Abo
  • Services:

Digitale Musik

EU will Tonaufnahmen 70 statt 50 Jahre schützen

Für die seit Jahren diskutierte Verlängerung der Schutzrechte für Tonaufnahmen steht eine wichtige Entscheidung bevor. Fällt sie im Sinne der Musikindustrie, wären Aufnahmen aus den 1960er Jahren noch 20 Jahre lang nicht gemeinfrei.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Rolling Stones bei einem Konzert in Mailand 2007
Die Rolling Stones bei einem Konzert in Mailand 2007 (Bild: Dave Hogan/Getty)

Die Beatles, die Rolling Stones und Elvis Presley haben nicht nur gemeinsam, dass sie zu den ersten Millionensellern der Musikindustrie zählten. Die drei großen Namen verbindet auch, dass die Schutzfristen für ihre erfolgreichen Aufnahmen aus den 1960er Jahren in der Europäischen Union bald auslaufen könnten.

Stellenmarkt
  1. BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, Berlin
  2. OHB System AG, Bremen, Oberpfaffenhofen

Dabei geht es nicht um das Urheberrecht an sich, für das es eigene Regelungen gibt. Das Schutzrecht für die Tonaufnahmen ist der Schlüssel für das Geschäftsmodell vor allem von Verlagen und der Musikindustrie. So ist beispielsweise für jede öffentliche Aufführung einer geschützten Aufnahme wie im Radio eine Gebühr zu entrichten. In Deutschland kümmert sich darum die Gema. Über diese Gesellschaft erhalten aber auch Komponisten und Texter einen Anteil an den Gebühren.

Die Frist für den Schutz der Aufnahmen beträgt in der EU 50 Jahre, in den USA sind es 95 Jahre. Als Kompromiss soll sie in einer schon seit 2008 diskutierten Richtlinie auf 70 Jahre verlängert werden - die Verwertungsgesellschaften hätten also noch 20 Jahre Zeit, an den alten Aufnahmen zu verdienen. Das betrifft nicht nur Musik, sondern jede andere veröffentlichte Aufnahme wie Hörspiele und Soundeffekte oder die immer wieder rechtlich problematischen Samples.

Entscheidung noch im September 2011 möglich

Die Urheberrechtsaktivisten von iRights.info berichten nun, dass der Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten der EU bereits am 7. September 2011 die Verlängerung auf 70 Jahre auf den Weg bringen will. Dieser oft nach seiner französischen Abkürzung auch Coreper genannte Ausschuss gilt als Wegbereiter für viele Entscheidungen.

Anfang 2011 hatten Portugal und Dänemark ihren Widerstand gegen die Verlängerung aufgegeben, damit gibt es nun keine Sperrminorität mehr. Nimmt der Vorschlag die Abstimmung im Ausschuss, soll er am 12. September 2011 im Europäischen Rat zu einer EU-Richtlinie werden. Die Mitgliedstaaten haben dann zwei Jahre Zeit, die Regelung in nationales Recht umzusetzen.

Wissenschaftler kritisieren an dem Vorhaben vor allem, dass die Verlängerung der Schutzrechte auf zwei Jahrzehnte die Diskussion um den Umgang mit kommerziellen Medien in der digitalen Welt behindern würde. Zudem nehme eine Verlängerung der Schutzfristen kleinen Labels die Möglichkeit, Neuauflagen zu veröffentlichen, sagte etwa der niederländische Rechtswissenschaftler Bernt Hugenholtz in einem Vortrag (PDF).

Wie wertvoll die Wiederveröffentlichung alter Aufnahmen sein kann, zeigten im Jahr 2009 die Beatles, deren Gesamtwerk digital überarbeitet erschien und prompt weltweit die Charts anführte. Für eine Sonderausgabe der 14 Alben auf einem USB-Stick verlangte das Beatles-Label Apple Corps umgerechnet rund 220 Euro.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 26.02.)
  2. 16,49€
  3. (-91%) 1,79€

Clouds 07. Sep 2011

Man sagt eine Generation dauert 25 Jahre. Menschen sind kurzlebig :) Ein paar jährchen...

Herr B. 07. Sep 2011

Genau! Sobald kein Beteiligter mehr lebt, sind die Werke frei. Ist doch Leichenfledderei...

Herr B. 07. Sep 2011

Du meinst gleiches Unrecht für alle

elgooG 06. Sep 2011

Ich kaufe keine Kulturraubkopien von der Content-Mafia!

lottikarotti 06. Sep 2011

Ich nehme den Künstlern nichts weg. Das tun die ausbeuterischen Herrschaften der MI...


Folgen Sie uns
       


Padrone-Maus-Ring angesehen (CES 2019)

Der Ring von Padrone soll die Maus überflüssig machen - wir haben ihn uns auf der CES 2019 angesehen.

Padrone-Maus-Ring angesehen (CES 2019) Video aufrufen
Elektroauto: Eine Branche vor der Zerreißprobe
Elektroauto
Eine Branche vor der Zerreißprobe

2019 wird ein spannendes Jahr für die Elektromobilität. Politik und Autoindustrie stehen in diesem Jahr vor Entwicklungen, die über die Zukunft bestimmen. Doch noch ist die Richtung unklar.
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. Softwarefehler Lime-Tretroller werfen Fahrer ab
  2. Hyundai Das Elektroauto soll automatisiert parken und laden
  3. Kalifornien Ab 2029 müssen Stadtbusse elektrisch fahren

Slighter im Hands on: Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist
Slighter im Hands on
Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist

CES 2019 Mit Slighter könnte ausgerechnet ein Feuerzeug Rauchern beim Aufhören helfen: Ausgehend von den Rauchgewohnheiten erstellt es einen Plan - und gibt nur zu ganz bestimmten Zeiten eine Flamme.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. H2Bike Alpha Wasserstoff-Fahrrad fährt 100 Kilometer weit
  2. Bosch Touch-Projektoren angesehen Virtuelle Displays für Küche und Schrank
  3. Mobilität Das Auto der Zukunft ist modular und wandelbar

Vorschau Spielejahr 2019: Postnukleare Action und die nächste Konsolengeneration
Vorschau Spielejahr 2019
Postnukleare Action und die nächste Konsolengeneration

2019 beginnt mit Metro Exodus, Anthem, dem neuen Anno und The Division 2 richtig toll! Golem.de verrät, welche Blockbuster sonst noch kommen, was die Konsolenhersteller möglicherweise planen - und was auch Ende 2019 fast sicher nicht zum Spielen da sein wird.
Von Peter Steinlechner

  1. Slightly Mad Mad Box soll Konkurrenz für Xbox und Playstation werden
  2. Jugendschutz China erlaubt neue Computerspiele
  3. Jugendschutz Studie der US-Regierung entlastet Spielebranche

    •  /