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Speicherschränke statt Speicherriegel

Den Plan, diesen Meilenstein der Computergeschichte wieder neu entstehen zu lassen, fasste Zuse 2008 bei einem Glas Bier mit seiner Frau. Die Idee hätte er da schon länger mit sich herumgetragen, erzählt er. Anlässe gab es genug: 2010 trat er selbst in den Ruhestand, sein Vater wäre in dem Jahr 100 geworden. 2011 wurde die Z3 70 Jahre alt. So entschloss er sich zu dem Projekt.

Pläne im Patentantrag

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Material gab es reichlich. Zwar wurden alle Fotos der Z3 im Krieg zerstört, doch die Baupläne überlebten als Teil der Patentanmeldung aus dem Jahr 1941. Weiteres Material fand Zuse in dem Buch von Raúl Rojas, einem Informatiker der Freien Universität Berlin. "Aber vieles musste ich neu entwerfen", berichtet er. Denn er habe nicht einfach die Z3 nachbauen, sondern ein Anschauungsobjekt schaffen wollen, an dem sich zeigen lässt, was ein Computer ist und wie er funktioniert.

  • Horst Zuse, emeritierter Informatiker und Sohn des Computerpioniers Konrad Zuse (Foto: Werner Pluta)
  • Das Kernstück der Z3: das Rechenwerk... (Foto: Werner Pluta)
  • ... mit dem Taktgeber (links) (Foto: Werner Pluta)
  • Blick in einen der beiden Speicherschränke (Foto: Werner Pluta)
  • Ein Register des Rechenwerks (Foto: Werner Pluta)
  • Noch nicht ganz fertig: die Konsole zum Eingeben der Zahlen und zum Anzeigen der Ergebnisse (Foto: Werner Pluta)
Horst Zuse, emeritierter Informatiker und Sohn des Computerpioniers Konrad Zuse (Foto: Werner Pluta)

Dafür brauchte er zunächst Platz. Der war schnell gefunden: Über einen gemeinsamen Bekannten kam der Kontakt zum Berliner Anlagenbauunternehmen Elsame zustande, das seinen Sitz in einem Industriehof im Stadtteil Wilmersdorf hat. Der Bekannte habe ihn gefragt, ob Elsame Platz zur Verfügung stellen könne für den Bau eines Computers, erzählt Elsame-Chef und Gründer Andreas Schöler. Dessen Dimensionen waren ihm wohl nicht klar. Die Mitarbeiter seien schon "etwas überrascht" gewesen, als die Möbelpacker mit dem Gehäuse für Zuses Computer anrückten, sagt Schöler.

Drei Schränke voller Relais

Der Computer hat nämlich die Ausmaße eines dreiflügeligen Kleiderschranks. Er besteht aus einigen tausend, mehrere Zentimeter großen Relais, die im Nanomaßstab milliardenfach in einem modernen Computer stecken. Die Relais funktionierten genau wie die Telefonrelais, die sein Vater vor 70 Jahren verwendet habe, sagt Zuse. Sie schalten ein und aus, 1 oder 0. Der Unterschied: Die heutigen Modelle haben ein Gehäuse, das die Kontakte schützt. Früher seien sie freiliegend gewesen und leicht verbogen worden oder korrodiert, erklärt Zuse. Damit sie wieder funktionierten, hätten sie erst wieder in Form gebogen oder mit Schmirgelpapier bearbeitet werden müssen. Das könne heute nicht mehr passieren. Außerdem hätten die neuen Relais eine Leuchtdiode, die anzeige, wie das Relais gerade geschaltet sei.

Die drei Schränke hat Zuse inzwischen mit Leben gefüllt: Gut 2.500 Relais tickern los, wenn er die Maschine startet. Sie besteht aus drei Komponenten. Das Herzstück des Rechners befindet sich im mittleren Schrank. In heutiger Terminologie heißt dieser Teil zentrale Verarbeitungseinheit oder Prozessor. Zuse nennt ihn Rechenwerk. Genauer gesagt ist es ein Additionswerk, denn es kann nur addieren und subtrahieren. Alle anderen Operationen werden in diese beiden transponiert.

 Zuses Z3-Nachbau: Ein Kleiderschrank, der rechnen kannTeurer, größer, lauter, langsamer 
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Fraggl 18. Dez 2015

Die Ostfalia Hochschule in Suderburg besitzt eine Zuse Z2 - die zumindest vor 4 Jahren...

Somian 26. Dez 2011

Hätte er das gerät lieber mit runden Ecken ausgestattet, das ließe sich wohl besser...

zilti 17. Sep 2011

Warum auch nicht? Vielleicht Interesse an den möglichen Szenarien?

Lokster2k 14. Sep 2011

Was mal wieder zeigt, dass die Interessen Einzelner nicht wichtiger als die Interessen...

adsfg 13. Sep 2011

sig +1


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