Motorola: Google zahlt bei Scheitern der Übernahme Rekordstrafe

Google hat für den Fall eines Scheiterns der Übernahme von Motorola Mobility eine Zahlung von 2,5 Milliarden US-Dollar vereinbart. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg aus informierten Kreisen(öffnet im neuen Fenster) . Die Vertragsstrafe wäre damit sechsmal höher als in solchen Fällen üblich. Google bietet für den US-Mobiltelefonhersteller 12,5 Milliarden US-Dollar und erhält 17.000 Patente und 7.500 Patentanträge aus dem Pool Motorolas.
Die Höhe der Vertragsstrafe deutet darauf hin, dass Google überzeugt ist, die Übernahme von Motorola ohne Probleme mit den Wettbewerbsbehörden abschließen zu können. Motorola Mobility mit Hauptsitz in Libertyville, Illinois, würde 375 Millionen US-Dollar im Fall eines Vertragsausstiegs an Google zahlen.
Laut einem Bericht des Magazins Gigaom(öffnet im neuen Fenster) soll auch Microsoft Interesse am Kauf von Motorola gehabt haben. Nach den Informationen soll Motorola mit verschiedenen Unternehmen verhandelt haben, darunter auch Microsoft. Hätte Microsoft Motorola kaufen können, wären weitere Angriffe auf Android möglich geworden.
Die Gespräche zwischen Google und Motorola begannen laut Gigaom vor fünf Wochen. Die Verhandlungen führten Google-Chef Larry Page und Motorola-Vorstandschef Sanjay Jha persönlich. Nur eine kleine Anzahl hochrangiger Manager war zusätzlich beteiligt. Android-Mitbegründer Andy Rubin soll erst kurz vor Abschluss der Gespräche hinzugezogen worden sein.
Googles mobiles Betriebssystem Android wird gegenwärtig täglich auf 550.000 Smartphones aktiviert, doch der Konzern verfügt nur über ein dünnes Patentportfolio im Bereich Mobile und Telekommunikation. Deshalb ist Google mit milliardenschweren Patentrechtsklagen angreifbar. Google hatte Ende Juli 2011 ein Patentpaket von IBM erworben . Zuvor hatte der Internetkonzern versucht, den Patenthändler und Mobilfunkentwickler Interdigital zu kaufen.



