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Dark Souls angespielt: Das Anti-Casual-Rollenspiel

Wer für Diablo 3 nur einen Feierabend und für Skyrim ein Wochenende einplant, könnte in Dark Souls eine echte Herausforderung finden: Das Rollenspiel für Playstation 3 und Xbox 360 will besonders kräftige Gegner bieten – aber dank eines ehrlichen Kampfsystems trotzdem lösbar sein.
/ Peter Steinlechner
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Dark Souls (Bild: From Software)
Dark Souls Bild: From Software

Es sieht ein bisschen blöd aus, aber das ist egal: Beim Anspielen von Dark Souls sind wir fast immer mit erhobenem Schild durch die düsteren Burgen und Verliese gelaufen. Es wirkt auch in der Schulterperspektive wenig heldenhaft – aber immerhin sind wir so vor plötzlichen Angriffen geschützt. Andernfalls könnte uns etwa einer der zahlreichen Skelettkrieger unvermittelt einen Pfeil ins Gesicht jagen, worauf wir sofort derart angeschlagen wären, dass wir den nachfolgenden Kampf kaum noch gewinnen könnten. So aber prallt der Pfeil mit einem hölzernen Knall an unserem Schutz ab und wir bezwingen den Gegner mit etwas Glück und ebenso viel Geduld und Geschick im Nahkampf.

Dark Souls – Trailer (Bartholomew)
Dark Souls – Trailer (Bartholomew) (01:17)

Anders als die meisten anderen aktuellen Computerspiele richtet sich Dark Souls, das beim japanischen Entwicklerstudio From Software(öffnet im neuen Fenster) entsteht, kompromisslos an erfahrene Gamer. Die Kampagne ist nach Angaben der Macher mindestens 50 Stunden lang. Und es gibt nur einen Schwierigkeitsgrad: extra hart. Wem selbst das noch zu wenig Herausforderung ist, kann unter den zehn zur Verfügung stehenden Charakteren nicht einen Krieger oder Zauberer, sondern etwa einen Bettler wählen – der bekommt nur schwache Waffen und dünne Rüstungen. Der Spielstand lässt sich nicht manuell sichern und wer stirbt, muss am zuletzt besuchten Checkpoint neu starten. Anfangs gibt es von denen recht viele, aber im Verlauf der Kampagne soll es dann immer länger dauern, bis einer auftaucht.

Es scheint eine der Stärken von Dark Souls zu sein, dass es im Vergleich mit anderen Rollenspielen sehr ehrlich wirkt. Das bedeutet: Das Kampfsystem ist berechenbar. Wenn wir gestorben sind, dann war immer klar, welcher Fehler daran schuld war. Angenehm ist auch, dass die Gegner nicht mit fortschreitendem Spielerlevel stärker werden. Wer also an einem besonders dicken Ork verzweifelt, kann ihn einfach später noch mal besuchen – anders sind einige Feinde gar nicht zu bezwingen. Die Welt wirkt zwar nicht so detailreich und hat weniger schicke Effekte als vergleichbare kommende Titel, aber immerhin ist sie aus einem Guss: Wir haben beispielsweise ganz im Hintergrund eine interessant aussehende Pyramide gesehen, die wir im Verlauf des Spiels tatsächlich erreichen können.

Anders als im Vorgänger, dem hochgelobten und auch kommerziell erstaunlich erfolgreichen Demon Souls, gibt es keinen zentralen Nexus-Levelabschnitt, in den der Spieler immer wieder zurückgelangt. Stattdessen folgt er einer weitgehend linearen Handlung rund um Dämonen und den Zorn von Göttern. Der Spieler selbst ist ein Zombie, der aber mit der Lebensenergie von Feinden ab und zu wieder zum Menschen zurück mutieren kann. In menschlicher Form kann er dann auch per Xbox Live oder Playstation Network mit anderen Spielern zusammenarbeiten.

Überhaupt, die Onlinefunktionen sind sehr ausgereift – wenn auch das meiste schon aus Demon Souls bekannt ist. So gibt es wieder direkt in der Welt als leuchtende Schrift hinterlegte Botschaften von anderen Spielern, die je nach Bewertung länger oder kürzer zu sehen sind und den Weg zu besonderen Schätzen weisen können.

Dark Souls soll am 7. Oktober 2011 für Playstation 3 und Xbox 360 erscheinen.


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