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Haptisches Feedback: Ultraschallhandschuh ersetzt Blindenstock

Steve Hoefer hat mit Tacit einen Blindenhandschuh entwickelt, der seine Umgebung mit Ultraschall vermisst und abhängig von der Entfernung zu den Objekten mehr oder minder stark auf den Handrücken des Trägers drückt. So soll die Distanz zu Gegenständen erfühlbar werden.
/ Andreas Donath
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Ultraschallsensoren im Tacit-Blindenhandschuh (Bild: Steve Hoefer/BY-NC-SA)
Ultraschallsensoren im Tacit-Blindenhandschuh Bild: Steve Hoefer/BY-NC-SA

Tacit ist für Blinde gedacht, die mit dem Gerät die Umgebung erfühlen sollen, ohne etwas zu berühren. Der Tacit-Blindenhandschuh arbeitet mit zwei Ping-Sensoren von Parallax, die mit hoher Geschwindigkeit Töne im Ultraschallbereich aussenden und die Zeit bis zur Reflexion durch die Umgebung messen und dadurch präzise Abstände errechnen können.

Tacit Ultraschall-Handschuh ersetzt Blindenstock
Tacit Ultraschall-Handschuh ersetzt Blindenstock (01:06)

Laut Hersteller(öffnet im neuen Fenster) kann damit die Umgebung auf einer Entfernung von 2 bis 350 cm abgetastet werden. Zwei dieser Sensoren sind an der Vorderseite des Handschuhs angebracht. So erfassen sie die Umgebung, in die die Hand des Trägers zeigt.

Im Handschuh ist zudem der Pro-Mini-Mikrocontroller(öffnet im neuen Fenster) der freien Prototyping-Plattform Arduino untergebracht, der die Entfernungsinformationen auswertet, die von den Ultraschallsensoren ermittelt werden. Der Pro Mini steuert damit zwei Servomotoren an, die über einen Mechanismus Druck auf den Handrücken ausüben können.

Soll ein geringer Objektabstand vermittelt werden, drücken die Sensoren fester auf die Hand. Durch Schwenkbewegungen mit dem Arm kann der Raum vor dem Benutzer abgetastet werden. Das funktioniert genauso wie bei einem Blindenstock, nur dass die Gegenstände nicht berührt werden müssen. Außerdem ist die Abtastung auch noch kurz vor der Hand möglich, was zum Beispiel die Ortung von Objekten auf einem Tisch erlaubt.

Ein 9-Volt-Block im Handschuh sorgt für die Energieversorgung des Systems. Wie lange der Handschuh damit betrieben werden kann, ist nicht bekannt.

Der Entwickler Steve Hoefer(öffnet im neuen Fenster) hat seine Entwicklung samt Bauteilliste und Programmcode unter der Creative-Commons-Lizenz BY-NC-SA veröffentlicht. Die Bauteile kosten nach seinen Angaben rund 65 US-Dollar. Die Verwendung wiederaufladbarer Akkus und eine blindenfreundliche Wechselmöglichkeit für diese Akkus sind nach Angaben von Hoefer erste Verbesserungsmöglichkeiten, die bei einem Nachfolgegerät berücksichtigt werden sollten.


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