Eco: Dienste wie Google Wallet bringen neue Kriminalitätswelle
Der Provider-Verband Eco sieht Gefahren für die Nutzer durch mobiles Bezahlen per Smartphone. "In dem Moment, in dem Smartphones in größerem Stil als digitale Geldbörsen zum Einsatz gelangen, wird es zu einer neuen Kriminalitätswelle kommen" , sagte Eco-Chef Michael Rotert. Er forderte alle Marktteilnehmer von mobilen Bezahlsystemen zu einer intensiven Zusammenarbeit beim Thema Sicherheit auf – von den Geräteherstellern, über die Internet Service Provider und Mobilfunkgesellschaften bis hin zu den beteiligten Banken und Kreditkartenunternehmen.
Der Eco bereitet gegenwärtig die Tagung Internet Security Days(öffnet im neuen Fenster) vor.
Schätzungen zufolge erledigt rund ein Drittel der europäischen Smartphonenutzer regelmäßig sein Onlinebanking auf dem mobilen Gerät. "Mit der rasanten Verbreitung einer neuen Generation mobiler Endgeräte werden neuartige Kriminalitätsformen nicht lange auf sich warten lassen" , betonte Rotert.
Das von Google im Dezember 2010 vorgestellte Android-Smartphone Nexus S unterstützt NFC. Google präsentierte Ende Mai 2011 sein mobiles Bezahlsystem Google Wallet Handynutzern in New York und San Francisco.
Die deutschen Sparkassen setzen auf die Einführung von Near-Field-Communication (NFC) und werden künftig alle 45 Millionen EC-Karten zusätzlich mit mobiler Technik ausstatten, den Großteil in den nächsten zwei Jahren. Michaela Roth, Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, sagte Golem.de: "Es gibt erste Entwicklungen, um den NFC-Chip und das Handy zu verbinden." Für das Samsung Galaxy S2 , das mit solchen Karten sprechen kann, gebe es die erste Anwendung, S-Kontaktlos-Reader, mit dem das Smartphone die Karte ausliest. Zudem soll das Galaxy S2 zum mobilen Terminal für Händler werden. Roth: "Da gibt es bereits Prototypen." Eine Zusammenarbeit mit Google Wallet sei nicht geplant.
Wenn per NFC und PIN bezahlt werde, kämen dabei genau die gleichen Sicherheitsstandards, die gleiche Verschlüsslung und die gleiche Datensparsamkeit wie beim Electronic-Cash-Verfahren mit der EC-Karte am Terminal zum Einsatz, sagte Roth. Nur das letzte Stück der Datenübertragung laufe über eine gesicherte Funkverbindung. "So wird das auch sein, wenn der NFC-Chip ins Handy wandert und ich das Gerät zum Bezahlen auflege. Insofern kann ich mir nicht vorstellen, dass sich die Sicherheitsbedenken des Eco auf unsere Bezahlverfahren beziehen" , erklärte Roth.
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