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Reinfall: Toyota wegen interaktiver Online-Werbekampagne verklagt

Eine Frau, die in den USA Opfer einer als Streich gedachten Saatchi-&-Saatchi-Werbekampagne im Auftrag von Toyota geworden ist, darf den Autohersteller und die Agentur auf Schadensersatz für den erlittenen Stress verklagen.
/ Robert A. Gehring
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US-Bürgerin darf Toyota wegen einer Werbekampagne für den Matrix verklagen. (Bild: Ronaldo Schemidt/AFP/Getty Images)
US-Bürgerin darf Toyota wegen einer Werbekampagne für den Matrix verklagen. Bild: Ronaldo Schemidt/AFP/Getty Images

Die Nachrichten, die Amber Duick von Sebastian Bowler erhielt, machten ihr Angst. Der 25-jährige Brite, ein Fußball-Hooligan mit einem Faible für Alkohol, kündigte Duick per E-Mail mehrfach an, in Kürze bei ihr zu übernachten. Er sei zusammen mit seinem Pitbull-Hund Trigger auf der Flucht vor dem Gesetz und brauche dringend eine Unterkunft für ein paar Tage, schrieb Bowler. Duick geriet in Panik, kannte sie doch Bowler überhaupt nicht und wollte ihn (und seinen Hund) auch auf keinen Fall kennenlernen.

Die Sache wurde schließlich durch eine E-Mail mit einem Weblink geklärt. Der Link führte Duick zu einem Video, in dem sie erfuhr, dass sie bei einer interaktiven Werbekampagne – "Dein anderes Du" – für Toyotas Matrix(öffnet im neuen Fenster) mitgemacht habe. Das trug sich 2008 zu.

Duick, die ohne ihr Wissen von einem Freund für die Teilnahme angemeldet worden war, verklagte Toyota wegen der erfahrenen Angst und dem Stress auf Schadensersatz in Höhe von zehn Millionen US-Dollar. Toyota und Saatchi & Saatchi beantragten die Abweisung der Klage, scheiterten aber. Die Unternehmen gingen in Berufung und scheiterten am 31. August 2011 vor dem Berufungsgericht erneut.

In seiner Begründung für das Urteil(öffnet im neuen Fenster) führt das kalifornische Berufungsgericht unter anderem an, dass Toyota/Saatchi & Saatchi Duick absichtlich über die Teilnahme an der Werbekampagne in die Irre geführt hätten. Ein sogenannter Persönlichkeitstest, an dem Duick online teilgenommen hatte, sei so gestaltet worden, dass ein Vertrag zwischen Toyota und Duick geschlossen wurde, der Duick im Unklaren über den Inhalt des Vertragsgegenstands beließ. Ein auf diese Weise in betrügerischer Absicht geschlossener Vertrag sei ungültig. Damit sei aber auch eine im Vertrag enthaltene Klausel über ein Mediationsverfahren hinfällig. Duick darf Toyota und Saatchi & Saatchi also auf Schadensersatz verklagen.


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