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Gnome 3.2: Webseiten als Applikationen nutzen

In der nächsten Gnome-Version können Webseiten als Anwendung gespeichert und als native Anwendung genutzt werden. Die Webapps laufen in einem eigenständigen Prozess und lassen sich im Dock der Gnome Shell ablegen.
/ Keywan Najafi Tonekaboni
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Unter Gnome 3.2 werden sich Webseiten als Apps speichern lassen. (Bild: Xan Lopez)
Unter Gnome 3.2 werden sich Webseiten als Apps speichern lassen. Bild: Xan Lopez

Im Gnome-Browser Epiphany kann eine Website als Webapplikation wahlweise über das Menü oder per Tastenkombination gespeichert werden. Gnome-Entwickler Xan Lopez hat dazu den Webbrowser Epiphany erweitert. In einem Dialog wählt der Nutzer einem Namen. Bietet die Website ein hochauflösendes Icon an, wird dieses genutzt, sonst wird ein Screenshot der Website verwendet. Lopez hat in einem Blog(öffnet im neuen Fenster) die neue Funktion vorgestellt.

Anschließend lässt sich die Website wie eine eigenständige Anwendung aufrufen. Dazu wird die Webkit-Engine des Epiphany-Browsers benutzt, aber die Anwendung wird nur von einem Fenster mit Titelleiste umgeben. Andere Bedienelemente des Browsers wie Tabs oder die Menüleiste sind nicht vorhanden. Dafür taucht die Webapp in der Anwendungssuche der Gnome-Shell auf, lässt sich als Favorit im Dock ablegen und auch im Task-Switcher (Tastenkombination Alt+Tab) aufrufen.

Mehr als ein Browserfenster

Die Webapp läuft in einer Sandbox in einem eigenen Prozess, der vom Browser unabhängig ist. So lässt sich diese unabhängig vom Browser starten. Auch wenn der Browser abstürzt, ist die Webapp davon nicht betroffen.

Eine Webapp verhält sich aber nicht wie ein minimalistischer Browser. Der Kontext ist auf die Domain der Ursprungswebsite beschränkt. Verweist ein Link auf eine andere Domain, so wird diese an den Browser weitergegeben, der den Link wie gewohnt öffnet. Auch Cookies verwaltet die Webapp unabhängig. Die Cookies der Domain werden von Epiphany übernommen, sonst verhält sich die Webapp wie eine neue, leere Browsersession.

Die Funktion müsse laut Lopez aber noch verbessert werden. So soll der Nutzer später selbst auswählen können, welcher Ausschnitt des Screenshots als Programmicon verwendet wird.

Als Motivation verweist Lopez auf Webseiten, die mit dem Start des Browsers geöffnet werden, wie Webmailer oder soziale Netzwerke. Es sei daher der nächste logische Schritt, diese wie eine native Anwendung zu behandeln. Daher hätten die Entwickler unterschiedlichster Browser "irgendwie unabhängig" diesen Schritt entdeckt.

Die neue Funktion ist Teil von Gnome 3.1.90(öffnet im neuen Fenster) , einer Vorversion des Ende September erscheinenden Gnome 3.2.


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