber für Mikrofone seien proprietär, schreibt Stallman. Ein Nutzer könne vielleicht auf Komponenten wie die Kamera verzichten, ohne Mikrofon hingegen sei das Gerät unbrauchbar.

Die Hersteller dürfen auch den von Google weitergereichten Code verändern, veröffentlichen diesen aber ebenfalls nicht. Selbst die Installation von eigener Software auf einem erworbenen Gerät ist unter Umständen nur dann möglich, wenn sich der Anwender Root-Rechte auf dem Gerät erwirbt, was normalerweise nicht vorgesehen ist.

Gesperrte Bootloader

Golem Akademie
  1. Kubernetes Dive-in-Workshop: virtueller Drei-Tage-Workshop
    19.-21.07.2022, Virtuell
  2. Hands-on C# Programmierung: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    09./10.06.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Schließlich verhinderten die Hersteller durch gesperrte Bootloader auch das Aufspielen selbst entwickelter Android-Versionen, schreibt Stallman. Damit sei Android weit entfernt davon, ein freies System zu sein, obwohl es Open-Source-Komponenten enthalte.

An einem Beispiel warnt Stallman auch vor den Konsequenzen geschlossener Software: Bei proprietärer Firmware oder Treibern können sich Anwender nie sicher sein, ob die Geräte nicht ohne ihr Wissen in ein Abhörgerät verwandelt werden können.

Unfreie Treiber müssen freier Software gehorchen

Er könne unfreie Netzwerktreiber tolerieren, sofern die Hersteller keine neue Version ohne Wissen des Nutzers installierten, die Treiber das Gerät nicht selbst kontrollierten und nur so funktionierten, wie der freie Linux-Kernel es wolle.

Android besteht aus zahlreichen Komponenten, darunter einem angepassten Linux-Kernel, der unter der GPLv2 veröffentlicht werden muss. Die Lizenz erfordert zwingend, dass der Quellcode freigegeben wird, was sowohl Google als auch einige Hersteller tun - bei weitem aber nicht alle. Das Einbinden proprietärer Treiber in den Kernel ist ausdrücklich erlaubt und auch erwünscht.

Zunehmende Vorwürfe wegen Lizenzverstößen

Seit der Fertigstellung von Android 3.0 alias Honeycomb hält Google dessen Quellcode unter Verschluss. Damals argumentierte der Konzern, dass Honeycomb noch nicht reif sei, um als Open Source veröffentlicht zu werden. Zwar versprach Google-Chef Andy Rubin damals die Veröffentlichung des Quelltexts in wenigen Monaten. Bislang ist das aber noch nicht geschehen. Rubin hatte auch betont, Android sei ein Open-Source-Projekt, daran habe sich nichts geändert. Google wird immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, Android verstoße gegen die GPL.

Auch einige Hersteller sehen sich der Kritik ausgesetzt. HTC reagierte beispielsweise damit, selbst den Quellcode des Linux-Kernels zu veröffentlichen und zumindest auf einigen Geräten den Bootloader zu entsperren.

Mit dem Erwerb von Motorola nehmen die Befürchtungen zu, Google könne Android künftig auch anderen Herstellern vorenthalten und das Betriebssystem immer mehr in ein proprietäres System umwandeln.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


patschie 24. Apr 2013

Naja ich melde mich erst spät diese ganze diskusion ist echt wizig da Google (naja der...

GodsBoss 21. Sep 2011

Weil dein Beitrag in der hierarchischen Foren-Ansicht als eine Antwort auf seinen...

foo 21. Sep 2011

Ok muss mir mal das Original durchlesen. Aber warum redet er dann überhaupt über 3...

idk 20. Sep 2011

Wen jucken denn sinnvolle Argumente? Haters gonna hate.



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Halbleiter & SMIC
Chip-Nachfrage für Smartphones und PC fällt "wie ein Stein"

Chinesische Kunden von SMIC haben volle Lager und ordern weniger Chips. Andere Halbleiter sollen den Einbruch auffangen.

Halbleiter & SMIC: Chip-Nachfrage für Smartphones und PC fällt wie ein Stein
Artikel
  1. Google: Russland will Youtube aus Selbstschutz nicht blockieren
    Google
    Russland will Youtube aus Selbstschutz nicht blockieren

    Die zahlreichen Drohungen der russischen Zensurbehörde zur Blockade von Youtube werden wohl nicht umgesetzt. Die Auswirkungen wären zu stark.

  2. Arclight Rumble: Wegen Warcraft Mobile sollte sich Blizzard selbst verklagen!
    Arclight Rumble
    Wegen Warcraft Mobile sollte sich Blizzard selbst verklagen!

    Golem.de hat es gespielt: Arclight Rumble entpuppt sich als gelungenes Mobile Game - aber wie ein echtes Warcraft fühlt es sich nicht an.
    Von Peter Steinlechner

  3. Biontech: Mainz kann 365-Euro-ÖPNV-Ticket dank Corona einführen
    Biontech
    Mainz kann 365-Euro-ÖPNV-Ticket dank Corona einführen

    In Mainz ist Biontech beheimatet, was die Steuereinnahmen explodieren lässt. Mit dem Geld wird nun ein 365-Euro-Jahresticket für Schüler und Azubis finanziert.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 jetzt bestellbar • Cyber Week: Bis zu 900€ Rabatt auf E-Bikes • MindStar (u. a. Intel Core i9 529€, MSI RTX 3060 Ti 609€) • Gigabyte Waterforce Mainboard günstig wie nie: 480,95€ • Razer Ornata V2 Gaming-Tastatur günstig wie nie: 54,99€ • AOC G3 Gaming-Monitor 34" 165 Hz günstig wie nie: 404€ [Werbung]
    •  /