Bundesinnenminister: Körperscanner erst einmal gescheitert

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat den Testlauf für Körperscanner am Flughafen Hamburg offiziell für gescheitert erklärt. Derzeit würden "keine Körperscanner an Flughäfen eingesetzt" , gab das Innenministerium am 31. August 2011 bekannt. Die Technologie sei noch nicht ausgereift.
Fehlalarm wegen Falten in der Kleidung der Menschen habe in zu vielen Fällen Nachkontrollen erfordert, was die Sicherheitskontrollen verlängert habe. "Daher ist die jetzige Generation der Körperscanner - trotz der hohen Detektionsleistung - noch nicht für den allgemeinen Praxisbetrieb geeignet." In Hamburg liefen zwei Körperscanner vom Typ Provision ATD der US-Firma L-3 Communications seit dem 27. September 2010 im Probebetrieb. Ein Provision ATD kostet bis zu 130.000 Euro.
"Diese Technik ist ein totaler Ausfall" , hatte ein hochrangiger Sicherheitsbeamter im Dezember 2010 erklärt . Die Fehlerquote lag bei 75 Prozent, so der Experte. Doch Friedrich will die Technik nicht aufgeben. "Die Bundespolizei wird die Entwicklung auf diesem Gebiet weiter eng begleiten, so dass wir hoffentlich bald Geräte zur Verfügung haben, die sowohl unseren hohen Sicherheitsansprüchen genügen als auch dem Passagieraufkommen Rechnung tragen" , betonte er.
"Mit den beim Test von ungeeigneter Technik verbratenen Millionen hätte man auch für mehr gut qualifiziertes und bezahltes Sicherheitspersonal sorgen können" , kommentierte Jan Korte vom Fraktionsvorstand der Linken. Der gescheiterte Körperscannertest habe nichts zur Luftsicherheit beigetragen. Durch die einseitige Fixierung der Bundesregierung auf Körperscanner seien andere Möglichkeiten zur Erhöhung der Sicherheit im Luftverkehr überhaupt nicht in Betracht gezogen worden.