Project Gutenberg

Der Erfinder des E-Books ist tot

Seine Vision war es, Literatur allen Menschen verfügbar zu machen und ihnen damit neue Chancen zu eröffnen: Michael Stern Hart, der Gründer des Project Gutenberg, ist gestorben.

Artikel veröffentlicht am ,
Michael Stern Hart (l.) mit Gregory Newby
Michael Stern Hart (l.) mit Gregory Newby (Bild: Marcello/GNU Free Documentation Licence, Version 1.2)

Im Juli 2011, 40 Jahre, nachdem er das E-Book erfunden hatte, schrieb Michael Stern Hart: "Es gibt einen Aspekt von E-Books, über den die meisten Leute kaum nachdenken: E-Books sind das Einzige außer Luft, von dem wir so viel haben können, wie wir wollen. Denken Sie einen Moment drüber nach, und Ihnen wird klarwerden, dass wir den richtigen Job machen." So erzählt es sein Freund Gregory Newby in seinem Nachruf auf den Seiten des Project Gutenberg.

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Die Idee für das erste elektronische Buch hatte Hart 1971. Er studierte damals an der Universität des US-Bundesstaates Illinois in Urbana-Champaign, hatte Zugang zum Computerzentrum der Universität erhalten und war fasziniert von den Möglichkeiten des Netzwerks. Wort für Wort tippte er die Unabhängigkeitserklärung der USA ab und stellte sie zum Download frei zur Verfügung. Von da an machte er die Digitalisierung und freie Verbreitung von Literatur zu seinem Lebenswerk.

Noch im selben Jahr startete Hart das Project Gutenberg, das sich heute selbst als "erste und größte" Onlinebibliothek für Literatur bezeichnet. Sie enthält Texte, Hörbücher und Daten, die - zumindest nach US-Recht - nicht urbeherrechtlich geschützt sind und deshalb frei heruntergeladen oder online gelesen werden können. Mittlerweile hat das Projekt über 33.000 Werke veröffentlicht, die meisten davon in englischer Sprache.

Die Mission des Projekts lautet kurz und bündig: "Die Erstellung und Verbreitung von E-Books zu ermutigen." Es wird nur von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt und ist laut Harts FAQs auf den Projektseiten "angetrieben von Ideen, Idealen und Idealimus". Bücher erhöhen die Bildung, Bildung schafft Möglichkeiten - daran glaubte Hart. Er starb am Dienstag im Alter von 64 Jahren.

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