Open-Access-Modell: Offenes Glasfasernetz im Berliner Bezirk Neukölln

In Gropiusstadt, einem Ortsteil im Berliner Bezirk Neukölln, bauen mehrere Unternehmen ein Glasfasernetzwerk im Open-Access-Modell. Rund 4.000 Wohnungen sollen innerhalb eines Jahres mit Glasfaseranschlüssen ausgestattet werden. Anders als die Deutsche Telekom setzen die Firmen darauf, ein Fibre-To-The-Home-Angebot zu schaffen, das offen für alle Telekommunikationsunternehmen ist.
In 602.000 Haushalten oder Gebäuden in Deutschland lag Ende 2010 Glasfaser. Doch nur 25 Prozent der Versorgten wollten oder konnten für FTTH/B auch zahlen. Bis zum Jahr 2013 wird die Deutsche Telekom für den Glasfaserausbau laut konzerninterner Informationen 1,5 Milliarden Euro einsetzen, wenn sich die Nachfrage positiv entwickelt. Ein landesweiter Ausbau würde rund 40 Milliarden Euro kosten.
Das Open-Access-Modell steht dagegen allen Telekommunikationsunternehmen offen. Ermöglicht wird der Netzausbau durch die branchenübergreifende Zusammenarbeit von vier Unternehmen: dem Netzwerkbetreiber QSC, Netcom, der Netzwerksparte des Energieversorgers Vattenfall(öffnet im neuen Fenster) Europe, dem schwedischen Netzwerkausrüster Ericsson und des Wohnungsbauunternehmens Degewo. Die Vattenfall-Sparte Netcom ist der Initiator des Projekts, der das Glasfasernetzwerk aufbaut. Die Hardware kommt von Ericsson. Der Geschäftskundenanbieter QSC wird ermöglichen, dass verschiedene Serviceanbieter auf die Glasfaseranschlüsse zugreifen können. Als Partner wird mit den großen Telekomkonzernen verhandelt.
Bei der Datenübertragungsrate sollen bis zu 100 MBit/s erreicht werden, hat Golem.de bei den beteiligten Unternehmen erfahren. Geplant seien verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Datenraten. Am Montag, dem 5. September 2011, wollen die vier Unternehmen Details zu dem Open-Access-Modell bekanntgeben.