Interlagos: AMDs Bulldozer ist da - aber nur für Server
AMD bleibt sich treu: Auch bei der mit Spannung erwarteten Bulldozer-Architektur erhalten als Erstes die Serverhersteller Serienprodukte. In einer bisher nur per E-Mail verbreiteten Presserklärung teilt das Unternehmen mit, es habe seit August 2011 die ersten "revenue shipments" vorgenommen. Das bedeutet, dass die Prozessoren seitdem verkauft werden.
Mit ersten Servern auf Basis der neuen Prozessoren ist laut AMD frühestens im Oktober 2011 zu rechnen. Das ist zwar angesichts der langen Validierungszeiträume im Servergeschäft ziemlich kurz angesetzt, könnte aber eingehalten werden: Die neuen Opterons passen wie ihre Vorgänger, die Serie Opteron 6100, in die Sockel G34 und weisen eine ähnliche Leistungsaufnahme (TDP) auf. Das reduziert den Testaufwand.
AMD betont, dass ein Großteil der ersten Lieferungen schon von Betreibern von Supercomputern vorbestellt worden war. Dort können sie als sockelkompatibles Upgrade dienen, die Zahl der Kerne vervielfacht sich diesmal aber nicht: Schon der Vorgänger Magny Cours kam auf 12 Kerne.
Der Chiphersteller bezeichnet in seiner Mitteilung die ersten Server-Bulldozer als "die ersten x86-Prozessoren der Welt mit 16 Kernen", was umstritten ist. Die Bulldozer arbeiten mit von AMD sogenannten Modulen, bei denen sich zwei Kerne ein Frontend teilen.
Das ist eine spitzfindige Betrachtung, denn gegenüber dem Betriebssystem stellt sich ein Modul als zwei Kerne dar, es kann auch zwei Threads abarbeiten. Dennoch ist wahrscheinlich, dass Intel auf dem IDF in der kommenden Woche, wie schon so oft, AMDs ungewöhnliches Design bemängeln wird. Denn auch Intel ist mit seinen Serverprozessoren Sandy Bridge-EP im Verzug, sie sollten schon Mitte 2011 erscheinen.
Wann die von Technikfans lange erwarteten FX-Prozessoren, Codename Zambezi, auf Basis der Bulldozer-Architektur erscheinen, gab AMD auch in seiner Opteron-Ankündigung weiterhin nicht bekannt. Nach jüngsten Gerüchten könnte es sehr spät im Jahr 2011, vielleicht aber auch erst Anfang 2012 so weit sein.
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