New York Times Lab: Der Internetspiegel für das Badezimmer
Wer sich morgens im Badezimmer über die aktuelle Lage in der Welt informieren möchte, hört normalerweise Radio. Internet ist zwischen Dusche und Rasur nicht so angesagt – die meisten Laptops und Tablets mögen die Feuchtigkeit im Bad nicht so gern. Geht es nach Brian House vom New York Times Company Research & Development Lab(öffnet im neuen Fenster) , dem Entwicklungslabor der New York Times, könnte sich das bald ändern: House will einen Internetzugang in den Badezimmerspiegel integrieren.
Intelligentes Badezimmer
Nun ist die Idee, den Spiegel im Bad als Monitor zu nutzen, nicht wirklich neu. Das Duisburger Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) etwa hat 2009 auf der Cebit ein intelligentes Badezimmer vorgestellt. Auch darin ist der Spiegel ein Monitor und Bedienfeld.
| Video: New York Times R&D Lab: Health/Retail and the "magic mirror" | ||
Ungewöhnlich an Houses System ist die Bedienung: Gesteuert werde das System zum einen per Spracheingabe, zum anderen mit Gesten, die von einer Kinect erkannt werden, berichtet das Blog des Nieman Journalism Lab(öffnet im neuen Fenster) an der Harvard-Universität.
Nachrichten, Facebook, Wetter
Über den Spiegel kann der Nutzer morgens beim Rasieren beispielsweise im Internet surfen – in erster Linie natürlich Nachrichten der New York Times. Beim Zähneputzen werden schnell die Neuigkeiten bei Twitter und Facebook durchgesehen. Vor dem Kämmen zeigt der Blick in den Wetterbericht, ob es sich lohnt, die Haare zu ordnen oder ob der Wind die Frisur ohnehin gleich wieder zerzausen wird. Beim Kämmen kann der Nutzer im Kalender nachschauen, welche Termine an diesem Tag anstehen, und bei Bedarf weitere eintragen.
Weitere Möglichkeiten für die Nutzung sind beispielsweise Gesundheitsanwendungen: Der Nutzer stellt eine Arznei, deren Karton mit einem RFID-Chip ausgerüstet ist, unter den Spiegel. Das System zeigt die Anweisungen zur Einnahme an. Es kann den Nutzer darauf aufmerksam machen, wenn es zur Neige geht und ihn daran erinnern, dass er sich eine neue Packung verschreiben lässt. Oder es kann den Nutzer darauf hinweisen, ob es überhaupt sein Medikament ist und nicht etwa das eines anderen Familienmitglieds.
Bestellen am Spiegel
Auch kommerzielle Anwendungen sind denkbar: Das System liest den RFID-Chip von einer Produktschachtel aus und zeigt einen Gutschein eines Händlers an, den der Nutzer auf sein Mobiltelefon lädt. Im Geschäft zeigt er den Gutschein vor und erhält dafür einen Preisabschlag für das Produkt.
House hat sogar eine Anwendung entwickelt, bei der das System als Bekleidungsberater eingesetzt wird: Er gibt an, welches Kleidungsstück er anziehen möchte, etwa eine Krawatte. Das System erkennt am Gesicht, wie der Nutzer zum Spiegel steht, und blendet die Krawatte entsprechend ein. Es versucht dabei, die passende Farbe sowie – entsprechend der Kleidung, die der Nutzer sonst trägt – den passenden Stil zu finden.
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