Abo
  • Services:

Sensornetzwerk

Intels Waldbrandgranate ist fertig

IDF

Was auf den ersten Blick wie eine Granate aus einem Cartoon aussieht, ist in Wirklichkeit ein Messgerät für Feuerwehren. Nach zehn Jahren hat Intel das Sensorpaket fertiggestellt, das in Brände geworfen werden kann.

Artikel veröffentlicht am ,
Intel will Messcomputer in Waldbrände werfen.
Intel will Messcomputer in Waldbrände werfen. (Bild: Nico Ernst/Golem.de)

Auf dem IDF 2001 überraschte Intel mit der Vision, Computer in Brände zu werfen - zehn Jahre später sind die entsprechenden Geräte immerhin schon als Prototypen verfügbar. Sie sind am Vortag des IDF 2011 gezeigt worden.

Stellenmarkt
  1. Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB, Karlsruhe
  2. ifm prover gmbh, Tettnang

Gebaut hat sie das "Rapid Protoyping Team" (RPT) von Intel auf Basis von Embedded-Atoms. Auf Wunsch von potenziellen Kunden sind aber auch ARM-Prozessoren möglich. Je nach Einsatzzweck, etwa für den Abwurf aus einem Flugzeug, stecken die kleinen Computer in Kugeln aus Aluminium oder Edelstahl.

  • Blick in Intels Prototyp eines feuerfesten Messcomputers für die Brandbekämpfung (Bild: Nico Ernst/Golem.de)
  • Die Platine von Intels Feuerwehr-Messcomputer (Bild: Nico Ernst/Golem.de)
  • Intels Feuerwehr-Messcomputer soll Daten beispielsweise direkt aus Waldbränden liefern. (Bild: Nico Ernst/Golem.de)
Intels Feuerwehr-Messcomputer soll Daten beispielsweise direkt aus Waldbränden liefern. (Bild: Nico Ernst/Golem.de)

Die Geräte sollen die für die Brandbekämpfung nötigen Daten liefern: Wo brennt es, wie heiß ist es, und welche Gase entstehen? Die Art der Gase liefert einen Hinweis auf die brennenden Materialien und damit auf das richtige Löschmittel. Das sollte auch jedem Benutzer einer Küche bekannt sein: Fettbrände löscht man wegen Explosionsgefahr nicht mit Wasser. Ebenso ist das bei vielen anderen Bränden. Was genau brennt, können Feuerwehrleute aber nur selten sicher wissen.

Im Inneren der Kugeln befinden sich Sensoren für die Temperatur und für Gase wie Kohlenmonoxid. Die Daten dieser Messeinheiten übermitteln sich die Kugeln gegenseitig per WLAN, sie bilden dazu ein Mesh-Netzwerk. Daher reicht es, wenn der Empfänger sich zur Auswertung am Rande des Brandgebietes befindet. Er kann dann über die nächstgelegene Kugel auf die Daten aller Geräte zugreifen. Ein Notebook, am besten mit einer externen Antenne, reicht dazu aus.

Die Reichweite des WLANs - Intel bietet hier maximal 802.11g an - beträgt im Freien ohne Störungen und bei Sichtverbindung einige hundert Meter, was sich auch durch Überfliegen erreichen lässt. Die Kugeln können alle Messwerte mehrmals pro Sekunde erfassen und damit einen Brand wie in Echtzeit beobachten.

Die Sensoren und das WLAN-Modul benötigen aber viel Strom. Bei voller Leistung und mehreren Messungen pro Sekunde sind die Lithium-Ionen-Akkus nach anderthalb Stunden erschöpft. Geht es um eine mögliche Brandentwicklung durch Selbstentzündung in heißen Gegenden, können aber auch nur im Abstand von einigen Minuten und mit Pausen in der Nacht Laufzeiten von mehreren Monaten erreicht werden.

Gegen Hitze geschützt wird die Elektronik von einem Keramikmantel im Inneren der Kugel. Dieser soll fast 1.500 Grad Celsius aushalten, was Brände in der Natur aber nicht erreichen. Besonders gut für den Einsatz im Freien ist die Kugel aus Aluminium geeignet: Bei ihr kann die Antenne im Inneren angebracht werden, weil das Leichtmetall nicht so stark abschirmt wie Edelstahl.

