Abo
  • Services:

Apple-Designer Esslinger

"Er führt ehrlich"

Der legendäre Apple-Designer Hartmut Esslinger über seine Beziehung zu Steve Jobs und den Plan, der die Kultmarke einst vor dem Scheitern rettete.

Artikel veröffentlicht am ,
Hartmut Esslinger
Hartmut Esslinger (Bild: University of Applied Arts Vienna)

Die Zeit: Sie haben lange mit Steve Jobs gearbeitet, mit Ihrer Hilfe wurde Apple zur Kultmarke, und Sie haben Jobs dann, als er vor 13 Jahren zu Apple zurückkehrte, privat beraten. Lassen Sie uns also über die Schönheit von Computertechnik und Design reden.

Inhalt:
  1. Apple-Designer Esslinger: "Er führt ehrlich"
  2. Steve Jobs sieht Dinge, die andere nicht sehen

Hartmut Esslinger: Die Verbindung ist ziemlich jung, und der Trick besteht darin, dass der Designer verstehen muss, wie die Technik in ihrem Innern funktioniert. Erst danach kann man die Philosophie dieser Technik ausdrücken.

Zeit: Was Sie sagen, erinnert an eine deutsche Tradition, das Bauhaus.

Esslinger: Sie denken an den Satz: Form follows function. Aber der ist oft missverstanden und aus dem Zusammenhang gerissen worden. Sie dürfen ihn nicht oberflächlich als Gestaltungsanspruch, sondern müssen ihn als zugrunde legendes Prinzip verstehen. Der Satz ist aus der Beobachtung der Natur abgeleitet und aus der Erkenntnis, dass in der Natur die Form immer der Funktion folgt. Das entscheidet über die Überlebenschance einer Art. Form ever will follow function.

Stellenmarkt
  1. DESY Deutsches Elektronen Synchrotron, Hamburg
  2. Eckelmann AG, Wiesbaden

Zeit: Von dort zur Computertechnik und Konsumelektronik ist es ein weiter Weg.

Esslinger: Apple hat den Anspruch, etwas perfekt zu machen, auch dort, wo es keiner sieht. Sie können den Erfolg von Apple nicht ohne diesen Anspruch verstehen.

Zeit: Was unterscheidet hier einen guten von einem schlechten Designer?

Esslinger: Der gute Designer kann sichtbar machen, was Technik im Hier und Jetzt vermag. Er schält heraus, was wirklich möglich ist. Das ist wie bei guter Musik. Ein genialer Musiker kann Dinge hören, die kein anderer hören kann, aber mit dem, was er tut, inspiriert er andere, die weniger kreativ sind.

Zeit: Was heißt das, auf Apple übersetzt?

Esslinger: Apple-Produkte sollen wie ein Lebewesen sein, entweder wie eine andere Person oder wie eine Extension des eigenen Ichs. Das ist seit dem Apple IIc, an dem Steve Jobs und ich in den achtziger Jahren gemeinsam gearbeitet haben, die Philosophie der Firma.

Zeit: Mit dem Apple IIc wurde die Firma 1984 zur Kultmarke. Was genau haben Sie eigentlich bei Apple gemacht?

Esslinger: Apple war damals acht Jahre alt und ein ziemlich wildes Unternehmen. Einige der Leute standen unter Drogen, und mittendrin war Steve Jobs, der die Vision hatte, Personal Computer für jedermann zu bauen. Er wollte damals eine Million Computer im Jahr verkaufen, aber Apple konnte gerade mal 10.000 im Jahr bauen.

Zeit: Was kann da ein Designer beitragen?

Esslinger: Die Aufgabe war es, ein ganzes System der Produktion zu entwickeln. Durch meine Erfahrungen beim Sony-Konzern, für den ich vorher gearbeitet habe, konnte ich viel beitragen. Ich hatte die japanische Perfektion kennengelernt, mit der jedes Detail, auch alles, was man nicht sieht, entwickelt und hergestellt wird. Das haben wir auf Apple übertragen und die Kosten für die Herstellung eines Computers letztlich um 90 Prozent gesenkt. Logistik und Planung waren entscheidend. Und danach haben wir aus Apple eine echte Marke gemacht. Denn ohne eine massenkonsumierbare Marke konnte man nicht hoffen, eine Million Computer zu verkaufen.

