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Zur Sensation wurde die Z3 erst später

Ganz fertig ist die Wundermaschine von Horst Zuse noch nicht. Noch hängen diverse Drähte wild aus den Rechenwerk. "Da muss noch etwas gemacht und getestet werden", erklärt er. Wenn die Verpflichtungen dem emeritierten Informatiker Zeit lassen, dann fährt er nach Wilmersdorf, um an seinem Projekt zu arbeiten. "Das macht auch Spaß, zu sehen, wenn die Maschine richtig klappert und die Bits alle richtig leuchten - so wie man es haben will", erzählt Zuse mit leuchtenden Augen. "Da spielen Samstag und Sonntag auch keine Rolle."

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So enthusiastisch wie der Sohn des Erfinders heute waren Konrad Zuses Zeitgenossen nicht. Die erste Vorführung der Maschine sei "keine Sensation" gewesen, sagt Horst Zuse. Gerade mal fünf Personen seien damals gekommen, Mitarbeiter der Henschel Flugzeugwerke. Von der Presse keine Spur. "Eigentlich wussten nur diese fünf Wissenschaftler und Freunde von meinem Vater, was er da gebaut hat und was man damit machen könnte."

  • Horst Zuse, emeritierter Informatiker und Sohn des Computerpioniers Konrad Zuse (Foto: Werner Pluta)
  • Das Kernstück der Z3: das Rechenwerk... (Foto: Werner Pluta)
  • ... mit dem Taktgeber (links) (Foto: Werner Pluta)
  • Blick in einen der beiden Speicherschränke (Foto: Werner Pluta)
  • Ein Register des Rechenwerks (Foto: Werner Pluta)
  • Noch nicht ganz fertig: die Konsole zum Eingeben der Zahlen und zum Anzeigen der Ergebnisse (Foto: Werner Pluta)
Noch nicht ganz fertig: die Konsole zum Eingeben der Zahlen und zum Anzeigen der Ergebnisse (Foto: Werner Pluta)

Zerstört bei Bombenangriff

Dass die Z3 so wenig Einfluss hatte, war historisch bedingt: Ab Sommer 1941 flog die sowjetische Luftwaffe, ab 1942 auch die Westalliierten Bombenangriffe auf die deutsche Hauptstadt, die nach und nach im Chaos versank. Gut anderthalb Jahre nach ihrer Vorstellung, am 21. Dezember 1943, fiel auch die Z3 dem Krieg zum Opfer. Die Sensation folgte erst nach dem Krieg, 1950, als Konrad Zuse das Nachfolgemodell der Z3, die 1944 fertiggestellte Z4, an die Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich lieferte. Am dortigen Institut für Angewandte Mathematik wurde fünf Jahre lang mit ihr gerechnet. Bei Inbetriebnahme war die Z4 der einzige funktionsfähige Computer in Europa.

Auch die Bedeutung der Z3 in der Geschichte des Computers sei überschaubar, sagt Horst Zuse: In den USA wurden Rechenmaschinen wie die Mark I oder die Electronic Numerical Integrator and Computer (Eniac) entwickelt, die aber auf anderen logischen Prinzipien basierten als die Z3. Die Entwicklungen liefen parallel, die Amerikaner hätten, obwohl sie später dran waren als sein Vater, nicht bei ihm abgekupfert - "obwohl sie es hätten tun können, weil kein Patentschutz da war." Die Z3 war zwar "ein Meilenstein", resümiert Zuse. "Aber ich bin ziemlich sicher, es wäre zum iPhone auch gekommen, wenn es die Z3 nicht gegeben hätte."

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