Die Stahlkugel verträgt Abwürfe aus einigen hundert Metern Höhe, braucht aber eine externe Antenne. An der kann das Gerät etwa an der Vegetation hängen bleiben oder sich am Boden beim Rollen verhaken. Nur zu Testzwecken an einem billigen Gerät ist die schwarze Kugel aus Kunststoff gedacht.

Wenn die Daten das schnelle Löschen eines Feuers ermöglichen, ist das nicht nur für die Feuerwehrleute und andere Betroffene von Vorteil: Nur solange die Kugeln noch senden, ist es leicht, sie wiederzufinden. Einen Mechanismus, um sie auch ohne Strom zu orten, gibt es bisher nicht. Die Geräte müssen in diesem Fall schlicht von Menschen gesucht werden.

Das könnte sich aber auch erübrigen, wenn sie recht günstig werden. Was sie kosten sollen, wollte Intel aber auch nicht ungefähr sagen. Auch die Namen von möglichen Herstellern behält Intel bisher für sich. Es soll aber einige Anfragen von Firmen und Behörden geben, sagten die Entwickler in San Francisco.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 14.11.)
  2. 3,99€
  3. 32,99€
  4. 15,49€

Lokster2k 15. Sep 2011

Ja und ist ein Feuer denn immer und überall gleich heiß? Liegt das Ding denn immer mitten...

chillum 14. Sep 2011

Ich bin ja kein Brandexperte und hab den Artikel auch nur überflogen, aber ... ich denke...

robC 14. Sep 2011

+1 Ja, idR schon. Der Besitzer wird doch eh informiert und dann sollte er ja wohl...

bimini 13. Sep 2011

oder die hier http://www.youtube.com/watch?v=ADXgwxRbbao

Eddy Buhler 13. Sep 2011

...warum nicht einen kleinen RFID Tag mit integrieren? Dann könnte man nach dem Brand mit...


Folgen Sie uns
       


Google Pixel 3 und Pixel 3 XL - Hands on

Google hat die neuen Pixel-Smartphones vorgestellt. Das Pixel 3 und das Pixel 3 XL haben vor allem Verbesserungen bei den Kamerafunktionen erhalten. Anfang November kommen beide Geräte zu Preisen ab 850 Euro auf den Markt.

Google Pixel 3 und Pixel 3 XL - Hands on Video aufrufen
Athlon 200GE im Test: Celeron und Pentium abgehängt
Athlon 200GE im Test
Celeron und Pentium abgehängt

Mit dem Athlon 200GE belebt AMD den alten CPU-Markennamen wieder: Der Chip gefällt durch seine Zen-Kerne und die integrierte Vega-Grafikeinheit, die Intel-Konkurrenz hat dem derzeit preislich wenig entgegenzusetzen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. AMD Threadripper erhalten dynamischen NUMA-Modus
  2. HP Elitedesk 705 Workstation Edition Minitower mit AMD-CPU startet bei 680 Euro
  3. Ryzen 5 2600H und Ryzen 7 2800H 45-Watt-CPUs mit Vega-Grafik für Laptops sind da

Shine 3: Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort
Shine 3
Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort

Die Tolino-Allianz bringt das Nachfolgemodell des Shine 2 HD auf den Markt. Das Shine 3 erhält mehr Ausstattungsdetails aus der E-Book-Reader-Oberklasse. Vor allem beim Lesen macht sich das positiv bemerkbar.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. E-Book-Reader Update macht Tolino-Geräte unbrauchbar

Galaxy A9 im Hands on: Samsung bietet vier
Galaxy A9 im Hands on
Samsung bietet vier

Samsung erhöht die Anzahl der Kameras bei seinen Smartphones weiter: Das Galaxy A9 hat derer vier, zudem ist auch die restliche Ausstattung nicht schlecht. Aus verkaufspsychologischer Sicht könnte die Einstufung in die A-Mittelklasse bei einem Preis von 600 Euro ein Problem sein.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Galaxy A9 Samsung stellt Smartphone mit vier Hauptkameras vor
  2. Galaxy J4+ und J6+ Samsung stellt neue Smartphones im Einsteigerbereich vor
  3. NAND und DRAM Samsung scheint künstlich Flash-Preise hoch zu halten

    •  /