Linus Torvalds

"ARM ist vielversprechend"

Der Linux-Initiator Linus Torvalds hat eine zwiespältige Sicht auf die ARM-Architektur. Sie sei zwar vielversprechend, der ARM-Entwicklungszweig im Kernel jedoch ein Problem. Die Situation verbessere sich aber.

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Linus Torvalds
Linus Torvalds (Bild: Reuters)

Zusammen mit Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman hat Linus Torvalds eine Podiumsdiskussion auf der Linuxcon 2011 in Vancouver geführt, ähnlich wie die in Japan im Juni. Auf die Frage, wie es um die ARM-Plattform in der Kernel-Entwicklung stehe, antwortete Torvalds: "Zurzeit ziemlich gut. Nicht so schlimm wie zu der Zeit, als ich anfing, Leute anzuschreien."

ARM-Zweig verbessert sich

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"ARM ist sehr erfolgreich gewesen und zeigt Zeichen des Heranreifens", sagte Torvalds. Gleichzeitig habe die ARM-Gemeinschaft jedoch nie die Absicht gehabt, eine Standardplattform zu entwickeln. Selbst wenn viele Menschen eine Hassliebe zu der Architektur pflegten, sei sie dennoch eine schöne Plattform, bei der viel Mühe in einen Bereich gesteckt werde, der einfach zu unterstützen sei.

Andererseits stelle ARM ein Sammelsurium von Unternehmen dar, die willkürlich Hardware herstellten, meint Torvalds. Außerdem missfällt ihm die Entwicklung der ARM-Komponenten im Kernel: "Seit wir versuchen, die ARM-Architektur zu unterstützen, war es unangenehm, dabei zuzusehen. Schaut auf den x86-Entwicklungszweig und den ARM-Zweig, Letzterer ist um ein Vielfaches größer."

Erste Versuche, diesen Zustand zu ändern, beschreibt Torvalds rückblickend in seiner gewohnt saloppen Art: "Ich bin einfach zerbrochen, doch statt wie gewöhnlich nackt mit einer Kettensäge herumzurennen, begann ich, mit Leuten zu reden." Mit Blick auf die vergangenen zwei Veröffentlichungszyklen glaubt er auch, dass sich der ARM-Zweig gut entwickle.

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Torvalds glaubt, dass sich an der Android-Entwicklung auf kurze Sicht nichts ändern wird. Aber, "irgendwann kommen sie zu einem Standard-Kernel zurück (...), was einschließt, dass wir mehr von ihrem Code einpflegen." Das wird allerdings nicht früher als in vier oder fünf Jahren stattfinden, schätzt Torvalds.

Die frühere Prognose Torvalds', dass Anwendungen zur "Weltherrschaft" von Linux notwendig seien, wurde von Kroah-Hartman leicht entkräftet. Denn Android habe sich gut entwickelt, auch mit anfangs nur sehr wenigen Anwendungen. Jedoch scheint sich Torvalds sicher zu sein, dass Anwendungen notwendig für den Erfolg von Linux sind.

Torvalds ist nicht stark an Entwicklung beteiligt

Die Frage nach dem Interessantesten im vergangenen Jahr konnte Torvalds nicht wirklich beantworten. Zur Überraschung gab Torvalds zu, dass er eher den Prozess der Kernel-Entwicklung leite, als viel zu programmieren. "Nur sehr wenige meiner Commits schaffen es in den Kernel", so Torvalds.

Bestes Beispiel dafür ist wohl die Änderung der Nummerierung des Kernels. Darauf angesprochen gab Torvalds zum wiederholten Mal an, die Entscheidung habe nichts mit eventuellen neuen Funktionen zu tun gehabt. Um diesen Punkt zu untermauern, scherzte er: "Ich glaube, ich werde 3.11 'Linux for Workgroups' nennen."

Zweites Standbein für Torvalds?

Die abschließende Frage von Kroah-Hartman war: "Möchtest du das weitermachen?" Auch darauf folgte eine nicht ganz ernst gemeinte Antwort Torvalds': "Es stellt sich heraus, dass ich mein Divemaster-Zertifikat in wenigen Tagen bekomme, aber als Karrierewahl zahlt sich Tauchlehrer nicht so gut aus. Ich denke, Jim [Zemlin] kann ruhig schlafen (...) Solange ich meine Kinder durch das College bringen und nicht unter einer Brücke schlafen möchte, werde ich weiter am Kernel arbeiten."

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