Streetscooter

Elektroautos für die Deutsche Post

IAA

Die Deutsche Post entwickelt zusammen mit Streetscooter und der Universität Aachen ein eigenes Lieferauto mit Elektroantrieb. Damit will die Post Briefe und Pakete wieder mit Elektrokraft zustellen, wie sie es schon vor fast 90 Jahren tat.

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Fährt die Deutsche Post bald Briefe und Pakete mit dem Elektroauto aus?
Fährt die Deutsche Post bald Briefe und Pakete mit dem Elektroauto aus? (Bild: Mjohn2101/CC BY 2.0)

Der erste Prototyp des neuen Post-Elektroautos soll im Herbst 2012 fahren, teilte die Deutsche Post mit, die zur IAA in Frankfurt die Pläne öffentlich machte. Die Neuentwicklung soll auf Basis des Streetscooters erfolgen. Dieses Elektrofahrzeug wurde unter der Leitung der RWTH in Aachen entwickelt.

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Das neue Zustellfahrzeug muss den Belastungen gewachsen sein, die im Postalltag entstehen, so Jürgen Gerdes, Briefvorstand der Deutschen Post DHL. So muss das Fahrzeug 200 Stopps und Anfahrvorgänge am Tag bewältigen und bis zu 300 Tage im Jahr im Einsatz sein. Die bisherigen Elektrofahrzeuge würden diese Anforderungen nicht vollständig erfüllen und sind nicht wirtschaftlich zu produzieren, so die Deutsche Post.

Zu klein darf es auch nicht sein, denn neben Briefen sollen damit auch Pakete ausgeliefert werden. Das künftige Fahrzeug muss keine hohen Geschwindigkeiten erreichen und auch keine langen Strecken zurücklegen. Der im April 2011 vorgestellte Streetscooter ist hingegen als Zweitauto für den Stadtverkehr gedacht und mit einem 30-kW-Elektromotor ausgestattet, der eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h ermöglicht.

Nach der Konzepterstellung bis Anfang 2012 soll ein Prototyp folgen. Erst dann soll über eine mögliche Serienproduktion entschieden werden. Die Post ist mit Elektroautos wohl vertraut. Aktuell fahren im Briefbereich 60 Elektrofahrzeuge und 200 Fahrzeuge mit alternativen Technologien wie Hybridantrieb, Biodiesel-, Erdgas- beziehungsweise Flüssiggasantrieb. Konzernweit sind es über 3.500 Fahrzeuge.

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Doch die Geschichte der Elektrofahrzeuge bei der Post reicht noch viel weiter zurück. Der Paketzustellwagen Bergmann BEM 2500 mit 20 PS und einer Nutzlast von 2,5 Tonnen wurde schon 1922 gebaut. Er fuhr maximal 20 Kilometer pro Stunde, doch auch jetzt ist die Durchschnittsgeschwindigkeit in Berlin mit 24,5 Kilometern pro Stunde kaum höher.

Im Nachkriegsberlin wurden von der Post ab 1953 leichte Lieferwagen für die Briefkastenentleerung eingesetzt, die mit Elektroantrieb ausgestattet wurden. Sie waren bis 1981 in Betrieb.

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