Abo
  • Services:

0-Day-Exploit

"Apache Killer" friert Webserver ein

Aktuelle Versionen des weit verbreiteten Apache-Webservers können durch Fehler in der Behandlung von Byte-Range-Requests missbraucht werden, um den gesamten Server innerhalb weniger Sekunden zum Stillstand zu bringen.

Artikel veröffentlicht am , Caspar Clemens Mierau/Leitmedium.de
Exploit bei Full-Disclosure veröffentlicht
Exploit bei Full-Disclosure veröffentlicht (Bild: Apache)

Der in Perl geschriebene Proof-of-Concept "Apache Killer" wurde bereits auf Full Disclosure veröffentlicht. Das Script baut mehrere HTTP-Verbindungen zu einem Zielsystem auf und sendet HEAD-Anfragen mit einem 1300 Intervalle umfassenden Byte-Ranges-Header:

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  2. Hays AG, Frankfurt

HEAD / HTTP/1.1
Host: ziel.host.tld
Range:bytes=0-,5-0,5-1,5-2,5-3,5-4,5-5 [...] 5-1297,5-1298,5-1299

Byte Ranges werden im Standard-HTTP 1.1 verwendet, um Teile einer Datei, zum Beispiel zum Fortsetzen eines abgebrochenen Downloads, ausliefern zu lassen. Der Apache-Webserver verbraucht beim offenbar fehlerhaften Parsen der unüblich komplexen Byte-Range-Anfragen innerhalb kurzer Zeit große Teile des Arbeitsspeichers. In unserem Test konnten verschiedene Apache-Versionen auf aktuellen Ubuntu- und Debian-basierten Webservern in wenigen Sekunden zum Stillstand gebracht werden. Die betroffenen Systeme froren vollständig ein und waren auch per SSH nicht mehr ansprechbar.

Gegenmaßnahmen

Bis das Apache-Team offizielle Patches bereitstellt und diese von den Distributionen ausgeliefert werden, gibt es kaum Möglichkeiten, einem erfolgreichen Angriff vorzubeugen. Als Workaround wird das Filtern von mehrstufigen Byte-Range-Anfragen per mod_rewrite vorgeschlagen. Beim Zulassen nur weniger Byte Ranges sollten die meisten Webanwendungen weiterhin funktionieren.

Gravierender ist die komplette Filterung des Range-Headers durch das mod_header-Modul. Bei beiden Methoden muss im Einzelfall geprüft werden, welche Auswirkungen das auf die jeweilige Webseite hat. Insbesondere das Ausliefern größerer Dateien/Medien (Progressive Download) und WebDAV kann durch die Änderungen negativ beeinflusst werden.

Eine weitere Alternative ist das Vorschalten eines Reverse-Proxy-Servers, der entsprechende Anfragen direkt bedient oder filtert.

Die Apache-Entwickler warnen mittlerweile selbst vor dem Problem, das nach ihrer Erkenntnis bereits aktiv ausgenutzt wird. Eine neue, korrigierte Version des Apache-Webservers soll innerhalb von 48 Stunden veröffentlicht werden.

Nachtrag vom 24. August 2011, 21:15 Uhr

Im Skript wird ein HEAD-Request statt eines GET-Requests verwendet. Laut Mailinglisten ist Apache aber durch beide Requests gefährdet. Für einen Angriff ist HEAD die schnellere Variante, da weniger Daten vom Server zum Client gesendet werden.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (heute u. a. Destiny 2 Digital Deluxe für 44,99€, AC Origins für 28,99€, ANNO 2205 Ultimate...
  2. 111€
  3. 88€
  4. (u. a. Logitech G Pro Gaming-Maus für 37€)

satriani 26. Aug 2011

Nein nein... er wollte nicht das Projekt einstellen, sondern die Webseite. Weil die...

Bill Gates 25. Aug 2011

Das sieht Apache selbst aber anders: http://marc.info/?l=apache-httpd-announce&m...

Threat-Anzeiger 25. Aug 2011

wundert mich sowieso dass die Seite grade online ist, und noch keiner den Exploit dort am...

bratenesser 24. Aug 2011

OK, danke. :)


Folgen Sie uns
       


PC Building Simulator - Test

Der PC Building Simulator stellt sich im Test als langweiliges Spiel, aber gutes Product Placement heraus - inklusive falscher Informationen und Grafikfehlern.

PC Building Simulator - Test Video aufrufen
Physik: Maserlicht aus Diamant
Physik
Maserlicht aus Diamant

Ein Stickstoff-Fehlstellen-basierter Maser liefert kontinuierliche und kohärente Mikrowellenstrahlung bei Raumtemperatur. Eine mögliche Anwendung ist die Kommunikation mit Satelliten.
Von Dirk Eidemüller

  1. Xiaoice und Zo Microsoft erforscht menschlicher wirkende Sprachchat-KIs
  2. Hyperschallgeschwindigkeit Projektil schießt sich durch den Boden
  3. Materialforschung Stanen - ein neues Wundermaterial?

Digitalfotografie: Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher
Digitalfotografie
Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher

War der Anhänger wirklich so groß wie der Ring? Versucht da gerade einer, die Versicherung zu betuppen? Wenn Omas Erbstück geklaut wurde, muss die Versicherung wohl dem Digitalfoto des Geschädigten glauben. Oder sie engagiert einen Bildforensiker, der das Foto darauf untersucht, ob es bearbeitet wurde.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. iOS und Android Google lanciert drei experimentelle Foto-Apps
  2. Aufstecksucher für TL2 Entwarnung bei Leica

Oracle vs. Google: Dieses Urteil darf nicht bleiben
Oracle vs. Google
Dieses Urteil darf nicht bleiben

Im Fall Oracle gegen Google fällt ein eigentlich nicht zuständiges Gericht ein für die IT-Industrie eventuell katastrophales Urteil. Denn es kann zu Urhebertrollen, Innovationsblockaden und noch mehr Milliardenklagen führen. Einzige Auswege: der Supreme Court oder Open Source.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Oracle gegen Google Java-Nutzung in Android kein Fair Use

    •  /