Zollhack: Bundesweite Durchsuchungen gegen No Name Crew

Unter Leitung von Ermittlern des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen(öffnet im neuen Fenster) wurden am 18. August 2011 bundesweit Durchsuchungen gegen mutmaßlich "führende Mitglieder" der Hackergruppe No Name Crew durchgeführt. Das gab die Kriminalpolizei des Bundeslandes am 19. August 2011 bekannt.
Dabei ging es um den erfolgreichen Angriff auf Server des Zollkriminalamts am 8. Juli 2011. Die Angreifer kompromittierten Server einer Observationseinheit der Zollfahndung aus Karlsruhe und veröffentlichten Rufnummern von Mobilfunkkarten von GPS-Trackern aus dem Zielverfolgungssystem Patras, Namen von Beamten und Angaben zu observierten Fahrzeugen.
Die Hackergruppe erklärte, "für die Rechte und die Freiheit der Bürger" zu kämpfen. Das Grundgesetz garantiere ein Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis. Die Politik untergrabe dieses Grundrecht jedoch. "Wir möchten Grundrechte und die Privatsphäre erneut festigen. Nur so ist das Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Freiheit möglich" , erklärte die Gruppe. Zudem hatte die No Name Crew weitere Aktionen gegen staatliche Institutionen angekündigt. "Jede Lücke wird ab jetzt schamlos ausgenutzt, alles, was wir in die Hände bekommen, werden wir leaken, um den Feinden der Freiheit den größtmöglichen Imageschaden zuzufügen."
Die Durchsuchungen wegen Verdachts der besonders schweren Computersabotage fanden in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Sachsen statt.
Nach der Festnahme eines 23-Jährigen am 17. August 2011 hätten computerforensische Auswertungen zu sieben weiteren Verdächtigen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren geführt. Bei den gestrigen Durchsuchungen seien Computer, USB-Sticks, Festplatten, Router und Mobiltelefone sichergestellt worden. Mehrere Server sowie Datenmengen im TByte-Volumen seien gesichert und eine Verschlüsselung verhindert worden, erklärten die Ermittler. Ein Großteil der Tatverdächtigen habe sich kooperativ und aussagebereit gezeigt. Sie hätten ihre Zugehörigkeit zur No Name Crew eingeräumt und Verschlüsselungsdaten herausgegeben. Festnahmen habe es nicht gegeben.



