Einreisebestimmungen

Wie man die US-Grenze mit seinen Daten überschreitet

Wer mit seinem Notebook in die USA einreisen will, steht vor einem Problem: Verschiedene Abteilungen des DHS können es ohne weiteres untersuchen. Seth Schoen von der Electronic Frontier Foundation (EFF) erklärte den Hackern auf dem Chaos Communication Camp, was dabei erlaubt ist und was nicht.

Artikel veröffentlicht am ,
TSA-Mitarbeiter überprüfen Durchreisende in den USA.
TSA-Mitarbeiter überprüfen Durchreisende in den USA. (Bild: Jeff Swensen/Getty Images)

Die US-Grenze wird von mehreren Behörden geschützt: dem Department of Homeland Security (DHS) und den Abteilungen TSA (Transport Security Administration), CBP (U.S. Customs and Border Protection) und ICE (U.S. Immigration and Customs Enforcement), die dem DHS unterstellt sind. Sie verfügen über weitgehende Rechte gegenüber US-Bürgern und Besuchern der USA mit anderen Nationalitäten. Während dem US-Bürger die Einreise grundsätzlich nicht verweigert werden kann, müssen Besucher damit rechnen, dass sie im Zweifelsfall nicht ins Land gelassen werden. Seth Schoen von der Electronic Frontier Foundation (EFF) hat auf dem Chaos Communication Camp 2011 in Finowfurt über Probleme und Lösungsansätze gesprochen.

Inhalt:
  1. Einreisebestimmungen: Wie man die US-Grenze mit seinen Daten überschreitet
  2. Daten muss ein Einreisender nicht bei sich tragen

Wer die US-Grenze überschreitet, der bekommt es zunächst mit der CBP zu tun. Sie darf Fragen stellen und den Einreisenden temporär festsetzen sowie durchsuchen, und zwar ohne konkreten Verdachtsmoment, wie Schoen erklärte. Das gilt auch für elektronisches Equipment. Dabei ist der Einreisende nicht nur in einer Stresssituation, er hat noch ein anderes Problem: Die CBP kann ihm mit einer Einreiseverweigerung drohen. Ein Visum oder die Einreisebestimmungen über das Visa Waiver Program werden im Zweifel einfach außer Kraft gesetzt. Gedroht werden kann außerdem mit verschärften Einreisemaßnahmen. So kann sich die CBP die unkooperative Person merken und bei jeder Einreise erneut unangenehme Fragen stellen. Dagegen kann der Einreisende wenig tun.

Grenzbeamte haben mehr Rechte als die Polizei

Gerade das Durchsuchen und Kopieren der Inhalte elektronischer Geräte ist aus Sicht der EFF ein schwerer Eingriff in die Privatsphäre. US-Gerichte haben bisher jedoch anders geurteilt. Sie sehen den Schutz der Grenze als oberstes Ziel, so dass eine Durchsuchung allein dadurch gerechtfertigt wird. Ein Polizist dagegen kann nicht ohne Begründung einfach Daten kopieren. Das muss vor der Reise bedacht werden. Schoen, der US-Bürger ist, erläuterte das an einem Beispiel. Er habe zum Camp nach Finowfurt ein neues Betriebssystem mitgebracht. Dafür habe er seine Notebookfestplatte, auf der sich die meisten Daten befinden, zu Hause gelassen und reise mit einem Betriebssystem, das nur die nötigsten Daten enthalte. Im Falle einer Durchsuchung könnten so keine kritischen Daten kopiert werden. Schoen empfahl zudem, vor der Einreise in die USA die Festplatte von eventuellen Restdaten zu säubern und sicher zu löschen.

Sollte der Reisende dennoch wichtige Daten wie Geschäftsgeheimnisse oder Berichte von Patienten oder Klienten eines Anwalts mit sich führen, kann er laut Schoen versuchen, eine Durchsuchung nicht zuzulassen. Dabei sollte er dem CBP-Mitarbeiter gegenüber begründen, warum er beispielsweise das Passwort des verschlüsselten Rechners nicht herausgeben will. Seiner Erfahrung nach reagierten die Mitarbeiter dann wohlwollender, sagte Schoen. Auf keinen Fall dürfe ein Einreisender lügen. Dem CBP-Mitarbeiter zu sagen, dass man das Passwort vergessen habe, sei keine gute Idee, denn das sei eine Straftat.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Daten muss ein Einreisender nicht bei sich tragen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Celen 26. Aug 2011

US-amerikanische Cloud-Server und E-Mail-Provider werden vom NSA (USA) überwacht und...

Kugelfisch_dergln 20. Aug 2011

Das ist doch einfach nur sinnloses, übertriebenes Geschwätz. Wenn die was verstecktes...

Bachsau 20. Aug 2011

Was ist denn das für ein Blödsinn in der heutigen Welt? Wenn ich das weiß, und Daten in...

Kugelfisch_dergln 19. Aug 2011

Da sind einfach so viele korrupt, das ist abartig. Moralisch korrupt langt ja schon...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sicherheitslücke
Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist

Forschern ist es gelungen, eine Schadsoftware auf ausgeschalteten iPhones mit vermeintlich leerem Akku auszuführen. Denn ganz aus sind diese nicht.

Sicherheitslücke: Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist
Artikel
  1. Bundeswehr: Das Heer will sich nicht abhören lassen
    Bundeswehr
    Das Heer will sich nicht abhören lassen

    Um sicher zu kommunizieren, halten die Landstreitkräfte in NATO-Missionen angeblich ihre Panzer an und verabreden sich "von Turm zu Turm".
    Ein Bericht von Matthias Monroy

  2. Umweltschutz: Leipziger Forscher entdecken Enzym für Plastikrecycling
    Umweltschutz
    Leipziger Forscher entdecken Enzym für Plastikrecycling

    Ein neu entdecktes Enzym soll das biologische Recycling von Kunststoff deutlich beschleunigen.

  3. Homeoffice: Bastler baut Gestell für die liegende Büroarbeit im Bett
    Homeoffice
    Bastler baut Gestell für die liegende Büroarbeit im Bett

    Der Bildschirm über dem Kopf, die Tastatur hängt herab: Das Homeoffice aus dem Bett heraus funktioniert - mit Handwerk und Kreativität.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 400€ Rabatt auf Gaming-Stühle • AOC G3 Gaming-Monitor 34" UWQHD 165 Hz günstig wie nie: 404€ • Xbox Series X bestellbar • MindStar (u.a. Gigabyte RTX 3090 24GB 1.699€) • LG OLED TV (2021) 65" 120 Hz 1.499€ statt 2.799€ [Werbung]
    •  /