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EC-Datenfirma wollte zur neuen Schufa werden

Easycash verwaltet Daten, die bei Geschäften mit EC-Karten anfallen. Offensichtlich eine große Versuchung: Die Firma wollte dieses Wissen um Kunden zu Geld machen.

Artikel veröffentlicht am , Kai Biermann/Zeit Online
Easycash: EC-Datenfirma wollte zur neuen Schufa werden
(Bild: Easycash)

Große Datenmengen wecken Begehrlichkeiten. Das ist inzwischen eine alltägliche Wahrheit. Doch gab es gerade wieder einen Fall, der das besonders anschaulich demonstrierte: Das deutsche Unternehmen Easycash wickelt all jene Geschäfte ab, bei denen jemand mit einer EC-Karte bezahlt. Abermillionen Informationen sammeln sich bei dieser Firma darüber, wer wann und wo was zu welchem Preis gekauft hat und ob er es auch bezahlen konnte.

Inhalt:
  1. Easycash: EC-Datenfirma wollte zur neuen Schufa werden
  2. Einteilung in 'gute' und 'schlechte' Kunden

Easycash verdient daran, diese Geschäfte für die Einzelhändler abzuwickeln, die Händler zahlen eine Provision dafür. Doch offensichtlich wollte die Firma diese Daten zu noch mehr Geld machen.

Im vergangenen Jahr hatte es für einige Beunruhigung gesorgt, dass Easycash offensichtlich die Daten der Transaktionen nicht löschte, sondern über längere Zeiträume sammelte.

Und soeben hat die Firma ohne Widerspruch eine Geldbuße von 60.000 Euro bezahlt, die der zuständige Datenschutzbeauftragte von Nordrhein-Westfalen verhängt hatte. Bestraft wurde damit, dass Easycash seiner Tochterfirma in Hamburg die Daten solcher EC-Transaktionen überlassen hatte, damit diese sie statistisch auswerten kann.

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Zu den übermittelten Daten gehörten auch Kontonummern von EC-Kunden und Angaben darüber, wann sie wie viel Geld ausgegeben hatten. Kontodaten gelten jedoch als sensible Informationen, die nicht einfach so anderen überlassen werden dürfen.

Offensichtlich war das aber nur ein Teil des ganzen Problems. Wie der Sender NDR Info nun berichtet, wollte Easycash seine Daten nicht nur selbst auswerten. Die Firma hatte demnach auch geplant, die Ergebnisse dieser Auswertung an andere Firmen zu verkaufen.

Seine Erkenntnisse über die Zahlungsfähigkeit von Kontoinhabern habe Easycash über Monate hinweg als "einzigartige Datenbasis" angeboten, teilte der Sender mit. Das Unternehmen habe damit geworben, dass man "preiswert und tagesaktuell" informieren könne, wer zahlungsfähig ist und wer nicht.

NDR Info zitiert aus einem Prospekt, in dem Easycash mit einer Datensammlung von "50 Millionen bekannten Bankverbindungen" wirbt und "aktuelle Verhaltensdaten zur Steuerung von Transaktionsrisiken" anbietet, die auch zur "Antragsentscheidung", "Beitreibung" von Zahlungsforderungen oder zur "Bestandskundenüberwachung" nutzbar seien. Die Firmenkunden könnten so "Aufwände für alternative Auskunftei-Produkte" reduzieren.

Einteilung in 'gute' und 'schlechte' Kunden 
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