Zeit: Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Jobs fortgesetzt?

Esslinger: Nach seinem ersten Ausstieg bei Apple habe ich mit ihm für das Trickfilmstudio Pixar und an dem Computerprojekt NeXT gearbeitet. Aber als er dann vor 14 Jahren wieder zu Apple zurückgegangen ist, habe ich ihn lediglich einige Monate lang privat beraten. Damals war Microsoft ein großer Kunde von mir, und ich hatte mit Frog Design eine eigene Firma aufgebaut. Seither sind die Kontakte privater Natur.

Steve Jobs sieht Dinge, die andere nicht sehen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und 4 Spiele gratis erhalten
  2. 83,90€ + Versand
  3. auf ausgewählte Corsair-Netzteile

DY 05. Sep 2011

zuwerfen?! Ein bisschen positive Jobs PR um diesem den Abgang zu versüßen. Und Apple geht...

Caliban81 05. Sep 2011

Zitat: Der gute Designer kann sichtbar machen, was Technik im Hier und Jetzt vermag. Er...

FrankTzFL1977 05. Sep 2011

gute produkte bringen die menschheit vorran! stimmt da gebe ich dir voll recht sollange...

FrankTzFL1977 05. Sep 2011

bei dem iphone 4 z.b. folgt die form bestimmt nicht der funktion bei anderen handys aber...

irata 04. Sep 2011

Mich hat nur die offensichtliche Ignoranz gestört. Ob jetzt bei Apple oder sonst wem...


Folgen Sie uns
       


Leistungsschutzrecht und Uploadfilter - Golem.de Live

Nach der EU-Kommission und den Mitgliedstaaten sprach sich am Mittwoch in Brüssel auch der Rechtsausschuss des Europaparlaments für ein Recht aus, das die digitale Nutzung von Pressepublikation durch Informationsdienste zustimmungspflichtig macht. Ein Uploadfilter, der das Hochladen urheberrechtlich geschützter Inhalte verhindern soll, wurde ebenfalls auf den Weg gebracht. Doch was bedeutet diese Entscheidung am Ende für den Nutzer? Und wer verfolgt eigentlich welche Interessen in der Debatte?

Leistungsschutzrecht und Uploadfilter - Golem.de Live Video aufrufen
Always Connected PCs im Test: Das kann Windows 10 on Snapdragon
Always Connected PCs im Test
Das kann Windows 10 on Snapdragon

Noch keine Konkurrenz für x86-Notebooks: Die Convertibles mit Snapdragon-Chip und Windows 10 on ARM sind flott, haben LTE integriert und eine extrem lange Akkulaufzeit. Der App- und der Treiber-Support ist im Alltag teils ein Manko, aber nur eins der bisherigen Geräte überzeugt uns.
Ein Test von Marc Sauter und Oliver Nickel

  1. Qualcomm "Wir entwickeln dediziertes Silizium für Laptops"
  2. Windows 10 on ARM Microsoft plant 64-Bit-Support ab Mai 2018
  3. Always Connected PCs Vielversprechender Windows-RT-Nachfolger mit Fragezeichen

Battlefield 5 Closed Alpha angespielt: Schneller sterben, länger tot
Battlefield 5 Closed Alpha angespielt
Schneller sterben, länger tot

Das neue Battlefield bekommt ein bisschen was von Fortnite und wird allgemein realistischer und dynamischer. Wir konnten in der Closed Alpha Eindrücke sammeln und erklären die Änderungen.
Von Michael Wieczorek

  1. Battlefield 5 Mehr Reaktionsmöglichkeiten statt schwächerer Munition
  2. Battlefield 5 Closed Alpha startet mit neuen Systemanforderungen
  3. Battlefield 5 Schatzkisten und Systemanforderungen

Russische Agenten angeklagt: Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton
Russische Agenten angeklagt
Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton

Die US-Justiz hat zwölf russische Agenten wegen des Hacks im US-Präsidentschaftswahlkampf angeklagt. Die Anklageschrift nennt viele technische Details und erhebt auch Vorwürfe gegen das Enthüllungsportal Wikileaks.

  1. Nach Gipfeltreffen Trump glaubt Putin mehr als US-Geheimdiensten
  2. US Space Force Planlos im Weltraum
  3. Gewalt US-Präsident Trump will Gespräch mit Spielebranche

    •  /