Free Software Foundation

Entwickler sollen zur GPLv3 wechseln

Die Free Software Foundation rät dazu, von der GPLv2 auf die GPLv3 zu wechseln. Denn in der aktuellen Version der freien Lizenz werden Lizenznehmer wegen Verstößen nicht gleich ausgeschlossen.

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Die Free Software Foundation rät zum Umstieg auf GPLv3.
Die Free Software Foundation rät zum Umstieg auf GPLv3. (Bild: Free Software Foundation)

In der Diskussion um mögliche Lizenzverletzungen der GPLv2 durch Android rät die Free Software Foundation, von der GPLv2 auf die GPLv3 zu wechseln: Denn die GPLv3 sei gegenüber Lizenznehmern, die gegen die Lizenz verstoßen, zunächst konzilianter als die GPLv2.

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Die GPLv2 sieht in Abschnitt 4 bei Lizenzvergehen vor, dem Lizenznehmer sämtliche Rechte an der Nutzung einer Software automatisch zu entziehen. Erst nach Zustimmung aller Lizenzhalter können die Nutzungsrechte wieder erteilt werden.

Abgemilderte Kündigungsregelung

In der GPLv3 Abschnitt 8 hat die Free Software Foundation (FSF) die Kündigungsregelungen abgemildert: Werde den Auflagen der GPLv3 nachträglich wieder nachgekommen, erhalten die Lizenznehmer vorübergehend die Rechte an der Nutzung der Software zurück. Wenn keiner der Lizenzhalter innerhalb von 60 Tagen Einspruch erhebt, können Lizenznehmer die Software wieder dauerhaft nutzen.

Bei einer erstmaligen Verletzung erhalten die Lizenznehmer ihre Rechte im vollen Umfang zurück, wenn sie innerhalb von 30 Tagen den Auflagen der GPLv3 nachkommen.

Unternehmen soll Kernel-Entwickler überzeugen

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Die GPLv3 passe besser zu den Erwartungen und der Einhaltungsstrategie der Community, so die FSF. Lizenzvergehen können rückgängig gemacht werden, ohne viel Aufwand für den Lizenznehmer. Andererseits schütze die GPLv3 weiterhin freie Software und ermögliche den Lizenzhaltern, effektiv gegen Verstöße vorzugehen.

Die FSF rät Unternehmen, die Android nutzen, sich bei den Kernel-Entwicklern dafür einzusetzen, auf die GPLv3 umzusteigen.

Gefahr für die Verbreitung des Linux-Kernels

Linus Torvalds hatte sich bereits mehrfach kritisch zu der GPLv3 geäußert, die in einer finalen Version 2008 veröffentlicht wurde. Zunächst hatte er den Umgang mit Digital Rights Management in ersten Entwürfen der GPLv3 moniert. Dabei geht es auch um das im englischen Sprachraum als Tivoization bezeichnete Verhalten, das abgeleitet wurde von Tivo, einem Hersteller digitaler Videorekorder mit Linux. Die Software lässt sich daher zwar verändern, läuft dann aber nicht mehr auf dem Gerät. Zunächst sah die GPLv3 vor, das als Lizenzverstoß zu werten. Torvalds hielt dagegen, dass auch Hardwarehersteller das Recht haben, zu bestimmen welche Software auf ihren Geräten läuft. Er sah damals darin eine Gefahr in der Verbreitung des Linux-Kernels.

In der finalen Version wurden die Auflagen abgemildert: Abschnitt 6 der GPLv3 sieht vor, dass bei sogenannten Endkundenprodukten eine Installationsanleitung mitgeliefert werden muss, die erklärt, wie veränderte Software aufgespielt wird.

Lizenzänderung nur mit großem Aufwand

Jetzt sieht Torvalds die GPLv3 nicht mehr ganz so kritisch, gibt aber immer wieder zu bedenken, dass eine Lizenzänderung am Linux-Kernel erst bei allen Entwicklern erfragt werden müsse, die jemals Code beigetragen haben. Er hat mehrfach geäußert, er sei mit der GPLv2 vollkommen zufrieden.

Wie die GPL tatsächlich aus Entwicklersicht angewendet wird, zeigen vor allem bisherige gerichtliche und außergerichtliche Entscheidungen, die bislang keine permanente Entziehung der Rechte für Lizenznehmer nach sich zogen, meint Kernel-Entwickler Jonathan Corbet auf LWN.net.

Auch wenn dieser Automatismus nirgends festgelegt sei, handele die Gemeinschaft bisher entsprechend. Jedoch räumt auch Corbet ein: "Die 'Todesstrafe' ist in der Lizenz festgeschrieben, irgendwann wird irgendwer vielleicht versuchen, einen Vorteil daraus zu ziehen, zu unserem Nachteil."

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